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Im dritten Anlauf sitzt der Zapfhahn

510. Trinitatis-Kirmes Im dritten Anlauf sitzt der Zapfhahn

Auch ohne neuen Junker Hans und Burgfräuleins gelang am Freitagabend der Start in die 510. Trinitatis-Kirmes. Bereits zum Fassanstich waren rund 200 Besucher im Festzelt, viele in bayrischer Tracht

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Pfarrerin Kerstin Kandziora, beobachtet von Bürgermeister
Thomas Groll, assistiert von Edgar Müller den Hahn ins Fass.

Neustadt. Zunächst machte sich Pfarrerin Kerstin Kandziora noch etwas locker, bevor sie dann beidhändig den großen Holzhammer schwang. Für sie war es eine persönliche Premiere, für Neustadt ebenfalls. Erstmals schlug eine evangelische Pfarrerin beim Geburtstagsfest der katholischen Kirche das Fass an. Kandziora gelang es im dritten Anlauf, den Hahn weit genug in das Bierfass zu treiben. Das war der offizielle Start in die 510. Trinitatis-Kirmes. Bürgermeister Thomas Groll hatte vorher den Junker Hans 2013 und seine beiden Burgfräuleins verabschiedet. Sie haben allesamt keine Nachfolger. „Ich kann es bis heute nicht fassen, dass sich keiner gefunden hat. Ich ermutige jeden jungen Neustädter, sich das noch einmal zu überlegen. Es macht so viel Spaß“, sagte Antonio Köhler, Junker Hans außer Dienst.Bürgermeister Groll versprach vor dem Fassanstich, dass die offiziellen Bestandteile der Kirmes erhalten blieben, gemeint waren Junker Hans und Neubürgertrunk. Letzteren hatte die Stadt auf den Donnerstagabend, den Kirmes-Vorabend, verlegt. Aber es kam ungewollt ganz anders. Zwei Programmpunkte waren für den Donnerstag geplant: eine lebendige ökumenische Andacht und der Neubürgertrunk. Alles war für die Einführung der Neubürger durch Thomas Schmid und Carolyn Ruhl bestens vorbereitet. Die Schärpen waren angefertigt, die Gläser für die Neubürger standen bereit. Damit die ganze Gemeinde nicht den Weg zum Weidenbrunnen zurücklegen musste, hatte Klaus Groll in mühevoller Arbeit einen Blumen umrankten Nachbau des „Weireborn“ gebaut. Doch schließlich standen Thomas Schmid und Carolyn Ruhl ohne Neubürger neben dem Weidenbrunnennachbau. Zunächst hatten drei Neubürger zugesagt, dann sagten zwei ab und am Ende erschien niemand.

„Was haben Weihnachten, Ostern und die Trinitatiskirmes gemeinsam?“ wollte Bürgermeister Thomas Groll am Ende des ökumenischen Gottesdienstes wissen. Sie alle seien Feste von hohem Rang und wie die Adventszeit zu Weihnachten, die Fastenzeit zu Ostern sei der Kirmes der ökumenische Gottesdienst vorangestellt. Die Anwesenheit der vielen Gäste zeige, dass die Entscheidung richtig war, so Groll mit Blick auf die voll besetzten Bänke vor dem Wallgraben-Pavillon.

Zuvor hatten Kerstin Kandziora und Andreas Rhiel einen lebendigen ökumenischen Gottesdienst gestaltet, der unter dem Thema „Hopfen und Malz“ stand. „Heute und in den kommenden Tagen erleben wir Gemeinschaft bei unserer Kirmes“, betonte die Pfarrerin. Eine Kirmes hebe sich aus der Reihe der Feste noch einmal besonders heraus. Zum einen habe „die alte Dame“ hier im Ort, also die Kirche, Geburtstag und aus diesem Anlass gebe es ein Volksfest. „Und so etwas tut gut, da feiert nämlich die Gemeinschaft von den Menschen, die in unserer Stadt zusammenwohnen und leben und vielleicht sogar arbeiten“, so Kandziora. „Eine Kirmes kann auch die Gemeinschaft untereinander nähren“, betonte sie.

Wenn man Kirmes höre, dann denke man auch an Bier, erklärte Pfarrer Rhiel, der eine Flasche Gestensaft gleich mitgebracht hatte. „Hopfen und Malz, Gott erhalt´s“, so laute eine Redensart und Gott erhalte beides im übertragenen und im wörtlichen Sinn. Musikalisch begleiteten die Trinitatisbläser unter der Leitung von Willi Reichenbach und der Evangelische Kirchenchor unter der Leitung von Wolfgang Goldner den Gottesdienst.

von Karin Waldhüter

und Michael Rinde

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