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In kleinen Kunstwerken stecken viele Stunden Zeit

Ostereiermarkt In kleinen Kunstwerken stecken viele Stunden Zeit

Wie vielfältig sich Eier künstlerisch gestalten lassen, zeigen an diesem Wochenende rund 30 Aussteller im Mardorfer Bürgerhaus während der 38. Auflage des Erfurtshäuser Ostereiermarktes.

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Bettina Bocherding (links) und Elke Lenz sind Meister der sorbischen Kratztechnik.

Mardorf. Mit einem Drehmel und Zahnarztaufsätzen bearbeitet Bernd Harbusch die feine Eierschale. Ehefrau Kunigunde kümmert sich derweil um die Malerei. Zwischen 3 und 40 Stunden investiert das Ehepaar aus Homberg/Efze in seine kleinen Kunstwerke, die es erstmals während des Erfurtshäuser Ostereiermarktes präsentiert.

Alte Hasen sind im Vergleich die heimischen Künstlerinnen wie Rita Gockel oder Hildegard Kempf, die Oberhessische Wachsbatikeier gestalten. Ebenfalls seit vielen Jahren dabei sind beispielsweise Elke Lenz und Bettina Bocherding, die sich der Sorbischen Wachsbatik-Technik verschrieben haben. Und das nach allen Regeln der Kunst: Sechsmal in Folge hat Bocherding in ihrer Heimat Bautzen den Wettbewerb um das schönste Sorbische Osterei gewonnen -in der Königsdisziplin „batik mehrfarbig“. Damit trat sie in die Fußstapfen von Mutter Elke, die sich ebenfalls gleich mehrfach in die Siegerliste eingetragen hatte. „Färben, tupfen, färben, tupfen“, verraten sie ihr Geheimrezept und ergänzen, dass sie für ein Ei mindestens zwei Stunden brauchen. Nach oben sei der Zeitaufwand indes nicht zu begrenzen.

Neben den unterschiedlich gestalteten Kleinst- und Feinstkunstwerken warten eine Vielzahl an historischen Tüchern auf die Besucher. Als Expertin hatte bei dieser Zusatzausstellung, deren Besonderheit ein Leiterwagen mit Erntetuch ist, die 86-jährige Rosa Linne fungiert. „Sie war uns eine große Hilfe, denn sie gehört zu den wenigen Menschen, die sich mit diesem Brauchtum noch auskennen“, lobte Martina Rhein vom Erfurtshäuser Brauchtumskreis, der die dreitägige Veranstaltung im Nachbardorf ausrichtet.

Doch damit noch immer nicht genug: Aus der Schwalm sind noch Mitglieder des Brauchtumskreises Loshausen vertreten: Sie informieren über Weißstickerei und lassen sich bei ihrer Kleinkunst über die Schultern schauen.

Der Markt im Mardorfer Bürgerhaus ist am heutigen Samstag von 10 bis 18 Uhr und am morgigen Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

von Florian Lerchbacher

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