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Irgendwie sammeln alle mit...

Ich sammle... Irgendwie sammeln alle mit...

Der Mengsberger Björn Wolfig besitzt die größte Sammlung, die bisher in der OP-Serie "Ich sammle..." vorkam. Allerdings hat er gleichzeitig ein Problem mit Aufbewahrung und Präsentation.

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10 000 bis 12 000 Bierdeckel nennt der Mengsberger Björn Wolfig sein eigen.Foto: Florian Lerchbacher

Mengsberg. Zwei Kubikmeter Bierdeckel nennt Björn Wolfig sein eigen. Zwei Kubikmeter? „So 10000 bis 12000 Stück dürften das sein. Vorsichtig geschätzt“, erklärt der Mengsberger, dessen Sammlung sich größtenteils in Kisten befindet: „Das ist zwar echt schäbig, aber ich habe noch keine andere Möglichkeit gefunden, wie ich sie vernünftig aufbewahren kann.“ Am liebsten würde er sie einzeln fotografieren und dann katalogisieren - doch die große Stückzahl flößt dem 38-Jährigen gehörigen Respekt ein. Es wäre ein Mammutprojekt, für das ihm schlicht die Zeit fehlt.

Noch dazu wächst seine Sammlung nahezu täglich. Freunde, Verwandte, Bekannte, selbst Bekannte von Bekannten sowie Kunden bringen Wolfig Bierdeckel aus aller Welt mit: „Zahlreiche meiner Kunden sind viel im Ausland unterwegs. Diejenigen, die ich seit Jahren betreue, wissen von meiner Sammlung und bringen die tollsten Dinger mit - da waren schon echte Schmuckstücke dabei“, erklärt der Konstrukteur von Fahrzeugbau Dietz in Ziegenhain und ergänzt: „Es ist verrückt, wie das Kreise gezogen hat und wieviele Leute mitsammeln. Das ist echt cool.“

Seine „Lieblinge“ sind solche, die eine ungewöhnliche Form haben: Von Foster‘s, einer australischen Marke, stammt ein Bierdeckel in Form des fünften Kontinents. Fenix, ein tschechischer Bierbrauer, hat einen Deckel herausgegeben, der wie eine CD aussieht. Andere erinnern an Tropfen, Früchte und so weiter. Kurz: je ausgefallener, desto besser. „Außerdem mag ich Bierdeckel, die von kleinen, unbekannten Brauereien stammen. Die hat nicht jeder“, sagt Wolfig und hebt hervor, dass keins seiner Sammlungsstücke gekauft ist: „Sie müssen irgendwie auf privatem Weg zu mir kommen. Das ist wichtig.“

Ganz persönlich ist auch ein Untersetzer, dem ihm ein Freund aus London mitgebracht hatte. Wolfig entdeckte eine handgeschriebene Telefonnummer darauf, war neugierig und rief an. Am anderen Ende meldete sich ein Barkeeper, der sich kurz über den Anruf aus Deutschland wunderte, das Hobby dann aber lustig fand und ein großes Päckchen voll mit englischen Bierdeckeln auf die Reise schickte.

Acht Jahre war der Mengsberger alt, als er seine Sammlung begann: Mit der Familie war er in einer alten Berghütte in Südtirol, in der statt Tapeten Bierdeckel an den Wänden klebten: „Das fand ich lustig“, erinnert er sich. Entsprechend nahm er gleich aus diesem Urlaub seine ersten Bierdeckel mit. Die ältesten seiner Sammlung sind das aber nicht: Der ein oder andere ist um die 70 bis 80 Jahre alt - die jüngsten gerade einmal wenige Tage. Mitbürger hatte sie für den stellvertretenden Ortsvorsteher im Gepäck, da sie nicht nur die Goldmedaille aus Berlin mitbringen wollten...

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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