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In Italien hat der Umbruch schon stattgefunden

Städtepartnerschaft In Italien hat der Umbruch schon stattgefunden

Die Städtepartnerschaft lebt, auch über Sprachprobleme, Landes- und Altersgrenzen hinweg: Der Tuoro-Club Roßdorf pflegt seit seiner Gründung im Jahre 1995 intensiv die Freundschaft mit Tuoro sul Trasimeno in Umbrien.

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Christine Ried (links) und Rita Luzius sind seit der Gründung des Tuoro-Clubs im Vorstand aktiv.Foto: Karin Waldhüter

Roßdorf. Vom 6. bis 9. Juli wird in Roßdorf und Erfurtshausen die 30-jährige Partnerschaft von Amöneburg und Tuoro sul Trasimeno gefeiert. Geplant ist ein Ringpartnerschaftstreffen der vier Partnergemeinden Château Garnier (Frankreich), Tragwein (Österreich), Tuoro sul Trasimeno (Italien) und Amöneburg.

Zwei, die von Anfang an die Städtepartnerschaft gepflegt haben, sind Tuoro-Club-Schriftführerin Christine Ried und Kassiererin Rita Luzius - die auch schon dem Vorstand angehörten, nachdem sich der Tuoro-Club 1995 offiziell als Verein gegründet hatte. Die Partnerschaft zwischen Amöneburg und Tuoro sul Trasimeno war zu diesem Zeitpunkt bereits acht Jahre alt. „In Mardorf war es die Feuerwehr, in Erfurtshausen die Tanzgruppe und in Roßdorf zunächst der Sportverein und einige Bürger, die bestrebt waren, die Partnerschaften aufrechtzuhalten“, erinnert sich Ried. Erst auf lockerer Basis und dann als eingetragener Verein habe sich der Tuoro-Club der Pflege der Städtepartnerschaft gewidmet. Vereinsgründer sind der bereits verstorbene Heinrich Luzius und Edgar Nasemann. Bis Februar 2017 fungierte Nasemann als Vereinspräsident, dann übernahm Petra Maus die Aufgaben.

Christine Ried kann sich noch genau an das Jahr 1992 erinnern, als sie zum ersten Mal von der Städtepartnerschaft erfuhr. „In der Oberhessischen Presse hatte ich gelesen, dass noch Gasteltern gesucht werden“, erinnert sie sich - damals 32-jährig. Ihre Familie nahm ein italienisches Ehepaar auf, zu dem noch heute ein guter Kontakt besteht. Mittlerweile sind die beiden Umbrier 80 beziehungsweise 87 Jahre alt. „Entstanden ist eine Freundschaft über Landes- und Altersgrenzen hinweg“, sagt Ried und ergänzt: „Die Sprache ist für diejenigen, die sich darauf einlassen, kein Problem.“ Früher hätten sie sich mithilfe eines Wörterbuchs verständigt, heute helfe die Technik oder auch einmal die englische Sprache.

Siebenmal hat Ried Delegationen bei offiziellen Treffen begleitet, viele private Besuche in Italien kommen hinzu. 10- bis 15-mal ist Rita Luzius dort gewesen. „Edgar Nasemann ist mein Schwager - und so waren wir dann auch einfach mit dabei“, erinnert sich Luzius.

Roßdorfer suchen noch Gastfamilien

In all den Jahren hat ihre Familie immer das gleiche italienische Ehepaar, das im Vorstand des italienischen Roßdorf-Clubs aktiv ist, aufgenommen. Doch die Gemeinden haben nicht nur glückliche und schöne Zeiten geteilt, sondern standen auch in schweren Zeiten zusammen. Rita Luzius war mit dabei, als eine Abordnung aus Amöneburg Anfang der 2000er-Jahre nach einem Erdbeben Geldspenden nach Tuoro überbrachte.

Eine weitere Begebenheit ist der Vereinskassiererin in Erinnerung geblieben: 1997 habe sich extra eine Tanzgruppe gegründet und die Gruppe sei in Tracht aufgetreten. „Das war der Hit damals und ein tolles Fest“, erinnert sich Luzius und ergänzt: „Wir haben schon sehr, sehr viele schöne Feste gefeiert.“

Die beiden Frauen sehen indes in der Jugend einen wichtigen Faktor für die Zukunft der Städtepartnerschaft. Entsprechend liegt gerade der Jugendaustausch dem Verein besonders am Herzen. Derzeit sei die Situation allerdings etwas schwierig berichten sie und betonen, dass die Interessen der Jugendlichen oft andere seien.

Die Altersspanne in dem 90 Mitglieder zählenden Verein liegt derzeit zwischen 24 und 85 Jahren. „Es fehlen momentan junge Mitglieder, die nachkommen“, beschreibt Ried. Deshalb freut es sie besonders, dass in Italien ein Generationswechsel stattgefunden hat und diesmal viele Familien mit Kindern kommen. „Ich habe die Hoffnung, dass das Bestehen damit gewährleistet ist“, so Ried. Zum Jubiläum werd es am Samstagvormittag, in Zusammenarbeit mit dem RSV Roßdorf und der Amöneburger Jugendförderung, daher auch ein gemeinsames Jugendprogramm für die Kinder aus Italien und der Großgemeinde geben - auch in der Hoffnung, dass so neue Kontakte entstehen.

Zum Festjubiläum werden 60 Gäste aus Italien, 20 aus Österreich und etwa zehn aus Frankreich erwartet. „Ich freue mich, dass viele neue italienischen Gäste und auch einige neue Gastfamilien dabei sind“, sagt Ried und hofft, dass vielleicht noch der ein oder andere Roßdorfer einen Besucher aufnimmt, um so Anschluss an den Verein zu finden.

von Karin Waldhüter

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