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Immer dienstags bleibt das Bad dicht

Personalmangel Immer dienstags bleibt das Bad dicht

Was im April nur als eine Befürchtung im Raum stand, ist in Kirchhain Realität geworden. Mangels Fachpersonal ist das Freibad seit Anfang Juli nur noch eingeschränkt geöffnet.

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Immer dienstags muss Kirchhains Freibad seit Monatsbeginn geschlossen bleiben. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Kirchhain. Die 25-Grad-Marke war am vergangenen Dienstag wieder einmal deutlich überschritten. Wer Lust auf eine Abkühlung hatte, lief am Kirchhainer Freibad leider vor eine verschlossene Tür. Das Bad ist seit Monatsbeginn an jedem Dienstag geschlossen, auch die weiteren Öffnungszeiten musste die Stadtverwaltung deutlich reduzieren.

Das hat keine Spargründe, wie mancher Kirchhainer Badegast bereits angesichts der Haushaltslage und steigender Gebühren mutmaßte. Es fehlt das Fachpersonal für die Chlorgas-Anlage oder die Überwachung der Wasserqualität im Bad. Momentan verfügt die Stadt Kirchhain noch genau über einen Mitarbeiter, der die nötige Qualifikation dafür hat. „Die eigentliche Badeaufsicht am Beckenrand können wir dank ehrenamtlicher Rettungsschwimmer sicherstellen“, sagt Bürgermeister Jochen Kirchner auf Anfrage dieser Zeitung. Doch die dürften nicht für die Chlorgasanlage verantwortlich zeichnen. Und da jener verbliebene, erfahrene Mitarbeiter nicht an sieben Tagen in der Woche alleine Dienst machen kann, kommt es zur jetzigen Situation im Freibad.

Eigentlich hatte die Stadt einen weiteren qualifizierten Mitarbeiter als Saisonkraft sicher. Doch der habe nach vier Wochen eine andere Stelle in Frankreich angenommen und stehe nicht mehr zur Verfügung. Er war bereits eine Ersatzkraft für eine Saisonkraft, die die Stadt verpflichtet hatte.

Alle Bemühungen, auf dem Arbeitsmarkt einen Ersatz zu finden, sind gescheitert. „Der Markt ist im Moment leergefegt“, macht Kirchner klar. Auch der Versuch, bei den Nachbarstädten Stadtallendorf oder Neustadt Unterstützung zu bekommen, brachte keinen Erfolg. Beide Städte, so Kirchner, haben keine Mitarbeiter, die sie derzeit entbehren könnten. Das Ergebnis: „Für diese Saison, das muss ich leider sagen, ist das wohl gelaufen“, bekennt Kirchner.

In der Vergangenheit hatte die Stadt auf Unterstützung von der Betreibergesellschaft des Hallenbades zählen können. Doch diese Option gibt es ebenfalls nicht mehr, gleichfalls aus Personalmangel. Anfang April hatte die OP bereits ausführlich über die Personalengpässe bei den Ostkreis-Städten bei den Hallen- und Freibädern berichtet. Seinerzeit fehlten bereits fünf Fachkräfte für die heimischen Bäder. Dabei stand vor drei Monaten vor allem die Aufsicht am Beckenrand im Fokus. Bei der jetzigen Kirchhainer Misere geht es um um eine Fachkraft, die gleichzeitig auch die komplette Technik bedienen kann.

Doch wie soll es langfristig mit dem Personal im Kirchhainer Freibad weitergehen, etwa in der Saison 2015? „Wir versuchen derzeit, unter unseren Mitarbeitern jemanden zu gewinnen, der bereit wäre, eine Zusatzausbildung zu machen“, antwortet Bürgermeister Kirchner. Die Badegäste bekommen die Personalprobleme der Stadt aber nicht nur an den Dienstagen zu spüren: Aktuell gelten folgende Öffnungszeiten: montags und von mittwochs bis sonntags von 12 bis 18 Uhr, bei guter Witterung von 11 bis 19 Uhr. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr war das Kirchhainer Freibad an jedem Tag von 10 bis 20 Uhr geöffnet, bei schlechtem Wetter wurden die Öffnungszeiten allerdings verkürzt.

Ob die Stadt die Personalmisere auch bei den Freibad-Einnahmen zu spüren bekommt, kann die Verwaltung erst bei Saisonabschluss feststellen. An heißen Tagen wie jetzt mit erweiterten Öffnungszeiten besuchen rund 2000 Badegäste das Freibad.

von Michael Rinde

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