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Immer weiter Richtung Mitmachmuseum

Freizeit Immer weiter Richtung Mitmachmuseum

Stück für Stück verändert Dr. Astrid Wetzel das Naturschutz-Informationszentrum Amöneburg - sowohl optisch als auch inhaltlich. Ihr Fazit nach einem Jahr als Leiterin fällt kurz aus: "Es läuft."

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Astrid Wetzel und Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg – die Stadt ist Träger des Naturschutz-Informationszentrums – präsentieren das Programm 2015 und das neueste Präparat: einen Storch, für den noch ein Name gesucht wird.

Quelle: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Auf keinen Fall käme Astrid Wetzel auf die Idee, Altbewährtes aus dem Angebot des Naturschutz-Informationszentrums Amöneburg (Niza) zu streichen oder beliebte Ausstellungsstücke zu entfernen. Allerdings nimmt sich die neue Leiterin sehr wohl das Recht heraus, die Einrichtung zu überarbeiten, auszumisten und zu ergänzen. Die Vitrinen wirken jetzt beispielsweise weniger überfrachtet, was daran liegt, dass zum einen weniger Exponate darin liegen, und zum anderen weniger Informationen vermittelt werden. Damit trägt Wetzel dem veränderten Verhalten von Museumsbesuchern Rechnung, die heutzutage zumeist weniger lesen möchten und auf eine ansprechende Präsentation Wert legen. Gleichzeitig entspricht das Konzept aber auch ihrer eigenen Art, die Menschen während Exkursionen für Themen zu begeistern: Statt zu dozieren, lässt die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin die Teilnehmer fühlen, riechen oder schmecken - oder einfacher gesagt: Möglichst alle Sinne sollen zum Einsatz kommen.

Kurz gesagt: Das Niza wird moderner. Neben den Mikroskopen und der Insektensammlung stehen heutzutage beispielsweise digitale Bilderrahmen, über die Informationen über FFH- oder Vogelschutzgebiete flackern. Veraltete technische Geräte sind verschwunden: „Zumeist habe ich einen Laptop dabei“, betont Wetzel und freut sich, die Einrichtung so auch für junge Menschen attraktiver zu machen.

Besonders für Kinder macht die Ausrichtung als Mitmachmuseum das Niza interessant. Vor allem, da sie die Ergebnisse ihres Engagements dann auch in Vitrinen bewundern können -momentan werden zum Beispiel die Ergebnisse von jungen „Vogeldetektiven“ der Stiftsschule ausgestellt.

Programmpunkte haben jetzt modernere Titel

In anderen Vitrinen geht es, passend zu Amöneburg, um Basalt, um Eier, um die Vogelwelt oder das Schweinsberger Moor. Vor allem bei den angebotenen Exkursionen wird Wetzels Einfluss besonders deutlich, da ihr Schwerpunkt weniger auf der Welt der Vögel als auf der Fauna liegt. So bietet sie zum Beispiel Exkursionen wie „Auf Knospenfühlung“ mit haptischen Erlebnissen an oder auch einen Ausflug in die „bunte Welt der Pilze“. Neu im Programm ist zum Beispiel eine „Libellenführung“, die sie gemeinsam mit Monika Schütz, einer Expertin aus Gießen, anbietet. Gleichzeitig gehören Klassiker wie der „Blick auf ein Storchennest“, das Vogel beobachten an der Radenhäuser Lache oder „Der Himmel voller Stare“ im Schweinsberger Moor weiterhin zum Programm, was natürlich ein Verdienst von Robert Cimiotti, dem Vogelschutzbeauftragten der Stadt und ehemaligen Niza-­Leiter zu verdanken ist. Unterstützung bekommt er, wie in den vergangenen Jahren auch, von Tobias Ochmann.

Auffällig ist, dass die Programmpunkte modernere Titel haben. Gute Beispiele sind die noch nicht terminierte „Batnight“, in der sich alles um Fledermäuse dreht, oder „Die Meistersänger vom Berg“, in der die Nachtigall im Fokus steht.

Da Wetzel sich auch für das Naturerlebnis Erlensee engagiert, kommt es an dieser Stelle zu einer verstärkten Kooperation. „Sie hat sich super eingearbeitet“, freut sich Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg und hebt das große Engagement der neuen Leiterin hervor, die sich auch bei anderen Themen mit Anregungen und Ideen einbringe. Beim Niza habe die Stadt als Träger das Budget inzwischen ein bisschen erhöht: „Aber es lohnt sich“, kommentiert der Rathauschef.

