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Jeder Tritt geht daneben

Alkohol-Prävention Jeder Tritt geht daneben

Unter dem Motto „BeHaLTe einen klaren Kopf - schieß dich nicht ins Abseits“ beteiligte sich die Georg-Büchner-Schule an dem landesweiten Aktionstag des Projekts „Hart am Limit (HaLT)“.

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Mit einer Rauschbrille lernten die Jugendlichen Folgen des Alkohols kennen. Jana Becker gab Hilfestellung. Foto: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Einen Ball in ein Tor zu schießen, das scheint für die Schüler der Georg-Büchner-Schule eine leicht lösbare Aufgabe zu sein. Dass sie dazu so genannte Rauschbrillen aufziehen sollen, die einen Promillewert zwischen 0,8 bis 1,5 simulieren, ändert nichts an der Begeisterung der Schüler. Es wird gelacht und gegrölt - auch dann noch, wenn der Fuß den Ball partout nicht treffen will.

Doch das Lachen vergeht den Schülern schnell, denn kein Schüler ist in der Lage den Ball in das Tor zu schießen. „Wenn man alles doppelt sieht und man den Ball und das Tor nicht mehr trifft, dann ist das erst mal lustig, wenn ich aber getrunken hätte, dann wäre das voll uncool“, findet Taha Gürgüzel aus der 6a. „So kann ich kein Fußball spielen, dass ist ein komisches Gefühl“, erklärt Vladislav Bogac aus der G 10a.

Seit 2009 gestaltet die Suchtberatung des Diakonischen Werkes Oberhessen das Projekt „HaLT“ im Landkreis. Während zwei Pausenaktionen mit Fußballspiel, Quiz, und Infos rund um das Thema Alkohol informierten die Diplom-Pädagogin Lydia Berthold von der Fachstelle für Suchtprävention des Diakonischen Werks aus Stadtallendorf die Schüler. Sie arbeitet mit ihren Marburger Kollegen Jana Becker und Sebastian Reinhard aus Marburg zusammen. Das Projekt will einen bewussten Umgang mit Alkohol fördern und „HaLT“ geben. Hessenweit wurden 2012 1380 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit einer Alkoholvergiftung eingeliefert. 372 Kinder und Jugendliche wurden ambulant behandelt.

Die erschreckende Zahl der Kinder und Jugendlichen, die wegen Alkoholintoxikationen stationär im Landkreis Marburg-Biedenkopf behandelt werden mussten, kennt Diplom -Pädagogin Lydia Berthold. 64 Jugendliche, davon waren 40 männlich und 24 weiblich, kamen 2013 aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. Ein Kind war unter 13 Jahre alt. „Zeitgleich mit Beginn der Weltmeisterschaft in Brasilien wollen wir die Schüler über die Gefahren des Alkohols aufklären und sie für die Gefahren, die von einer Alkoholisierung ausgehen, sensibilisieren“, verdeutlicht Lydia Berthold. Die Erfahrungen, die die Kinder heute mit Hilfe der Rauschbrille machen, wirke nachhaltig, ist sich Schulleiter Urban Sersch sicher.

In Form von Klassenprojekten und im Biologieunterricht werde das Thema später weiter verarbeitet.

„Alkohol ist allgegenwärtig und leicht verfügbar, in der Beratungsstelle in Stadtallendorf und Marburg ist Alkoholmissbrauch die vorherrschende Thematik, deshalb ist es wichtig, dass der Jugendschutz auf Festen und in Geschäften konsequent umgesetzt und eingehalten wird“, betont Berthold.

von Karin Waldhüter

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