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Interessante Angebote, mäßiger Besuch

Nachhaltigkeitstag in Rauschenberg Interessante Angebote, mäßiger Besuch

Mit Ausstellung, Präsentationen und Demonstrationen beteiligte sich die Stadt Rauschenberg als einzige Kommune aus dem Landkreis neben Marburg am 3. landesweiten Tag der Nachhaltigkeit.

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Helmut Nau demonstrierte in der Marktstraße, wie sich Gefach mit dem natürlichen Baustoff Lehm schließen lässt. Zuvor hatte er mit Ludwig Pigulla alte Backsteine geklopft.

Quelle: Heinz-Dieter Henkel

Rauschenberg. Ausgangspunkt für die kurzfristige Teilnahme der Stadt an diesem Tag war das Nachhaltigkeits-Projekt Schatzkiste. Der städtische Secondhand-Laden am Markt will ein Gegenentwurf zum Wegwerfen wertiger Kleidung sein. Am Nachhaltigkeitstag war der Laden ganztägig geöffnet. Im Mittelpunkt des Aktionstags stand die Kratz‘sche Scheune. Hier konnten die Besucher eine wenig ansprechende Wanderausstellung des Landes zum Thema „Leerstand“ bewundern. Weitaus spannender war, was Dr. Renate Buchenauer zum gleichen Thema über die Stadt zu berichten hatte und einige Schätzchen, die die Geschichtswerkstatt zur Präsentation ihrer „Gassenschrift“ aus der Bücherei mitgebracht hatte.

Hinzu kamen eine ansprechende Fotoausstellung mit Fotografien von Armin Köhler sowie eine Powerpoint-Bilderpräsentation mit Rauschenberger Stadtansichten.

Trotz dieser interessanten Angebote blieb das Besucher-Interesse mäßig. Bürgermeister Michael Emmerich, der etwas verspätet zur Veranstaltung kam, sagte: „Uns war schon vorher klar, dass dies kein Publikumsmagnet werden wird. Doch alles ist besser als gar nichts“.

Alte Backsteine werden wiederverwertet

Ganz praktisch demonstrierten Helmut Nau und Ludwig Pigulla vor dem Gemeinschaftshaus die Wiederverwertung alter Backsteine, indem sie den Mörtel von den Steinen mit einem Maurerhammer abschlugen. „Der hier ist rund 200 Jahre alt, stammt aus Rauschenberg und wurde bereits mehrfach verwendet“, urteilte Nau über ein besonders stark abgewetztes Objekt. Er will die vor Kurzem erst gebrochenen Steine für einen Bogen im Gewölbekeller wiederverwenden.

Der von Ludwig Pigulla unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit geführte Rundgang durch die Stadt endete vor dem in Renovierung befindlichen Debus‘schen Haus in der Marktstraße. Hier demonstrierte Handwerker Helmut Nau, wie historisches Fachwerk ergänzt werden kann. Er zeigte, wie auf das Holzgeflecht - im Volksmund „Sicke-Stecke“ genannt - in einem ersten Arbeitsgang aus Stroh und Lehm gedrehte Zöpfe aufgebracht werden. Danach folgte die Ausfachung nur mit Lehm. An einem bereits fertigen Gefach war der abschließende Kalk-Zementputz bereits aufgetragen worden.

Mit der Idee, die Grundschule auf die Möglichkeit einer solchen, inzwischen seltenen handwerkliche Demonstration aufmerksam zu machen, endete der Rundgang.

von Heinz-Dieter Henkel

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