Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Jubiläum weckt Erinnerungen an Heimatprimiz

Erzbischof Ludwig Schickt ist seit 40 Jahren Priester Jubiläum weckt Erinnerungen an Heimatprimiz

Mit einem Pontifikalamt in der Pfarrkirche St. Hubertus feierten die Mardorfer am Sonntagnachmittag das 40-jährige Priesterjubiläum von "ihrem Ludwig".

Voriger Artikel
Besucher staunen über „Himmel und Erde“
Nächster Artikel
Sport - und vor allem jede Menge Spaß

Mit dem gemeinsam gesungenen „Ein Haus voll Glorie schauet“ endete das Pontifikalamt, das Ludwig Schick (Dritter von rechts) in seiner Heimatkirche in Mardorf hielt.

Quelle: Alfons Wieber

Mardorf. Proessor Ludwig Schick hatte gestern vor 40 Jahren - am 22. Juni 1975 - in seiner Heimatgemeinde seine Primiz begangen. Von Bischof Eduard Schick war er wenige Tage zuvor in Fulda zum Priester geweiht worden. Am Sonntag kehrte Ludwig Schick, inzwischen Erzbischof von Bamberg, nach Mardorf zurück, um fast auf den Tag genau 40 Jahre nach seiner Primiz sein Jubiläum zu feiern.

Angeführt von den Messdienern und den Fahnenabordnungen von Gesangverein und Feuerwehr zog er gemeinsam mit seinen Co-Zelebranten - Diakon Wilfried Jockel, Arnulf Hummel (ehemaliger Pfarrer von Neustadt), Wilhelm Gerlach (ehemaliger Pfarrer von Momberg), Pater Luzian und Amöneburgs Pfarrer Vogler - in das Mardorfer Gotteshaus ein, das natürlich zu diesem Anlass restlos gefüllt war. Unter den Gästen befand sich zum Beispiel der ehemalige hessische Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel, der aus Anzefahr stammt und zu Schick seit seiner Schulzeit eine enge freundschaftliche Verbindung pflegt - in seiner Zeit als Oberbürgermeister von Fulda war er der Laufpartner des Geistlichen, der leidenschaftlicher Jogger ist.

Versprechen auf Moddorfer Platt

Viele der Gottesdienstbesucher hatten auch an der Heimatprimiz im Jahr 1975 teilgenommen, wie Pfarrer Marcus Vogler gleich zu Beginn des Gottesdienstes von Schick erfuhr.

Der Erzbischof freute sich über die große Resonanz bei seinem Jubiläumsgottesdienst und erinnerte sich daran, wie er vor 40 Jahren als Jungpriester vor dem Haus seiner Schwester gestanden habe. „Eich well en Moddorfer bleiwe, ach en Zukunft“, hatte er damals auf Moddorfer Platt versprochen. „Und Versprechen muss man halten, damit man auch immer wieder zusammenkommt“, fuhr Schick fort. In Mardorf habe alles begonnen. „Hier habe ich gelernt, Gottes Namen zu lieben und Ehrfurcht zu haben. Hier bin ich in den christlichen Glauben hineingewachsen. Man darf seine Wurzeln nicht vergessen“, mahnte der Erzbischof.

Vogler: Zölibat nicht der Grund für Priestermangel

Für Pfarrer Vogler war es eine große Ehre, der Bitte von Ludwig Schick, die Festpredigt zu halten, nachzukommen. Große Lobeshymnen zu seiner Person und einen „großen Bahnhof“ hatte Schick nicht gewünscht. „Das Erstere kann ich beeinflussen, das Letztere nicht“, betonte Vogler. Und so stellte er seine Predigt vor allem unter das Leitthema des Priesteramtes und der „Berufung“ dazu.

Besonders beleuchtete Vogler dabei das derzeitige Problem des Priestermangels und stellte dazu fest, dass nach seiner Meinung eine Lockerung oder Änderung des Zölibates dieses Problem nur kurzfristig lösen könne. Für viele Eltern sei es ein Problem, wenn ein Sohn den Wunsch äußere, Priester werden zu wollen. Oftmals würde bereits in den Familien den Söhnen dieser Wunsch ausgeredet. In seinen Augen sei das eigentliche Problem des Priestermangels, dass zu wenig spürbar werde, dass es kaum einen glücklicheren und schöneren Beruf gebe als den, sich ganz in die Nachfolge Jesu Christi zu stellen.

Fürbitten von vor 40 Jahren wiederholt

Ludwig Schick jedenfalls spiegelte genau das während des Gottesdienstes und auch danach wider: Er zeigte deutlich, mit welch innerer Freude und mit welcher Genugtuung er den Gottesdienst und die Momente in seiner Heimatgemeinde im Kreise seiner Verwandten, Freunden, ehemaligen Schulkameraden und Bekannten genoss.

„Es ist ein großes Geschenk, dass wir ihn haben“, fasste Alfons Bromm aus Himmelsberg die Meinung und Gefühle vieler Gottesdienstbesucher in Worte.

Die während des Gottesdienstes vorgetragenen Fürbitten waren die, die auch bei seiner Primiz vor 40 Jahren gesprochen worden waren. Musikalisch gestalteten die Mardorfer Schola und das Bläserensemble der Freiwilligen Feuerwehr Mardorf das Pontifikalamt.

Bei Kaffee und Kuchen und vielen Gesprächen klang das Jubiläum erst am späten Nachmittag im Bürgerhaus aus.

von Alfons Wieber

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Von Redakteur Florian Lerchbacher

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr