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„Innehalten, Atem holen, Kräfte sammeln“

Neujahrsempfang des FCKK „Innehalten, Atem holen, Kräfte sammeln“

Klare Arbeitsteilung beim Neujahrsempfang des FCKK: Die beiden Redner schlugen ernste Töne an. Christel Rohm-Naumann und Norbert Naumann führten mit närrischer Leichtigkeit durchs Programm.

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Friedhelm Kremer (links) blickte zurück und nach vorn. Bürgermeister Christian Somogyi überreichte Prinzessin Andrea I. und Prinz Jens I. einen Scheck für die FCKK-Jugendarbeit.

Quelle: Matthias Mayer

Stadtallendorf. Bevor das bewährte Sitzungspräsidenten-Paar gestern Vormittag das Wort hatte, wünschte FCKK-Chefin Cornelia Prill den Gästen in der vollbesetzten Stadthalle für das neue Jahr Gesundheit, Kraft, kluge Gedanken und die Gabe, anderen zuzuhören.

Der Auftakt erfolgte nach alter karnevalistischer Tradition. René Misar und Tanja Pietsch, das Prinzenpaar des Vorjahres, intonierten den Einzugsmarsch. Begleitet von zwei Garden zogen Prinzessin Andrea I. und Prinz Jens I. mit dem Festkomitee ein. Und die Blauen Funken, trainiert von Natascha Hermann und Gisela Homburg, verbreiteten mit zwei Tänzen gleich karnevalistische Stimmung im Saal. Die Naumanns begrüßten mit launigen Worten die Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Karneval. Wenn sie einmal daneben lagen, sagten die Eheleute einfach „Londorf“. Christel Rohm-Naumann klärte das Publikum auf. Die FCKK-Aktiven seien während der kurzen Kampagne häufig auch außerhalb des Ostkreises unterwegs. Am Samstagabend in Londorf. Und es wurde spät - oder besser gesagt: früher Morgen.

Kremer: Tragfähigkeit der Mitte nimmt ab

Dann war aber Schluss mit lustig. Der junge Musikschüler Elias Theis beeindruckte am Klavier. Er spielte zwei Ohrwürmer der klassischen Musik: Beethovens Für Elise und Mozarts Türkischen Marsch. Dabei zeigte er einen für sein Alter ungewöhnlich kraftvollen Anschlag.

Friedhelm Kremer, 2. Vorsitzender des FCKK, trat zum 25-jährigem Bestehen seines Vereins zum vierten Mal in die Bütt, um das vergangene Jahr zu bewerten. Sein Urteil: 2015 war das dramatischste Jahr sei Beendigung des Zweiten Weltkriegs. Kriege, Terrorismus, Flüchtlingsdramen, miteinander verbundene Krisen und schreckliche Ereignisse seien Begleiter des Jahres gewesen. Der Islamische Staat und das Assad-Regime trieben die Menschen in die Flucht und stärkten damit in Europa die Parteien am ganz rechten Rand. „Die Tragfähigkeit der Mitte nimmt deutlich ab“, diagnostizierte er. Der IS-Terror ziele auf Europa, treffe Frankreich, Deutschland und sogar Stadtallendorf, sagte er unter Hinweis auf den durch Terroristen-Hand in Istanbul umgebrachten Mitbürger.

Somogyi: Integration kann nur mit Engagement gelingen

Kremer war für eine Zuwanderung mit Augenmaß, ohne die Deutschland seinen Lebensstandard nicht halten könne. „Auf das Wir kommt es an. Ohne das Wir haben wir kaum Hoffnung auf eine gute Zukunft.“ Sein Rat: Innehalten, Atem holen, Kräfte sammeln. Das hilft uns, die Herausforderungen zu bestehen.“

Die Herausforderungen für die Stadt skizzierte Bürgermeister Christian Somogyi (SPD), der ausführlich auf das aktuelle Haushaltsproblem einging. Der Haushalt habe ein Volumen von 60 Millionen, von denen Stadtallendorf fast 40 Millionen Euro weiterleiten müsse, sagte der Kämmerer, der erneut den von der Stadt zu zahlenden Solidaritätsbeitrag von 3,8 Millionen Euro kritisierte.

Trotz der prekären Situation werde in Stadtallendorf weiter kräftig investiert: 1,5 Millionen Euro für das Gemeinschaftszentrum, 5,3 Millionen Euro für den Bauhof, über neun Millionen für das Hallenbad, zehn Millionen Euro von Edeka und jeweils zweistellige Millionenbeträge von Winter und Ferrero.

Als große Herausforderung nannte der Bürgermeister die Flüchtlingssituation. Nach dem Endausbau der Hessen-Kaserne würden in Stadtallendorf 1400 Asylbewerber leben. Deren Integration könne nur durch das bürgerschaftliche Engagement der in den 180 Vereinen bewährten ehrenamtlichen Bürgerinnen und Bürgern gelingen.

von Matthias Mayer

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