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Im Wohrataler Saloon kracht es gewaltig

Prunksitzung Im Wohrataler Saloon kracht es gewaltig

In 17 Jahren hat sich der Karneval in Wohratal stetig weiterentwickelt. Am Samstag gab es allein fünf heimische Gruppen, die das Programm mitprägten, sei es mit Lichtschwert, Tanz oder Gesang.

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Die „Wiesn Mädels“ des TSV Wohrataler zeigten sich bei der Prunksitzung bayrisch und in tänzerisch sehr guter Form. Fotos: Michael Rinde

Wohratal. Schon nach wenigen Minuten war Jens Ratz „gerupft“, wie er selbst formulierte. Dann war er ausschließlich Sitzungspräsident beim TSV Wohratal. Einmarschiert war er zunächst noch als Stadtallendorfer Karnevalsprinz Jens I. Doch nach einer vermeintlichen Wuttirade einer Wohratalerin wandelte er sich. Während der fast vierstündigen Sitzung zeigte sich aber, dass es inzwischen intensive freundschaftliche Bande zwischen dem Stadtallendorfer FCKK und Wohratal gibt. Die Stadtallendorfer steuerten mit den Tanzmariechen Alena Weitzel, den Feuerhexen und den „Welle Watz Weibern“ hochkarätige Auftritte zum Programm bei. Einen hervorragenden Gardetanz zeigten auch die Frauen des NKC.

Zunächst lüftete sich am Samstagabend aber das Geheimnis von Bühnendekoration und Motto. Der Elferrat residierte hinter Saloon-Kulissen, liebevoll und aufwendig gestaltet.

Der TSV Wohratal feierte am Samstagabend vier Stunden vor fast ausverkauften Haus mit Gästen aus dem ganzen Landkreis und fünf eigenen Gruppen.

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Es ist für die Wohrataler Narren kaum vorstellbar, dass sie einmal auf sie verzichten müssten, die Feuerfunken des Vfl Neustadt wie auch die Garde des Frauenvereins 1958 Neustadt. Beide lieferten grandiose, gleich mehrfache Auftritte ab - wobei die Frauen und Männer die kleinere und offenbar rutschige Bühne in Wohratal problemlos meisterten. Die „Feuerfunken“ präsentierten außerdem ihr Tanzpaar. Aus Neustadt kam auch der einzige Sketch, dargebracht von „Shit deppens“. Wohratals Vereine haben aber ebenfalls starke Karnevalisten. Das zeigte sich von Anfang an. Den Auftakt bei den heimischen Gruppen machten die Jüngsten, die Kindergruppe der Trachtengruppe Wohra.

Es folgte ein gestalterisch sehr anspruchsvoller Auftritt der Trachtengruppe Halsdorf. Bei Schwarzlicht imitierten sie einen der legendären Lichtschwert-Kämpfe aus „Star Wars“. Die „Wohraer Wiesn Mädels“ sind ein Eigengewächs des TSV Wohratal. Sie ließen es einen Moment urbayrisch auf der Bühne werden. Zug um Zug steigerte sich die Stimmung hörbar im fast ausverkauften Wohrataler Bürgerhaus. Nach einer Schunkelrunde hatten die jungen Tenöre ihren Auftritt, dieses Mal unter anderem als Zwerge. Das Lied stammt von den Jungen Zillertalern. Den Moment der Bombenstimmung nutzte Ratz. Er versprach die Zugabe beim „Festival gegen Krebs“, bei dem die Zillertaler dann live in Wohratal auftreten.

Die „Golden Girls“ sind längst zu einer Marke beim Wohrataler Karneval geworden, wie sich bei ihrem Auftritt am Samstag wieder zeigte. Wandlungsfähig und tänzerisch in Hochform wirbelten die Frauen der Trachtengruppe Wohra über die Bühne. Glanzlichter setzten dann zwei Männerballette: die Schoppendahles aus Sehlen und das Männerballett Homberg/Ohm. Letzterer waren am Vortag zweite beim „Grandprix der strammen Waden“ geworden. Dieses Mal interpretierten sie das Grillen. Zwei Schweine mussten dafür gewürzt werden. Ein Riesenspaß für Frauen und Männer im Publikum. Am Ende gab Ratz dann noch den Überraschungsgast, eine Showgröße aus Österreich, nachdem vorher eine große Marburger Abordnung mit dem Prinzenpaar an der Spitze aufgetreten war.

von Michael Rinde

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