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Ja zu Kunstrasen und Controlling

Aus dem Stadtparlament Ja zu Kunstrasen und Controlling

Miteinander statt gegeneinander - an dieser neuen Direktive orientierte sich das Stadtallendorfer Stadtparlament am Donnerstagabend und traf zwei wichtige Sachentscheidungen.

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Welche Kosten entstehen der Stadt bei einer Veranstaltung in der Stadthalle? Die Stadtverordneten wollen solche Fragen künftig transparent beantwortet wissen. Archivfoto: Matthias Mayer

Stadtallendorf. Die Stadtverordneten gaben grünes Licht für den Bau eines Kunstrasen-Trainingsplatzes für die Fußballer des SV Niederklein und sie brachten den Aufbau einer neuen Struktur auf den Weg, die ein zeitgemäßes und vor allem transparentes Kosten-Controlling ermöglichen soll. Und das passierte im fast völligen Konsens.

Um den im März schon einmal beschlossenen Bau des Trainingsplatzes hatte es zuletzt wegen einer unerwarteten Kostensteigerung parlamentarische Turbulenzen gegeben. Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) begründete die Kostensteigerung mit dem Garantieanspruch für die Stadt, der nur gewährleistet sei, wenn eine zertifizierte Fachfirma den Unterbau für den Kunstrasen herstellte. Die Auftragsvergabe an eine solche Fachfirma bringe für den städtischen Anteil eine Kostensteigerung um 38500 auf 105500 Euro. Die Gesamtkosten stiegen von 135000 und jetzt 196500 Euro, erklärte der Kämmerer.

Michael Feldpausch sprach für Bündnis 90/ Die Grünen von einer zweischneidigen Entscheidung. Auf der einen Seite sei den jungen Fußballern ein neuer Trainingsplatz zu gönnen, da der alte Hartplatz nicht länger tragbar sei. Verschiedene Kostensteigerungen und schwankende Aussagen zu den Garantieleistungen machten aber das ganze Projekt in den Augen seiner Fraktion zu einem Verfahrensfehler, sagte Feldpausch, der auch wegen fehlender Vorlage von Alternativen eine Ablehnung durch die Grünen ankündigte.

Die „Niederkleiner Fraktion“ schoss scharf zurück. Seit 20 Jahren werde über das Problem geredet und in dieser Zeit seien zahlreiche Alternativen diskutiert worden. Von fehlenden Alternativen könne keine Rede sein. Auf dem Tisch liege nun die beste Alternative und die gelte es nun auf den Weg zu bringen, sagte Koch unter Hinweis auf die Tatsache, dass Kinder und Jugendliche im Winterhalbjahr auf einem Platz trainieren müssten, der auch als Festplatz diene und entsprechend von Scherben durchsetzt sei. Der Festplatz solle nur noch Festplatz sein. Für dieses Ziel wirkten alle Niederkleiner Vereine - auch mit Eigenleistung, sagte Winand Koch (FDP).

Maria März warb für die CDU- Fraktion für das Projekt und gegen eine Sanierung des Hartplatzes. „Ein sanierter Hartplatz kann nicht länger Festplatz sein“, warnte sie vor einer Problemlösung, die ein neues Problem aufwerfe. Das Kunstrasenprojekt sei zielführend und beschere allen Niederkleiner Vereinen Planungssicherheit, sagte sie.

Carla Mönninger-Botthof (SPD) sprach von einer notwendigen Korrektur der Beschlussvorlage und der Kostenschätzung und kündigte die Zustimmung ihrer Fraktion an. Gegen die Stimmen der Grünen und bei Enthaltung der Republikaner billigten CDU, SPD und FDP das Projekt.

Einstimmig passierte ein Antrag der CDU das Parlament zum Aufbau eines neuen Kosten-Controllings. Pate für diesen Antrag stand die Kritik an der Abrechnung örtlicher Kostenmieten, die nach Überzeugung der CDU die tatsächlichen Kosten nicht klar und transparent abbilden. Bis zum Jahr 2014 soll die Stadtverwaltung diesen Mangel durch neue Strukturen beheben.

Ziel des Antrags sei eine bessere Transparenz der Kosten, wobei klar sei, dass nur beeinflussbare Kosten veränderbar seien. „Wir wollen aber wissen, an welchen Stellschrauben gedreht werden muss, um sinnvoll rechtzeitig gegensteuern zu können“, sagte Klaus Ryborsch für die CDU.

Manfred Thierau (Republikaner) meinte, diese Stellschrauben bei den Energiekosten bereits gefunden zu haben. Bei 380000 Euro Energiekosten im mit 1,6 Millionen Euro defizitären Mietkosten-Etat gebe es hier ein großes Einsparpotenzial. Das sah auch Winand Koch so, der der DuI vorwarf, „von der rechten in die linke Tasche und wieder zurück“ zu buchen. Werner Hesse (SPD) sprach von einem hocherfreulichen Antrag, der helfe Verkrustungen aufzubrechen - in der Verwaltung und im Parlament. „Der CDU-Antrag rennt offene Türen ein, er ist richtig und zielführend, lobte Michael Feldpausch.

von Matthias Mayer

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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