Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Jugendliche finden einen Anlaufpunkt

Boxcamp Jugendliche finden einen Anlaufpunkt

Das Boxcamp ist eines von vielen wichtigen Elementen der Jugendarbeit. Inzwischen gibt es die ersten Jugendlichen, die sich selbst zum Trainer qualifizieren lassen, um anderen zu helfen.

Voriger Artikel
Immer ran an die laufende Motorsäge
Nächster Artikel
Neuer Trafo hält Netz stabil

Jugendliche trainierten am Freitagabend unter der Obhut ihrer Trainer im Boxcamp in der Freizeithalle.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Seit einem Jahr ist Sebastian Habura Streetworker, sprich Sozialarbeiter, der Kontakte „auf der Straße“ zu Jugendlichen knüpft. Vieles hat sich aus seiner Sicht in dieser Zeit getan, häufig in Kooperation mit anderen Institutionen wie der Stadtjugendpflege oder dem Verein Fib, um zwei Beispiele zu nennen. Skater-Touren, Ausflüge und Fahrten, ein Contest beim Europafest und eben zahlreiche feste Angebote wie das Mitternachtsbasketball, Fußball oder „freies Zocken“, wo das Programm nach Wunsch der Jugendlichen gestaltet werden kann.

Beinahe alles passiert über soziale Netzwerke

Bei den Freizeiten gebe es inzwischen Wartelisten, berichtet Habura. Mal führen sie zu einem Sportereignis, mal unternehmen die Jugendlichen etwas gemeinsam. Beinahe alles passiert über soziale Netzwerke und geschieht häufig rasend schnell. Vieles spielt sich im Südstadt-Kiosk ab, in der Freizeithalle. Das freut Habura besonders. „Das Südstadt-Kiosk ist zum Anlaufpunkt geworden, dort kommen Jugendliche inzwischen von selbst hin“, sagt Sebastian Habura. Jugendliche rufen ihn meist einfach nur „Habu“.

Noch mehr Zulauf in den Herbstwochen

Ein wichtiges Element in der Arbeit des Streetworkers ist das Boxcamp im Südstadt-Kiosk. Das Trainerteam dort freut sich, dass in den Herbstwochen der Zulauf noch einmal deutlich größer geworden ist. Am Freitagabend waren es rund 20, die trainierten, die Interesse am Sport haben oder einfach auch das Boxen erlernen wollten.

Für ihn als Sozialarbeiter ist das Boxcamp längst eine unverzichtbare Einrichtung geworden. „Es gibt Jugendliche, die dieses Angebot brauchen“, betont er. Inzwischen gibt es die ersten jungen Männer, die sich selbst, unter Mithilfe des Boxclubs Marburg, zu Trainern weiterqualifzieren ließen oder gerade lassen. Das schafft Kontinuität. Immer wieder betont Habura den Wert der Trainerarbeit, des Teams, das hinter dem Sport- und Boxcamp steht. „Ohne sie ist das alles überhaupt nicht möglich.“

Junge Flüchtlinge integrieren sich

Es sind momentan ausschließlich Jungen, die die unterschiedlichen Trainingszeiten nutzen. Die frühere Mädchengruppe hat sich aufgelöst, weil das Interesse nicht mehr da war. „Das heißt aber nicht, dass dieses Angebot gestorben ist, wenn es Interesse gibt, finden wir einen Weg, die Gruppe wieder anzubieten.“, betont der Sozialarbeiter. Unter den Jugendlichen, die das Boxcamp oder andere Sportangebote nutzen, sind längst auch zahlreiche junge Flüchtlinge, die in Stadtallendorf leben.

Einer der jungen Flüchtlinge ist ein Afghane. Ihn hat Habura bei einem anderen Element seiner Arbeit kennengelernt, dem klassischen Streetworking. Dann ist er in den Abendstunden oder in der Nacht unterwegs an Plätzen, wo sich Jugendliche zusammenfinden. Er sucht das Gespräch, drängt sich aber nicht auf. Als Streetworker ist er Ansprechpartner und immer wieder auch Vermittler. Etwa, wenn ein Jugendlicher so viel Vertrauen zu ihm aufgebaut hat, dass er ihm Probleme schildert.

Nach den Ferien abends wieder häufiger auf Tour

Dann kann Habura ihm Hilfen vermitteln, wenn es der Jugendliche möchte, etwa bei Sozialberatungsstellen oder anderen Einrichtungen. Oft ist er aber auch selbst einfach nur Ansprechpartner. „Ich glaube, dass ich inzwischen den größten Teil der Jugendlichen, die sich an öffentlichen Plätzen in Stadtallendorf bewegen, erreiche“, sagt Habura selbstbewusst. Quantifizieren will er das nicht, denn Zahlen ändern sich immer wieder.

Wie groß der Anteil des Streetworkings an seiner Wochenarbeitszeit ist, variiert, vor allem von Jahreszeit zu Jahreszeit. Nach den Ferien wird er abends wieder häufiger auf Tour sein. Er habe noch nie Probleme dabei gehabt. Im Falle des jungen Flüchtlings aus Afghanistan konnte er ihm einfach das Sportangebot im Südstadt-Kiosk näherbringen.

Seminarräume sind sehr gut belegt

Bewegung, das war es, was dem jungen Mann, der seine Anerkennung als Asylbewerber inzwischen hat, fehlte. Er kommt auch noch aus anderen Gründen immer wieder in das Südstadt-Kiosk. Dort laufen die Sprachkurse des Vereins Asylbegleitung Mittelhessen, ein Angebot, das Habura im Gespräch mit der OP immer wieder hervorhebt.

Der Stadtallendorfer Streetworker kümmert sich auch um die Verwaltung des Südstadt-Kiosks und dessen ausreichende Belegung. Mit der ist Habura aktuell sehr zufrieden. Die Seminarräume sind sehr gut belegt. In der Freizeithalle reicht das Angebot vom Sport- und Boxcamp über Basketball, Fußball, Inlinehockey bis zum Kickboxen.

Kontakt: Streetworker Sebastian Habura ist unter 0 64 28/ 443890 oder 0172/6368531 erreichbar.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr