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Informieren - bevor es zu spät ist

Forum Informieren - bevor es zu spät ist

Der demografische Wandel ist eine Herausforderung: Die Zahl der Senioren wächst - und damit auch zwangsläufig die Zahl der Kranken. Wie also lässt sich den betroffenen Menschen helfen?

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Schreiner Rainer Hofmann zeigt drei Besucherinnen seine Schubladen.

Quelle: Yanik Schick

Kirchhain. Maria Rittl ist 74 Jahre alt, hat keinerlei gesundheitliche Beschwerden und wirkt angenehm munter. Trotzdem sei es an der Zeit, sich über die Zukunft Gedanken zu machen, findet sie. Denn mit zunehmendem Alter drohe nun einmal der Verlust von Selbstständigkeit - und dem will gut vorgebeugt sein. „Ich möchte mich informieren, welche Möglichkeiten es gibt“, sagte Rittl am Samstag. Die Kirchhainerin zählte zu den Besuchern des Forums „Zukunft Lebensraum“, das im Bürgerhaus auf vielfältige Weise zeigte, wie sich ältere Menschen dabei helfen lassen können, ihren Lebensabend zuhause zu verbringen.

Altwerden in den eigenen vier Wänden - das ist natürlich auch der Wunsch von Maria Rittl. Deshalb würde sie gemeinsam mit ihrem Mann auch nicht davor zurückschrecken, einige bauliche Veränderungen im Haus vorzunehmen. Barrierefreiheit ist ihr ein wichtiges Anliegen: „Natürlich muss man immer abwägen, ob sich der Aufwand lohnt. Aber ich habe hier zum Beispiel schon einige gute Sachen im sanitären Bereich gesehen, mit denen man das Umfeld einfach umgestalten kann“, berichtet sie.

Vereine, Verbände und Firmen stellten aus

Das Soziale Netzwerk Kirchhain hatte die Info-Veranstaltung am Samstag und Sonntag in Zusammenarbeit mit der Stadt geplant und ausgerichtet. Im ganzen Bürgerhaus stellten Firmen, Vereine und Verbände verschiedene Varianten dar, die den Senioren den Alltag erheblich erleichtern können.

Der Schreiner Rainer Hofmann zum Beispiel präsentierte eigens hergestellte Schubladen, die besonders leicht zu bedienen sind. Eine Firma aus Marburg hatte hingegen einen Treppenlift zur einfachen Überwindung von Stockwerken im Gepäck. „Die Menschen sollen wissen, dass sie keine Angst vor dem Älterwerden haben müssen“, sagte Adelheid Sauer, die Vorsitzende des Sozialen Netzwerks.

Dies hänge auch damit zusammen, dass gerade in der jüngeren Vergangenheit viele verschiedene Pflegeangebote entstanden seien. Klaus Vering, der Leiter des Altenpflegeheims Haus Elisabeth, machte so während eines Vortrags deutlich: „Es ist schon lange nicht mehr so, dass Menschen zum Sterben zu uns kommen. Wir haben ein Konzept entwickelt, mit dem die älteren Leute nach einer Reha-Phase wieder nach Hause können.“

Werner Harbach war extra aus dem Ebsdorfer Grund nach Kirchhain gekommen, um sich einen Eindruck von den vielen Ideen zu verschaffen. „Ich bin 1939 geboren, da sollte man sich schon langsam Gedanken machen.“ Aktuell habe auch er noch keine allzu großen Probleme, aber in die Zukunft könne er ja auch nicht schauen.

Angesichts des demografischen Wandels und immer mehr älteren Menschen „ist diese Veranstaltung wichtiger, als man glaubt“, betonte der Kreisbeigeordnete Klaus Weber. „Wir müssen den Leuten das geben, was sie sich wünschen: zu Hause alt zu werden“, sagte auch Bürgermeister Jochen Kirchner.

von Yanik Schick

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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