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Jeder Euro für die Vorbeugung hilft

20 Jahre Suchthilfe Jeder Euro für die Vorbeugung hilft

Zwanzig Jahre Fachstelle für Suchtprävention im Landkreis - für alle Beteiligten ein Grund, in Stadtallendorf zu feiern.

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Im Jugendzentrum verfolgten Besucher aus dem Kreis die Feierstunde. Kleines Foto: Festredner war Wolfgang Schmidt-Rosengarten von der Landesstelle für Suchtfragen.

Quelle: Heinz-Dieter Henkel

Stadtallendorf. Das diakonische Werk Oberhessen hatte alle Träger, Beteiligte sowie die Kommunen des Landkreises zu einer kleinen Feierstunde in die Räume des Jugendzentrums nach Stadtallendorf eingeladen.Nach der Begrüßung von Diakoniepfarrer Ulrich Kling-Böhm war es Wolfgang Meinert, der einen Rückblick auf die wechselvolle Geschichte der Fachstelle im Landkreis gab. Nach einigen Startschwierigkeiten entstand eine Konzeption mit Schwerpunktbildung, wobei der damalige Slogan „Kinder stark machen“ sich bis heute behauptet hat.

In den Jahren 2003/2004 stand die Fachstelle vor dem finanziellen Aus, weil sich das Land Hessen komplett aus der Finanzierung zurückziehen wollte. Dank einer Umstrukturierung und einem Übergang der Trägerschaft an das Diakonische Werk Oberhessen gab es einen finanziellen Neuanfang.

Förderung und Stärkung der Kinder und Jugendlichen im Fokus

Die Suchtberatung im Landkreis mit Sitz in Marburg und Stadtallendorf versteht ihr Handeln als Teil der Gesundheitsförderung. Suchtprävention erfordert eine ganzheitliche Vorgehensweise, die sowohl die Persönlichkeit des Einzelnen wie auch die Umwelt mit einbezieht.

Im Mittelpunkt steht das Fördern und Stärken der Kinder und Jugendlichen, durch Vermittlung von Lebenskompetenzen und den Aufbau von Schutzfaktoren. Der Maßnahmenkatalog reicht aktuell von Information und Beratung über Fortbildungen für Lehrer, Erzieher und Institutionen bis hin zu Informationsveranstaltungen und Präventionsprogrammen für Kindergärten und Schulen.

Landrätin Kirsten Fründt berichtete über ein erfolgreiches Zusammenwirken aller Beteiligten, wobei der Landkreis durch das Gesundheitsamt eingebunden sei. Bürgermeister Christian Somogyi stellte die Stadtallendorfer Schwerpunkte besonders heraus und erwähnte dabei auch die beiden Auszeichnungen, die die Fachstelle erhielt. Marburgs Bürgermeister Dr. Franz Kahle machte grundsätzlich klar, dass man sich bei jedem Projekt die Frage stellen müsse, ob dieses denn noch zeitgemäß sei. Gegebenenfalls gelte es dann neue Schwerpunkte zu setzen und bestehende Programme anzupassen.

Festredner geht von 30.000 Süchtigen aus

Festredner Wolfgang Schmidt-Rosengarten, Geschäftsführer der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen, hatte eine interessante Statistik im Gepäck. Er hatte die bundesweiten Daten der Suchtkranken auf den Landkreis Marburg-Biedenkopf heruntergerechnet und kam dabei auf rund 16200 Nikotin- und 5300 Alkoholabhängige, 4100 Tablettensüchtige, 1650 Internet-, rund 880 Glücksspiel- und 440 Heroinabhängige. Insgesamt, so die Berechnungen von Schmidt-Rosengarten, gibt es demnach 30.000 Suchtkranke im Landkreis.

Der Festredner wies auf die große Bedeutung der Suchtprävention hin und belegte dies mit einer Schweizer Studie, die ermittelt hat, dass für jeden Euro, der für Vorbeugemaßnahmen eingesetzt werde, die Gesellschaft später 23 Euro an dann nötigen Hilfen einsparen könne.

Musikalisch begleitet wurde die Feierstunde von einem bemerkenswerten Trio von Musikern der evangelischen Sing- und Musikschule Stadtallendorf, die für ihre Beiträge viel Lob einheimsten.

von Heinz-Dieter Henkel

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