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Investor darf bei Roßdorf fünf Windräder bauen

Genehmigung Investor darf bei Roßdorf fünf Windräder bauen

Das Regierungspräsidium hat den Bau von zunächst fünf Windkraftanlagen genehmigt. Bei zwei weiteren geplanten Anlagen sind noch weitere Untersuchungen nötig.

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Anlagen dieses für das Binnenland geeigneten Typs werden sich auch bei Roßdorf drehen.

Quelle: Juwi

Roßdorf. Wer über die Waldstraße in Richtung Forst fährt, fährt direkt auf das Gebiet zu, in dem sich wohl ab Jahresende fünf Windkraftanlagen drehen werden. Wie der Projektentwickler und Investor, das Unternehmen Juwi und Amöneburgs Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg gestern mitteilten, hat das Regierungspräsidium Gießen gestern die Baugenehmigung für diese fünf Anlagen erteilt. Die Anlagen vom Typ General Electric 2.5-120 haben eine Nabenhöhe von 139 Metern. Alle Anlagen zusammen sollen jährlich mehr als 40 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen und ins öffentliche Netz einspeisen.

Ursprünglich hatte Juwi für sieben Anlagen die Baugenehmigung beantragt. Bei zwei Windrädern läuft aber das Genehmigungsverfahren noch. Bei einer Anlage seien nach der Sichtung eines Rotmilans noch Untersuchungen erforderlich. Die Beobachtung des Tieres könne bis zu einem Jahr dauern, erläuterte Richter-Plettenberg gestern auf Nachfrage der OP.

Bei der zweiten Anlage geht es um ein an diesem Standort gefundenes Hügelgrab, das auch noch näher betrachtet werden muss. „Möglicherweise müssten wir den Standort der Anlage leicht verändern“, meint Richter-Plettenberg. In beiden Fällen verbreitete er aber gestern Zuversicht, dass sich auch diese Windräder noch realisieren lassen. Auch mit fünf Anlagen sei der Windpark Roßdorf wirtschaftlich. Wie Juwi-Sprecher Frank Wächter erläutert, soll im Sommer mit dem eigentlichen Bau der Anlagen begonnen werden. Bis Jahresende sollen sie am Netz sein. In der nächsten Woche beginnen die Rodungsarbeiten im Roßdorfer Forst.

Jetzt Verhandlungenmit möglichen Partnern

Die Zeit drängt, Rodungsarbeiten sind nur bis Ende Februar erlaubt. Mit Blick auf das enge Zeitfenster ist es aus Sicht von Richter-Plettenberg ein Glücksfall, dass die Genehmigung jetzt vorliegt. Zwischenzeitlich habe es nicht so ausgesehen, dass dies noch klappt, räumte er ein. Dann hätte sich der Beginn der Arbeiten bis zum Herbst verzögert. Beim Genehmigungsverfahren hätten sich gegen Ende noch Probleme gezeigt. „Nur dank der Unterstützung von Landrätin Kirsten Fründt ist es gelungen, die letzten Schwierigkeiten zu überwinden“, verteilt Amöneburgs Bürgermeister ein Lob. Unter dem Strich hat damit das gesamte Genehmigungsverfahren nur ein Jahr gedauert.

Alle Überlegungen für einen Amöneburger Windpark begannen vor knapp fünf Jahren. Bürgermeister Richter-Plettenberg hatte sich seitdem für das Projekt stark gemacht, Überzeugungsarbeit geleistet und letztlich auch breite Zustimmung dafür in der Bevölkerung und auch bei den Waldinteressenten Roßdorf gefunden. Die Stadt Amöneburg hatte sich seinerzeit für die Realisierung über einen privaten Investor entschieden - auch, um das eigene wirtschaftliche Risiko zu minimieren. Im nächsten Schritt geht es jetzt darum, genügend Partner zu finden, um den Park dann von Juwi zu erwerben. Wie viel Geld dafür nötig ist, wird noch zu verhandeln sein. Im Haushalt 2015 stehen zwei Millionen Euro Kreditermächtigung für das Projekt bereit.

Amöneburg braucht aber Partner. In diesem Zusammenhang hatte Richter-Plettenberg auch bei Nachbarkommunen um Unterstützer geworben - nur die Gemeinde Ebsdorfergrund hatte er nach einem Eklat mit deren Bürgermeister Andreas Schulz ausgenommen (die OP berichtete). Am Verhandlungstisch befänden sich derzeit die Gemeinde Cölbe, die Stadtwerke Marburg und die Energiegenossenschaft Marburg-Biedenkopf. Es gibt offenbar noch weitere potenzielle Partner. Der Windpark-Betrieb könnte in der Zukunft zum Beispiel über eine gemeinsame GmbH erfolgen.

Ein Kernpunkt des Projektes war stets die Möglichkeit für eine wirtschaftliche Beteiligung der Bürger. Indirekt wäre dies über das wirtschaftliche Engagement der Stadt ohnehin gegeben, die Wertschöpfung bliebe vor Ort. Andere Optionen wäre etwa die Ausgabe von Sparbriefen durch die finanzierende Bank oder durch Mitgliedschaft in der Energiegenossenschaft Marburg-Biedenkopf. „Im Moment könnte ich interessierten Bürgern aber noch nicht sagen, welche Option es geben wird“, sagt Richter-Plettenberg.

von Michael Rinde

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