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Indischer Bischof hält das Hochamt auf Deutsch

Stadtallendorf Indischer Bischof hält das Hochamt auf Deutsch

Außergewöhnlicher Besuch in der Gemeinde St. Katharina: Der indische Bischof Vargheses Chakkalakal feierte mit der Gemeinde am Sonntag das Hochamt.

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Der Bischof der indischen Diözese Calicut zelebrierte das Hochamt in St. Katharina. Foto: Alfons Wieber

Stadtallendorf. Mit großem Beifall hieß die katholische Kirchengemeinde St. Katharina am Sonntagvormittag in der Pfarrkirche in der Altstadt ihren hohen Besuch willkommen. Der Bischof von Calicut, Vargheses Chakkalakal, war zu Gast. Er feierte als Hauptzelebrant gemeinsam Pfarrer Jerome Chinganthara, der in der Diözese Calicut beheimatet ist, dem Hausherrn Pfarrer Diethelm Vogel und Pfarrer Karl Josef Aschenbach das Hochamt.

Der Bischof befindet sich derzeit auf einer Europareise, die ihn bereits ins italienische Rom, andere europäische Länder und deutsche Städte geführt hat. Gleichzeitig wirbt er während seiner Besuche auch um Unterstützung für seine Diözese. Der indische Pfarrer Professor Dr. Jerome Chinganthara ist kein Unbekannter in Stadtallendorf. Der promovierte Kirchenrechtler war bereits mehrfach in Deutschland und unterstützt im Zuge seiner weiterführenden theologischen Studien bereits seit November vergangenen Jahres die drei Stadtallendorfer Gemeinden St. Katharina, St. Michael und Christkönig in der liturgischen Arbeit. Er wird Stadtallendorf im Oktober allerdings wieder verlassen. Pfarrer Vogel hob hervor, dass Bischof Chakkalakal als Hauptzelebrant den Gottesdienst vollständig in deutscher Sprache gehalten hatte.

Die Diözese Calicut liegt an der südwestlichen Spitze des indischen Subkontinentes. Sie ist flächenmäßig etwa halb so groß wie Hessen. Allerdings leben dort nur knapp 40000 katholische Christen. Das sind lediglich rund 0,4 Prozent der dortigen Gesamtbevölkerung.

Diese werden von etwa 110 Priestern betreut. Von dem Verhältnis von einem Geistlichen auf etwa 350 Gläubigen kann die katholische Kirche in Deutschland nur träumen. Pfarrer Vogel betreut in Stadtallendorf rund 6000 emeindemitglieder. Den indischen Geistlichen stehen noch weitere 16 Ordensbrüder und etwa 650 Ordensschwestern zur Seite. Die Anfänge der Christianisierung in der Region um die Diözese Calicut reichen zurück bis ins Jahr 1500. Ganz in der Nähe von Calicu war der Portugiese Vasco De Gama am 20. Mai 1498 am Strand von Kappad gelandet. Die ersten Franziskaner- und Diözesanpriester kamen am 13. September 1500 in Calicut an. Die Diözese selbst wurde im Jahr 1923 aus Teilstücken von drei anderen Bistümern abgezweigt und gegründet.

Vargheses Chakkalakal war zunächst Bischof in Kannur. Seit 2012 ist er Bischof von Calicut mit der Muttergottes-Kathedrale als Hauptkirche.

von Alfons Wieber

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