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Integration funktioniert über Aufklärung

Dr. Stefan Heck in der Stiftsschule Integration funktioniert über Aufklärung

Für den Bundestagsabgeordneten Dr. Stefan Heck war es ein Heimspiel, für die rund 120 Stiftsschüler der Jahrgangsstufe Q2 sicherlich ein interessanter Schulvormittag.

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Dr. Stefan Heck diskutierte mit den Stiftsschülern.

Quelle: Karin Waldhüter

Amöneburg. Alljährlich unternimmt der Leistungskurses Politik und Wirtschaft (PoWi) eine Fahrt nach Berlin, um dort unter anderem mit einem heimischen Bundestagsabgeordneten ins Gespräch zu kommen. Während die Schüler der Stiftsschule in der Hauptstadt weilten, hatte der Mardorfer Bundestagsabgeordnete Dr. Stefan Heck jedoch keine Zeit. Deshalb kam der ehemalige Stiftsschüler einen Vormittag zurück an seine alte Schule, um über aktuelle Themen zu diskutieren - zum Beispiel die Flüchtlingspolitik.

Schüler des PoWi-Leistungskurs Q4 hatten zum Einstieg in das Thema die Präsentation „Flüchtlingspolitik in Europa“ vorbereitet. Tanja Jahangirkhani, Ines Kuhn, Carina Nau und Johannes Bauscher stellten zunächst die Rechtslage dar. Danach genießen Verfolgte in Deutschland das Recht auf Asyl. Bürger aus sicheren Drittstaaten oder der EU können sich nicht auf das Asylrecht berufen.

Heck hat Merkels Handynummer nicht

Weiter erläuterten die Schüler das Dublin-II-Abkommen. Flüchtlinge dürfen nur in dem Land Asyl beantragen, in dem sie als erstes europäisches Festland betreten. Gemeinsam mit Frida Walter, die an diesem Tag nicht mit dabei sein konnte, hatten sich die Schüler fundiert mit der gegenwärtigen Situation in Deutschland beschäftigt.

„Durchschnittlich nimmt der Staat im Jahr 3300 Euro mehr ein, als er pro Zuwanderer ausgibt - und die Rentenkassen werden wieder besser gefüllt“, verdeutlichten die Schüler und hielten einen Lösungsvorschlag bereit: „Mehr Aufklärung bei den Bürgern betreiben, damit die Flüchtlinge besser aufgenommen werden.“ Ein Filmbeitrag zeigte dann den leidvollen Weg eines 17-jährigen Somaliers über das Meer nach Italien.

Als Referent sei er lange nicht mehr an der Schule gewesen, erklärte Heck, der im Jahre 2002 sein Abitur gemacht hatte und noch heute, als Vorsitzender des Ehemaligenvereins „Amoeneburgia“, mit der Schule eng verbunden ist. Vor 15 Jahren habe er selbst in dem Leistungskurs gesessen und dabei viel gelernt, sagte er in Richtung Lehrerin Petra Städer. Oft werde er gefragt, ob er die Handynummer von Bundeskanzlerin Angela Merkel habe, erklärt er den Schülern mit einem Lachen. „Die hab ich zwar nicht, aber sie hat meine“, verriet er den Schülern.

Es ging auch um die A49

Er lobte die Schüler für die intensive Beschäftigung mit dem Thema. „Ich würde mir wünschen, dass dies noch mehr Menschen tun“, sagte er. Der Jurist erläuterte dann die rechtlichen Grundlagen mit Hilfe des Artikels 16 a des Grundgesetzes, nachdem politisch Verfolgte Asyl in Deutschland genießen. Besonders das Thema Bootsflüchtlinge vor der italienischen Mittelmeerküste beschäftige die Schüler.

Alle im Bundestag vertretenen Parteien seien sich einig, erläuterte Heck, dass mehr für die Flüchtlinge getan werden müsse. Ein Problem sei, dass es in Flüchtlingsländern keine staatlichen Strukturen und keine Ansprechpartner gebe.

Nach der Diskussion über die Flüchtlingspolitik ging es um Themen wie die Rentenreform, den Mindestlohn und die A 49. Es werde intensiv an der Finanzierung gearbeitet, erklärte Heck zum letzten Thema. Seiner Einschätzung nach sei eine Umsetzung durch eine ÖPP-Finanzierung am schnellsten möglich. Dabei werden Bau und Instandhaltung von einem privaten Investor übernommen.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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