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In der Osternacht erklingt Orgel wieder

Sturmschaden In der Osternacht erklingt Orgel wieder

Erst gegen 21 Uhr rückten Feuerwehr und Dachdeckerunternehmen am Montagabend von der Einsatzstelle an Pfarrkirche ab. Die Aufräumarbeiten im Inneren dauerten bis in die Nacht.

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Gestern Nachmittag stellte ein Unternehmen ein Gerüst an der Fassade der Pfarrkirche St. Elisabeth auf. Foto: Michael Rinde

Kirchhain. Pater Josuas große Hoffnung, bereits gestern Morgen wieder eine Messe in der Pfarrkirche St. Elisabeth feiern zu können, hatte sich noch am späten Montagabend zerschlagen. Es wäre zu unsicher gewesen. Kurzfristig fiel auch die Entscheidung, die Hindenburgstraße in Höhe der Kirche weiterhin zu sperren. Erst gestern Nachmittag, nach weiteren Dacharbeiten, hob die Stadt die Sperrung wieder auf. Am Nachmittag stellte eine Fachfirma ein Gerüst für die weiteren Dacharbeiten auf.

"Messe am Gründonnerstag in jedem Falle halten"

Pater Josua war sich gestern sicher: „Wir haben so geplant, dass wir die Messe am Gründonnerstag in jedem Falle halten können.“ Die Gemeinde nehme großen Anteil an der Situation. Pater Josua berichtete von zahlreichen Hilfsangeboten. „Das baut auf“, freute er sich trotz allem Stress durch das unerwartete Unglück zu Beginn der Karwoche. Gestern waren sowohl das Kreisbauamt als auch Fachfirmen vor Ort, um den Schaden zu begutachten. Am Spätnachmittag war ein Termin mit Gutachter und Architekt geplant.

Dessen Ergebnis: Glücklicherweise gelang es trotz offenem Dach und weiterem Starkregen, die sanierte Kirchenorgel zu sichern. Kein Tropfen Wasser drang an die Orgelpfeifen und das empfindliche Innenleben der Orgel. „In der Osternacht wird sie wieder erklingen“, verspricht Pater Josua. Das Dachdeckerunternehmen habe ihm zugesagt, dass bis zum nahen Osterfest alles so hergerichtet wird, dass kein Wasser mehr eindringe. An anderer Stelle ließ es sich im Kirchenschiff nicht verhindern, dass das Wasser sich einen Weg ins Innere suchte. Einige Kirchenbänke mussten abgedeckt werden, an mehreren Stellen der Deckenkonstruktion sind Wasserflecken gut zu sehen.

Kostenfrage noch ungeklärt

Deswegen ist sich Pater Josua auch gar nicht sicher, ob es bei der ersten groben Kostenschätzung von 50000 Euro bleiben wird. Denn auf dem Dachboden sind die Spannplatten vom eingedrungenen Wasser durchgeweicht. Außerdem wird sich der Verwaltungsrat nach Ostern mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob nun nicht das gesamte Kirchendach saniert wird.

Klar ist bereits, dass das Dach ohnehin auf einer Breite von mindestens fünf Metern zusätzlich neugedeckt werden muss. „Wenn wir das Dach komplett sanieren, dann brauchen wir Hilfe von der Diözese Fulda“, sagt Pater Josua. Die Gemeinde allein könne das nicht schaffen. Für die Kirchhainer Feuerwehr endete der Einsatz nach vier Stunden. Sie war mit 25 Einsatzkräften an der Sicherung des Daches und der Orgel beteiligt gewesen. „Insbesondere bei kurzen aber heftigen Sturmböen können enorme Saugkräfte entstehen, die in der Lage sind, ganze Dach- und Giebelbereiche zu zerstören.“, erläuterte Kirchhains Stadtbrandinspektor Reinhold Bonacker.

von Michael Rinde

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