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In Betziesdorf endet eine Ära

Gunther Decker hört 2016 auf In Betziesdorf endet eine Ära

Die Dorfgemeinschaft Betziesdorf steht im Herbst vor einer großen Herausforderung: Sie muss eine neue Liste für die Wahl des Ortsbeirats zusammenbekommen.

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Ortsvorsteher Gunther Decker: „Es war eine schöne Zeit, aber alles geht mal zu Ende.“

Quelle: Matthias Mayer

Betziesdorf. „Das wird von mal zu mal schwieriger“, spricht Ortsvorsteher Gunther Decker aus seiner Erfahrung. In diesem Jahr wird es vermutlich besonders schwierig, weil der Kapitän von Bord gehen wird. Gunther Decker nutzte die Ortsbeiratssitzung am Dienstagabend, um seinen Rückzug aus dem Amt offiziell zu verkünden.

„Ich stehe für die nächste Legislaturperiode im Ortsbeirat und damit auch für das Amt des Ortsvorstehers nicht mehr zur Verfügung. Ich werde das Amt zur Wahl im März kommenden Jahres 21 Jahre lang innehaben. Es ist an der Zeit, dass sich jüngere Leute an dieser Aufgabe versuchen“, erklärte der Sozialdemokrat.

Rückzug nach 31 Jahren Kommunalpolitik

Der 64-Jährige hatte im Vorfeld gegenüber der OP seine frühzeitige Ankündigung damit begründet, dass nun alle Betziesdorfer genügend Zeit hätten, um sich über die Nachfolge-Frage Gedanken zu machen. Die Hoffnung des ganzen Ortsbeirats sei es, dass sich bei einer Bürgerversammlung im September genügend Kandidaten für eine verjüngte und schlagkräftige Wahlliste zur Ortsbeiratswahl fänden.

Mit dem Rückzug Gunther Deckers endet 2016 eine 31 Jahre währende kommunalpolitische Ära - nicht nur für Betziesdorf, sondern auch für Kirchhain.

1985 startete der Betziesdorfer in der Kirchhainer Stadtverordnetenversammlung seine kommunalpolitische Laufbahn, die ihn auch in den Magistrat führte. Zeitweise fungierte er in Kirchhain als Erster Stadtrat und damit auch als stellvertretender Bürgermeister.

Bei der Kommunalwahl im März 2011 kandidierte er nicht mehr für das Stadtparlament. Während seiner letzten Wahlperiode erwarb er sich große fraktionsübergreifende Anerkennung als unparteiischer und höchst kenntnisreicher Vorsitzender des Kirchhainer Bau- und Planungsausschusses. Das Amt des Ortsvorstehers hatte Gunther Decker 1995 übernommen.

Wer baggert aus: Stadt oder Jagdgenossen?

Und er übt es weiter mit vollem Einsatz aus. Der Ortsvorsteher berichtete dem Ortsbeirat, dass für Betziesdorf in diesem Jahr Verfügungsmittel in Höhe von 2800 Euro bereit stehen. Auf die ersten beiden Ausgaben einigte sich das Gremium im Handumdrehen.

Der Männergesangverein Liederkranz Betziesdorf soll zum 135-jährigen Bestehen eine Jubiläumsgabe erhalten. Und 250 Euro wollen die Ortsbeiräte in den Ankauf privater Utensilien eines aus Betziesdorf verzogenen Bürgers investieren. Dabei handelt es sich um einen Wärmewagen sowie diverse hochwertige Töpfe und Pfannen. Diese Ausrüstung sei zuletzt regelmäßig beim Weihnachtsmarkt eingesetzt worden. Ein Verbleib der Gerätschaften im Ort ermögliche es den örtlichen Vereinen, bei Festen im Dorf auch mal Suppe oder Gulasch anzubieten, erläuterte der Ortsvorsteher.

Ortsbeirat Manfred Peter regte an, einen Teil der Verfügungsmittel für die Pflege des Friedhofes durch ehrenamtliche Helfer zu verwenden. Mithilfe dieser Spende sollen Gerätschafte nangeschafft werden. Der Ortsvorsteher brachte den dringend erforderlichen neuen Außenanstrich ins Spiel. Angesichtder finanziellen Lage der Stadt Kirchhain glaube er nicht mehr an die Vergabe dieser Arbeiten an eine Fachfirma. „Wir müssen Leute für Eigenleistungen am Dorfgemeinschaftshaus mobilisieren“, sagte Gunther Decker. Er wolle im Rathaus anfragen, ob sich die Stadt an den Materialkosten beteilige. Der Ortsbeirat könne gegebenenfalls aus den Verfügungsmitteln einen Beitrag leisten.

von Matthias Mayer

Themen

Ausführlich befasste sich der Ausschuss mit offenen Fragen, die sich in der jüngsten Versammlung der Jagdgenossen ergeben hatten. Im Zentrum der Diskussion standen zwei Themen, zu denen es jeweils widersprüchliche Aussagen gibt:

  • Die Stadt Kirchhain hat den Teufelsgraben an den Fischereiverein Kirchhain verpachtet. Die Jagdgenossen wollten von der Stadtverwaltung wissen, welche Folgen das Pachtverhältnis auf die Pflege- und Ausbagger-Arbeiten durch die Jagdgenossen hat. Antwort 1: Der Teufelsgraben ist ein städtisches Gewässer. Alle Pflegearbeiten sind von der Stadt auszuführen. Antwort 2: Baggerarbeiten am Teufelsgraben durch die Jagdgenossen sind in Absprache mit dem Fischereiverein vorzunehmen. Da ist guter Rat teuer.
  • In Betziesdorf sind einige städtische Waldwege fast völlig zugewachsen. Wer ist für den Freischnitt zuständig? Auskunft des Bürgermeisters: Hessen Mobil. Auskunft von Hessen Mobil: Wir werden nur tätig, wenn uns die Stadt kostenpflichtig einen Auftrag erteilt. Der Ortsbeirat kam überein, fällige Pflegearbeiten am Teufelsgraben und den Freischnitt von Waldwegen künftig bei der Stadt für weitere Entscheidungen anzuzeigen.
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