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In Schiffelbach leben die Traditionen

Dorfjubiläum In Schiffelbach leben die Traditionen

Einen Frühsommertag wie aus dem Bilderbuch haben Tausende Menschen dazu genutzt, in Schiffelbach einen Einblick in altes Handwerk, in mittelalterliche Bräuche und in die moderne Landwirtschaft zu gewinnen.

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Konrad Owzareck zeigte der kleinen Femke den richtigen Umgang mit Ton.

Schiffelbach. Das gute Wetter nutzten am Sonntag tausende Menschen aus der Region für einen Besuch beim stehenden Festzug in Schiffelbach. „Mehr Glück als wir kann man eigentlich gar nicht haben“, rief Jens Berkenkopf. Als Teil des Autorenteams der Chronik - die ist schon seit Tagen vergriffen - gehörte er zu den Organisatoren des Festes. Schon am Donnerstag beim Festkommers sei es zwar kühl, aber trocken gewesen, freute er sich.

Im Mittelpunkt des Festzugs stand das Handwerk, gleich ob neu oder alt. Schreiner, Drechsler, Stukkateure, Zimmerer oder Gartenbauer: Schiffelbach zeigte mit breiter Brust, was es kann - und wenn es etwas nicht kann, dann gibt es sicher jemanden aus den Nachbardörfern, der es kann. Zwischen die Stände der Handwerker, die immer wieder Kostproben ihrer Kunst darboten, mischten sich Damen mit Stickereien oder der Hausapotheke, Bildhauer, Glaser, aber auch Sportangebote.

Als wenn es nicht schon genug zu schauen gäbe, hatten die Schiffelbacher auch auf den drei Aktionsbühnen für ein niemals endendes Programm gesorgt: Immer wieder traten Trachten- und Kindergruppen auf. Der Posaunenchor aus Lischeid, Winterscheid und Heimbach begeisterte, besonders aber auch die heimischen Bläser der Gemündener Feuerwehr. Im Verlauf des Nachmittags waren es dann die Posaunenchöre aus Grüsen und Mohnhausen, aus Hatzbach und aus Erksdorf, die Akzente­ setzten. Eine große Bühne gab es dabei nur im alten Dorfkern, die übrigen „Aktionsbühnen“ befanden sich mitten auf der Straße - wie bei einem Platzkonzert scharten sich umgehend Dutzende Menschen um die Musiker oder Tänzer und sorgten für Stau auf den Straßen des Dorfes. Doch der war gut zu verkraften, denn es gab überall etwas zu sehen. Wenn es nicht die Schiffelbacher waren, dann spielten andere den Blickfang: Die Hauberner Landjugend warb in Tracht auffällig für ihr Geburtstagsfest am nächsten Wochenende. Auch die Kirche zog Menschen an: Der Gottesdienst auf Schiffelbacher Platt war für Außenstehende ein Mysterium, doch Orgel- und Kirchenkonzerte waren Ruhepole im quirligen Treiben auf den Straßen des 300-Seelen-Dorfes.

von Malte Glotz

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