Das Niza befindet sich zusammen mit dem Stadtmuseum im Fachwerkhaus hinter dem Amöneburger Rathaus. Die Einrichtung ist von April bis Oktober jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Interessierte - vor allem auch Schulklassen und Kindergartengruppen, können mit Astrid Wetzel separate Termine vereinbaren (Telefon 0151/64613390). Weitere Informationen gibt es im Internet auf der Niza-Facebook-Seite http://goo.gl/XrqOEF, die auch ohne eigenen Account bei dem sozialen Netzwerk einsehbar ist.

Das Programm des Naturschutz-Informationszentrums Amöneburg im Überblick

- Sonntag, 15. Februar, 14 bis 16 Uhr, Naturerlebnis Erlensee: „Auf Knospenfühlung“ mit Astrid Wetzel.

- Sonntag, 15. März, 19 bis 20.30 Uhr, Niza: „Huuuhuuuu oder Uhu? Eule, Käuzchen oder Uhu? Eine nächtliche Stimmenjagd“ mit Tobias Ochmann.

- Sonntag, 29. März, 14 Uhr, Niza: „EierEi – im NIZA geht es rund: Mosaike aus Eierschalen basteln, Experimente mit Eiern, Eier bemalen – naturgetreu oder phantastisch.“

- Sonntag, 12. April, 14 bis 16 Uhr, Niza: „Frühlingserwachen – in die Botanik am Heckenhain“ mit Astrid Wetzel.

- Sonntag, 19. April, 14 bis 15 Uhr: „Hotspot Radenhäuser Lache – Vögel beobachten“ mit Tobias Ochmann und Robert Cimiotti.

- Sonntag, 26. April, 14 bis 15.30 Uhr, Treffpunkt steht noch nicht fest: „Laubfrosch-äpp? Dem kleinen König auf der Spur“ mit Astrid Wetzel.

- Sonntag, 3. Mai, ab 7 Uhr, Parkplatz Lindaukapelle: „Die Meistersänger vom Berg. Im ­Revier der Nachtigall“ mit ­Tobias Ochmann und Robert Cimiotti.

- Sonntag, 17. Mai, 10 bis 16 Uhr, Brücker Mühle: „NIZAround“, Vortrag­ von Robert Cimiotti zum Naturschutz-Erlebnis-tag 2015, anschließend Radtour mit Astrid Wetzel.

- Sonntag, 7. Juni, 7 bis 9 Uhr, Rastplatz Gollgarten: „Lauschiges“ – Vogelstimmen im Naturschutzgebiet mit Tobias Ochmann und Robert Cimiotti.

- Sonntag, 14. Juni, 14 bis 16 Uhr, Naturerlebnis Erlensee: „Blätterrauschen“ – mit Astrid Wetzel zu den Bäumen des Jahres.

- Sonntag, 21. Juni, 11 bis 12.30 Uhr, Naturerlebnis Erlensee: „Jungfern im Blauen“ – Libellenführung mit Astrid Wetzel und Monika Schütz.

- Sonntag, 5. Juli, 14 bis 15.30 Uhr, Radenhäuser Lache: „Blick auf ein Storchennest“ mit Tobias Ochmann und Robert Cimiotti.

- Sonntag, 6. September, 14 bis 15 Uhr, Radenhäuser Lache: „Unsere Vogelwelt“ mit Robert Cimiotti.

- Sonntag, 13. September, 14 bis 16.30 Uhr, Brücker Wald: „Bunte Welt der Pilze. Bunt = giftig?“ mit Astrid Wetzel.

- Sonntag, 18. Oktober, 17.30 bis 18.30 Uhr, Parkplatz am Schweinsberger Moor: „Der Himmel voller Stare?“ Im Schweinsberger Moor mit Tobias Ochmann und Robert Cimiotti.

- Sonntag, 25. Oktober, 11 bis 15.30 Uhr, Brücker Mühle: „NIZAround“ – Radtour mit Astrid Wetzel.

- Noch nicht terminiert sind:

„Batnight“, „Würzwisch-Wanderung“ und die Thementouren per Rad.

Teilnehmer sollten zu vogelkundlichen Exkursionen ein Fernglas mitbringen und bei allen Exkursionen und Führungen an entsprechende Kleidung, Schuhwerk und Sonnenschutz denken. Die Veranstaltungen sind kostenfrei.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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