Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Jetzt sind die Bürger gefragt

Wohratal Jetzt sind die Bürger gefragt

Über Jahre hinweg sollte die Ansiedlung eines Netto-Markts das Versorgungsproblem der Gemeinde lösen. Nach der endgültigen Absage des Discounters geht Wohratal neue Wege.

Wohratal. Die Einzelhandelsunternehmen Tegut (Fulda) und Gutkauf (Cölbe) haben ihr Interese signalisiert, Teile des Wohrataler Bürgerhauses am Ortseingang von Wohra als Dorfladen zu nutzten (die OP berichtete). Tegut würde für die Umsetzung des Konzepts den großen Bürgerhaus-Saal benötigen, Gutkauf würde sich mit dem kleinem Saal begnügen.

Bei der Vorstellung des Konzepts während der Gemeindevertretersitzung korrigierte Bürgermeister Peter Hartmann (parteilos) Gerüchte, wonach das Sportheim und die Gemeindeverwaltung räumlich von den Plänen betroffen sei. Er stellte zudem klar, dass die teilweise Umnutzung des Bürgerhauses ohne größere Umbauten möglich sei.

Diese Vorstellung wiederum verblüffte den CDU-Fraktionsvorsitzenden Dr. Gerhard Willmundt. Er sah aufwändige Umbauten auf die finanzschwache Gemeinde zukommen. Allein die Herstellung von Barrierefreiheit und die Bau von Personaltoiletten kosteten viel Geld. Hinzu komme für die Gutkauf-Lösung der Ausbau der Theke aus dem kleinem Saal.

Wohras Ortsvorsteherin Hannelore Keding-Groll kritisierte insbesondere den Standort. Ein Dorfladen sei gut, gehöre aber mitten ins Dorf und nicht an den Rand. Zudem stellte sie fest: „Ohne den Thekenraum ist der große Saal nichts wert.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus-Dieter Engel äußerte ebenfalls Zweifel am Standort Bürgerhaus. Für einen Dorfladen im eigentliche Sinne sei dies kein guter Standort. Zugleich rechne auch er mit Investitionskosten für die Gemeinde. Ausdrücklich lobte Engel die Bedarfsabfrage unter den Wohrataler Bürgern, die zu einem Meinungsbild zum Standort Bürgerhaus erweitert werden solle. Das Votum der Bürger könne für die Gemeindevertretung eine wesentliche Entscheidungshilfe sein. Um den repräsentativen Charakter der Bedarfserhebung zu sichern, regte Engel ein Quorum von mindestens 30 Prozent an. Das bedeutet, das mindestens 30 Prozent der Wohrataler Haushalte sich an der Bedarfsabfrage beteiligt haben müssen.

Während der von skeptischen Wortmeldungen geprägten Diskussion wuchs das Quorum sogar auf 40 Prozent an. Den Redebeiträgen war zu entnehmen, dass es offenbar keinen entscheidenden Bedarf für eine Nahversorgung Wohratals gebe. Die werde durch verschiedene mobile Verkaufsstände gewährleistet.

von Matthias Mayer

Darüber zeigte sich wiederum Bürgermeister Peter Hartmann verwundert. Das decke sich nicht mit dem, was er aus der Bevölkerung zur Nahversorgung in der Gemeinde an Rückmeldungen bekomme. Insbesondere die Preisgestaltung der Betreiber mobiler Verkaufsstände stoße auf Kritik, sagte Hartmann.

Sowohl Tegut als auch Gutkauf planen in Wohra ein Vollsortiment mit Metzgertheke, Bäckereitheke und Getränkeabteilung. Tegut hat ein mögliches Interesse an der Bewirtschaftung des kleinen Saales signalisiert, so dass dort ein Seniorentreff und/oder ein Mutter-und-Kind-Treff etabliert werden könne. Das Gutkauf-Konzept wende sich insbesondere an ältere Menschen mit Einrichtung eines Hol- und Bringservice.

Das Parlament billigte einstimmig die Bedarfsabfrage und das Quorum von 40 Prozent als nächsten Schritt.

von Matthias Mayer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis