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„Jetzt entfällt manche Zugfahrt“

Asylbewerber-Betreuung „Jetzt entfällt manche Zugfahrt“

Ab nächstem Montag gibt es eine Außenstelle des Fachdienstes Asyl in der Mitte Stadtallendorfs. Das soll eine bessere Betreuung der Asylbewerber in dieser Region des Landkreises ermöglichen.

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Die Sozialarbeiter Tobias Loroff (von links), Goarik Gareyan und Nina Köllhofer richten derzeit ihre neuen Arbeitsplätze in der Außenstelle in Stadtallendorf ein.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Geräumige Büros, ein Wartebereich, eine Spielecke für Kinder und all das in hellen freundlichen Räumen direkt am Bahnhof: Die aktuell für Asylbewerber im Ostkreis verantwortlichen vier Sozialarbeiter sind zufrieden mit ihren neuen Büros im Herzen Stadtallendorfs. Sie werden ab nächstem Montag kürzere Wege zu den verschiedenen Städten und Gemeinden haben. Das gilt auch für die Flüchtlinge, die sie betreuen.

Sie finden ihre Helfer jetzt nicht mehr in Marburg, sondern wesentlich näher als bisher. Demnächst werden auch zwei Verwaltungsmitarbeiter in der Stadtallendorfer Außenstelle des Fachdienstes Asyl sitzen. Sie werden Auszahlungen und Leistungen an die rund 500 Asylbewerber im Ostkreis von dort aus bearbeiten. „Jetzt entfällt manche Zugfahrt nach Marburg“, sagt Fachdienstleiter Roland Döhler. Für ihn war die Anmietung dieses Büros für seine Mitarbeiter „ein Volltreffer“, wie er sagt.

Ein Mehr an sozialer Betreuung war eine deutliche Forderung der Stadt Stadtallendorf an den Kreis. In den vergangenen Monaten hatte die Kreisverwaltung tatsächlich die Zahl der Sozialarbeiter für den Ostkreis erhöht.

Vermieter ist die Herrenwald Wohnbau GmbH, eine Tochter der Siedlungsgenossenschaft Herrenwald. Deren Geschäftsführer Konrad Busch machte gegenüber dem Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow klar, dass er sich eine weitergehende Zusammenarbeit sehr gut vorstellen könne.

Eine solche Außenstelle wie jetzt in Stadtallendorf unterhielt der Kreis für seinen Fachdienst Asyl bisher nur in Biedenkopf. Doch angesichts steigender Flüchtlingszahlen wurde die Suche nach einer Zweigstelle immer drängender. Zachow machte am Mittwoch klar, dass der Kreis die Bleibe in der Niederkleiner Straße eigentlich nur als Zwischenschritt sieht.

Jobcenter-Außenstelle wird vereint

Mit der Volkshochschule und dem Büro für Integration an anderer Stelle in der Niederkleiner Straße und der Außenstelle des Kreis-Jobcenters im Rathaus und im Arbeitsamt Stadtallendorf hat die Kreisverwaltung drei weitere Einrichtungen in Stadtallendorf.

Zumindest das Büro für Integration, die Volkshochschule und die Außenstelle des Fachdienstes Asyl möchte Zachow langfristig an einem Stadtallendorfer Standort bündeln. Wann und wo das sein könnte, ließ der Erste Kreisbeigeordnete offen. Räume, die für Publikumsverkehr wie auch Bürobetrieb geeignet wäre, wären in Stadtallendorf sicherlich vorhanden.

Im Herzen der Stadt gibt es Leerstände. Zunächst wird die Außenstelle des Kreisjobcenters nicht mehr zweigeteilt bleiben. Sie soll laut Zachow im nächsten Jahr im Gebäude des Arbeitsamtes zusammengefasst werden.

Stadtallendorfs Erster Stadtrat Otmar Bonacker sieht die Einrichtung einer Außenstelle des Fachdienstes Asyl in der zweitgrößen Stadt des Kreises als einen Fortschritt. „Das ist ein Anfang“, unterstreicht er. Auch Zachow wünschte sich, dass sich die Zahl der Flüchtlinge pro Sozialarbeiter noch besser gestalten ließe. „Doch letztlich geht es dabei um die Bezahlbarkeit“, sagt er. Das Land legt den Schlüssel fest und bezahlt die Mitarbeiter indirekt.

Wohnungssuche bis weit in den Schwalm-Eder-Kreis

Ein Thema, mit dem Sozialarbeiter des Fachdienstes viel zu tun haben, ist die Hilfe bei der Wohnraumsuche für Flüchtlinge, egal, ob sie den Status Asylbewerber haben oder ihnen schon Asyl gewährt wurde. „Mancher hochqualifizierte Asylempfänger hat uns gesagt, dass er gerne hier geblieben wäre, wenn er denn eine Wohnung gefunden hätte“, machte eine Sozialarbeiterin am Mittwoch gegenüber der OP deutlich.

Zachow berichtete, dass für eine Flüchtlingsfamilie in Neustadt teilweise bis weit in den Schwalm-Eder-Kreis hinein gesucht werden musste. „Wir hätten sicherlich kein Problem damit, ein Haus mit 40 Plätzen innerhalb weniger Monate voll zu bekommen“, machte Fachdienstleiter Döhler deutlich.

Vor diesem Hintergrund gewinnt das Kooperationsangebot der Herrenwald Wohnbau sicherlich an Bedeutung. Der Kreis ist übrigens mit 40 Prozent an der Siedlungsgenossenschaft beteiligt, die Stadt Stadtallendorf mit 10 Prozent.

von Michael Rinde

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