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Interesse am "Tor zur Stadt" ist groß

Zukunftspläne Interesse am "Tor zur Stadt" ist groß

Die Übernahme der Kreiserddeponie durch die Stadt rückt näher. Die Stadtverordneten stimmten den Plänen zu, nachdem der Bürgermeister dem Ältestenrat einen Vertrag mit einem Dienstleister vorgelegt hatte.

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Die Stadt Amöneburg will die Kreiserddeponie übernehmen.Foto: Lerchbacher

Amöneburg. Zwei Euro erhält die Stadt Amöneburg für jeden der 60000 noch einzubauenden Kubikmeter Erde. Dies sichert ihr ein Unternehmer aus der Wetterau zu, der einen entsprechenden Vertrag noch vor der Stadtverordnetenversammlung unterzeichnete, um ein Signal an die Vertreter der Bürger zu senden, die Zweifel an den Einnahmen geäußert hatten.

So stimmten letztendlich 18 von 20 Stadtverordneten einer Ablösevereinbarung mit dem Zweckverband Abfallwirtschaft Lahn-Fulda (ALF) zu, um die Kreiserddeponie zum 1. September zu übernehmen. Ziel ist es, die touristische Nachnutzung vorzubereiten, da der ehemalige Steinbruch in einem Jahr wieder komplett verfüllt sein dürfte. „Es ist der richtige Weg, da die Hand draufzulegen“, betonte Winfried Kaul (SPD). Das Gelände biete sich als Tor zu Stadt für eine touristische Nachnutzung nahezu an.

Ein in Amöneburg viel diskutierter Plan des Bürgermeisters lautet, dort eine riesige, für verschiedenste Veranstaltungen nutzbare Halle zu bauen, die in den Berg integriert werden soll. Allerdings, dies hob Michael Richter-Plettenberg nach einem Hinweis auf den bisher nicht vorhandenen Investor im Gespräch mit dieser Zeitung hervor, gebe es auch noch andere Ansatzpunkte oder Konzepte. Wie genau das erhoffte „Alleinstellungsmerkmal“ auf dem Gebiet aussehen werde, hänge schließlich auch von Gesprächen mit möglichen Investoren ab, relativiert er seine Hallen-Pläne.

Im Mittelpunkt der Sitzung am Montag stand aber ohnehin die Übernahme der Erddeponie. In einer gemeinsamen Sitzung von Haupt- und Finanz- sowie dem Bauausschuss hatte der Bürgermeister erklärt, dass sich der Zweckverband eine vorzeitige Ablösung des Pachtvertrages mit der Stadt vorstellen könne. Der ALF werde der Stadt 110000 Euro zur Verfügung stellen, die für die bisher vorgesehene Rekultivierung des Geländes - die laut Berechnungen rund 160000 Euro kosten würde -eingeplant waren. Hinzu kämen 120000 Euro für die noch einzubauende Erde. Der Zweckverband habe zudem schon einmal allen von den Ausschussmitgliedern verlangten Veränderungen an einem entsprechenden Vertrag zugestimmt, sagte Richter-Plettenberg.

Zwar liegt noch keine Zustimmung vor, dass die Stadt eine Änderung des Rekultivierungsplanes, der eine Renaturierung vorsieht, erreicht. Wohl aber wissen alle Beteiligten von den Plänen - ein von allen Seiten unterzeichnetes Protokoll einer Sitzung mit verschiedenen Behörden und Einrichtungen liegt dieser Zeitung vor. Daraus sind keine konkreten Einwände zu einer möglichen Abänderung herauszulesen.

Die Kommune möchte daher unbedingt in die Betreiberrolle schlüpfen, um den Einbau der 60000 Kubikmeter Erde zu steuern. Wie genau die Gestaltung aussieht, hängt - wie erwähnt -von möglichen Investoren ab. Aus diesem Grund hoffen die Amöneburger, die Genehmigung für ein „Erdaushubzwischenlager“ auf dem Gelände zu erhalten: „Für die Übergangszeit. Bis feststeht, wie genau die Rekultivierung aussieht“, erläutert der Bürgermeister.

Otmar Graf (CDU) erkundigte sich noch nach Details rund um Preise, die der Dienstleister auf der Erddeponie künftig verlangen werde. Richter-Plettenberg entgegnete, der Unternehmer lege die Preise fest - die sich allerdings an den „marktüblichen Konditionen“ orientieren würden.

Wichert stellte noch einmal heraus, dass bei den Stadtverordneten große Einigkeit herrschte - bis auf Hildegard Kräling (SPD) und Stefan Lauer (FWG) gaben alle grünes Licht. Warum die beiden nicht zustimmten, erklärten sie allerdings nicht. Der CDU-Vorsitzende regte an, bei aller ohnehin schon herrschenden Transparenz noch einmal Kosten und andere Zahlen auf die Homepage des „Atmen“-Projektes zu stellen, um kursierenden Gerüchten entgegenzuwirken.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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