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Interesse ist da, das Geld noch nicht

Ein Waldkindergarten für Stausebach? Interesse ist da, das Geld noch nicht

Ein Waldkindergarten in Stausebach?! Die Waldkindergarteninitiative hatte hinter die Einladung zum Info-Abend ein Fragezeichen gesetzt. Am Ende des Abends werteten die Mitglieder die Besucherzahl als ein positives Signal.

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Die Mitglieder der Waldkindergarteninitiative Stausebach: Oliver Rehn (von links) mit seiner Tochter, Daniel Thumerer, Almut Busch und ganz rechts Ann-Marie Weber. Waldpädagoge Dominik Werner (vierter von links) und Inken Kohl (zweite von rechts) informi

Stausebach. Der wesentliche Unterschied zwischen einem Waldkindergarten und einem konventionellen Kindergartenbesteht darin, dass die betreuten Kinder mit ihren Erzieherinnen den Kindergartenalltag fast durchgängig im Wald oder auf einer Wiese verbringen. Vorgeschrieben sind eine beheizbare Unterkunft, wie ein Bauwagen oder eine Waldhütte, in denen die Kinder und Erzieher bei sehr schlechten Witterungsbedienungen Schutz und Aufenthaltsmöglichkeiten finden.

Hinter der Initiative, die sich in Stausebach für einen Waldkindergarten einsetzt, stehen Almut Busch, Oliver Rehn, Ann-Marie Weber und Daniel Thumerer. Nach der Geburt der eigenen Kinder war bei den beiden Paaren die Frage nach einem Waldkindergarten aufgekommen. „Heute Abend ist es wichtig für uns zu schauen, gibt es überhaupt Interesse unter den Eltern“, erklärte Almut Busch stellvertretend für die Initiative. Insgesamt waren siebzehn Interessierte in das Feuerwehrgerätehaus gekommen.

Nach den Planungen der Waldkindergarteninitiative soll es bereits im Frühjahr 2014 einen Waldkindergarten geben. Auf dem Weg zum Waldkindergarten stehen jedoch noch viele offene Fragen, wie Almut Busch im Laufe der Veranstaltung erläuterte. Ganz am Anfang des Wegs stehe die Gründung eines Vereins, dazu seien sieben Personen nötig. Weiter sei es wichtig, einen geeigneten Platz zu finden. Eine Wiese in Sportplatznähe hat die Initiative zunächst in die nähere Auswahl genommen. Geklärt werden muss allerdings noch, wem die Wiese gehört. Weiter sollen Kontakte zum Forstamt Kirchhain aufgenommen werden.

Waldpädagogenloben Waldpädagogik

„Um die Betriebserlaubnis zu bekommen ist ein waldpädagogisches Konzept nötig“, betont Busch. Verschiedene Konzepte lägen der Initiative vor und würden gesichtet. Bei einer Gruppengröße von zwanzig Kindern ab drei Jahre liege der Betreuungsschlüssel bei zwei Erzieherinnen, eine weitere Betreuungsperson sei wünschenswert.

Angestrebt werde eine Gruppe für unter Dreijährige, dann reduziere sich die Gruppengröße. Neben einem Zuschuss durch das Land liege die finanzielle Hauptlast bei der Stadt, so Busch, die in diesem Zusammenhang auf die angespannte Finanzsituation Kirchhains verwies. Ob ein Bedarf an Kindergartenplätzen überhaupt für die kommenden Jahren besteht, wird Thema im Umwelt- und Sozialausschuss sein, der am 9. April tagt. Die Stadtverordnete Helga Sitt (Bündnis 90/Die Grünen) versprach, die Idee des Waldkindergartens dort vorzustellen.

„Wir wollen nicht zu viert bleiben, sondern weitere Eltern finden die interessiert sind und mitplanen“, rief Almut Busch zur Mitarbeit auf.

In einem kurzen Filmbeitrag war zunächst der Waldkindergarten „Wurzelkinder“ in Calw beispielgebend vorgestellt worden. Die Autoren des Films griffen verschiedene Vorurteile auf und kamen zu dem Schluss, dass Waldkinder abgehärteter und weniger häufig krank sind, sich gut konzentrieren können und ein ausgeprägtes Sozialverhalten zeigen.

Das bestätigte anschließend auch Inken Kohl, Leiterin des Marburger Waldkindergartens. „Das Sozialverhalten wird stark gefördert, die Kinder unterstützen und helfen sich gegenseitig“, so Kohl. „Die Kinder lernen die Natur zu lieben, achten und zu schützen“, unterstreicht Kohl. „Das Bedürfnis draußen zu schreien haben Waldkinder nicht“, erklärte sie und betonte, wie still es oft in ihrem Bauwagen zugehe. Kinder aus dem Waldkindergarten seien in der Lage nach der Einschulung überdurchschnittlich lange ruhig zu sitzen und verfügten über eine besonders gut ausgebildete Motorik.

Das Lernen mit allen Sinnen unterstrich Naturpädagoge Dominik Werner. Er informierte über die Kindesentwicklung im Waldkindergarten. „Es ist wichtig, dass die Kinder die Natur erleben, auch weil die Wahrnehmung der Sinne immer weiter abnimmt“, betont er.

von Karin Waldhüter

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