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Jubilar nimmt kein Blatt vor den Mund

25 Jahre Jubilar nimmt kein Blatt vor den Mund

Wenn der Bürgermeister seine Rede extra niedergeschrieben und der Leiter des Fachbereichs Bauen, Planen, Umwelt ein Jackett trägt, dann ist klar: Das Dienstjubiläum, das gefeiert wird, ist ein Besonderes.

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Thomas Dickhaut (rechts) betrachtet gemeinsam mit Thomas Groll ein Porträt, das die Roßdorfer Künstlerin Kornelia Rausch von dem Jubilar gefertigt hatte.

Quelle: Florian Lerchbacher

Neustadt. „Meine Mutter hätte es geglaubt, und mein Vater wäre stolz gewesen.“ Mit einem seiner Lieblingssprüche kommentierte Thomas Dickhaut, stolzer und regelmäßiger Träger des Schalks im Nacken, die lobenden Worte, die Bürgermeister Thomas Groll, Amtsrat Holger Michel und Personalrats-Vorsitzender Stephan Henrich für ihn anlässlich seines Jubiläums gefunden hatten.

Seit 25 Jahren ist der Arnshainer, der sich extra in ungewohnte Schale geworfen hatte, im öffentlichen Dienst tätig. Seit dem Jahr 2001 ist er bei der Stadt Neustadt -zunächst als Bauamtsleiter, inzwischen als Leiter des Fachbereichs Bauen, Planen, Umwelt.

Der Bürgermeister bezeichnete ihn als loyalen zuverlässigen und engagierten Mitarbeiter, der „gerne auch mal den Ausputzer des Chefs spielt, ohne dass es jemand merkt“. Das Verhältnis zwischen Groll und Dickhaut ist eben ein besonders: geprägt von gegenseitigem Respekt, aber auch von einer äußerst humorvollen Ader.

Gewandte Redner ohne Skript unterwegs

Und das wurde deutlich, als der Rathauschef zum Ordner griff, in dem er die Rede zum Jubiläum gelagert hatte - was allein schon eine Besonderheit ist, da der gewandte Redner solche Termine zumeist ohne Skript erledigt und frei spricht: „Das war aber diesmal nicht möglich.“ Ihm sei so viel Erwähnenswertes eingefallen, dass er auf Nummer sicher gehen wollte.

Und so gab es ein Feuerwerk lustiger Anekdoten, kleiner Seitenhiebe auch Insider-Witzen, in dem der Bürgermeister einiges preisgab: Dickhaut korrigiere ihn beispielsweise gerne bei der Komma-Setzung und bei der Aussprache englischer Begriffe, animiere ihn gerne mal, ein paar Kilo abzunehmen oder gebe den auf dem Tisch vergessenen Schlüssel einfach mal im Fundbüro ab - wohlwissend, dass er seinem Chef gehöre.

Groll bezeichnete ihn als „vortrefflichen Gesprächspartner“, der ihn stets unterstütze -gleichzeitig aber seine eigene Meinung behalte. „Reibung erzeugt, wenn sie von Achtung getragen wird, Energie“, fasste er zusammen.

Dickhaut wird in diesem Jahr 50 Jahre alt

Dickhaut gab die Komplimente quasi zurück, ging auf das von Groll gerne genutzte Bild des „kleinen Seglers Neustadt“ ein und betonte: „Je besser sich die Besatzung versteht, desto besser arbeitet sie auch.“ Nichtsdestotrotz fühle es sich manchmal abends so an, als habe er auf einer Galeere geschuftet, weil der Kapitän Wasserski fahren wollte.

Dickhaut wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Einst erwarb er an der Gesamtschule Neustadt die mittlere Reife, absolvierte dann zwischen 1982 und 1985 eine Ausbildung im Tischlerhandwerk, die er als Innungsbester im Vogelsbergkreis abschloss.

Danach war er Soldat beim Panzerbataillon 144 in Stadtallendorf und besuchte 1988/1989 die Fachoberschule Alsfeld. Daran schloss sich eine Ingenieursausbildung an der Fachhochschule Gießen/Friedberg an. Seit 1993 ist Dickhaut Diplom-Ingenieur. Danach war er beim Amt für Straßen - und Verkehrswesen in Marburg tätig, ehe er 2001 zur Stadt Neustadt wechselte, wo er bereits zahlreiche Millionenprojekte umsetzte, wie Groll betonte.

Den Mittwoch als Tag des Feierns teilte sich Dickhaut übrigens mit Jürgen Gies, dem Vorarbeiter des Bauhofs, der seinen 60. Geburtstag beging.

von Florian Lerchbacher

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