Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Jetzt ist ein Arbeitskreis gefordert

Parken in Stadtallendorf Jetzt ist ein Arbeitskreis gefordert

Wo sollen Langzeitparker in Stadtallendorfs Stadtmitte ihre Fahrzeuge hinstellen? Das ist derzeit noch offen, für mehr Parkplätze fehlt der Platz.

Voriger Artikel
Wegen 8,50 Euro ins Gefängnis
Nächster Artikel
30 Prozent der Straftäter sind Ausländer

Das Parken in der Stadtmitte beschäftigt Verwaltung und Politik intensiv. Für Langzeitparker wie zum Beispiel Anwohner fehlen noch Flächen. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. In Sachen Parken haben sich in Stadtallendorfs Stadtmitte inzwischen einige Probleme entwickelt, eines davon ist sehr akut: Wo stellen Hallenbadbesucher, die länger als zwei Stunden im Alldomare bleiben, ihr Fahrzeug ab? Sämtliche öffentlichen Parkplätze haben eine Zeitbegrenzung von zwei Stunden. Die vom Magistrat vorgeschlagene Lösung, bis zu 13 Plätze zu Langzeitparkplätzen zu machen, allerdings gegen Gebühren, wurde vom Stadtparlament abgelehnt. Nach der Eröffnung des Hallenbades häufen sich Beschwerden von Besuchern (die OP berichtete).

Hinzu kommt: Generell hat sich die Parksituation in der Stadtmitte „verdichtet“, die Parkflächen am Bahnhof sind dank neuer IC-Halte sehr gut ausgelastet. Am Dienstagabend in der Sitzung des Fachausschusses für öffentliche Sicherheit stellte die Verwaltung Grundlegendes rund um das Parken vor. Es ist ein Konzept zur Parkraumnutzung mit Schwerpunkt auf einer ausreichenden Zahl von Kurzzeitparkplätzen, Lösungsvorschlägen für die Hallenbadproblematik - und all dies ohne Zusatzkosten für Beteiligte.

Zunächst einige Zahlen: 1179 Parkplätze gibt es im Gebiet Stadtmitte insgesamt, davon sind 390 öffentliche Parkplätze mit der Zwei-Stunden-Parkzeitbegrenzung versehen, 237 haben keine Parkzeitbegrenzung und weitere 557 sind in privater Hand. Zu letzteren zählen die Parkplätze am Einkaufszentrum alter Busbahnhof und am Baustoff-Müller und „Fressnapf“.

Die öffentlichen Parkplätze mit unbegrenzter Parkzeit befinden sich am Festplatz neben dem Stadion, zwischen Stadthalle und Mehrzweckhalle und am Bahnhof. Dort hat die Verwaltung bereits auf einige Kurzzeitparkplätze verzichtet. Aktuell gibt es jetzt 65 Park-and-Ride-Plätze. Doch auch die reichen eigentlich nicht aus, so die Einschätzung von Marco Sommer, der das Konzept erstellte und Bürgermeister Christian Somogyi (SPD).

Einig war man sich im Ausschuss eigentlich auch darüber, dass es Hallenbadbesuchern nicht wirklich zuzumuten wäre, bis zum Festplatz zu laufen, insbesondere im Winter. Marco Sommer schilderte den Verwaltungsvorschlag, doch auf jene erwähnten 13 Parkplätze zurückzugreifen und Hallenbadbesuchern die Parkgebühren dann zu erstatten. Ob das aber ohne zusätzliches Personal im Bad gehen wird, ist zweifelhaft. Die Ausschuss-Sitzung folgte auf eine nichtöffentliche Sitzung der Betriebskommission der Stadtwerke. Defacto hatte man sich darauf verständigt, dass sich ein Arbeitskreis insbesondere mit der Problematik der Hallenbad-Parkplätze befassen soll. Er soll mit Vertretern aller Fraktionen und Mitarbeitern der Verwaltung besetzt werden und möglichst schnell Lösungen finden.

Bleibt das Thema „Langzeitparken“ generell, das wohl die größten Herausforderungen bedeuten dürfte.

Hoffnung auf Investor

Auch dazu legte Sommer den Stadtverordneten Zahlen vor: In der Stadtmitte sind 170 Anwohner erfasst, hinzu kommen 17 Arztpraxen und Apotheken und acht Kanzleien unterschiedlicher Art. Nicht einberechnet sind die Mitarbeiter der Geschäfte und Dienstleister, die ebenfalls Parkflächen brauchen.

Sie werden nicht weniger, sondern mehr. Somogyi wiederholte seine klare Ansage: „Wir werden die Kontrollen massiv verstärken, damit die Parkplätze für Kurzzeitparker freibleiben“.

Eine leichte Linderung der Situation könnte sich durch das Vermieten von 15 der 69 Stellplätze in der Stadthallen-Tiefgarage ergeben. Dass das aber kein Problem löst, ist in der Verwaltung allen klar. „Im Moment suchen Leute Parkflächen, die wir so nicht haben und kurzfristig auch nicht haben werden“, machte Somogyi klar.

Bliebe die Hoffnung auf einen Investor, der der Stadt ein Parkdeck baut. Vorstellbar ist für die Verwaltung, dass es vor dem Lidl-Markt oder in Nachbarschaft des Feuerwehrstützpunktes entstehen könnte. Doch dazu müsste es erst einmal jemanden geben, der ein solches Vorhaben realisiert. Und der ist nicht in Sicht.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr