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Im Parlament gibts keine Zweifler mehr

Treffpunkt Rüdigheim Im Parlament gibts keine Zweifler mehr

Die katholische Kirchengemeinde wird anstelle eines Trägervereins zukünftig den sanierten Treffpunkt in Rüdigheim betreiben und dabei entgegen früherer Pläne auch das Jugendheim behalten.

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Der Treffpunkt samt Feuerwehrgerätehaus wird ab Herbst saniert. Der angrenzende Kirchturm signalisiert es schon: Danach übernimmt die Gemeinde die Trägerschaft. Archivfoto: Matthias Mayer

Amöneburg. Inhaltlich gab es am Montagabend beim Thema Treffpunkt Rüdigheim keine Differenzen zwischen den Fraktionen. Amöneburgs Stadtverordnete billigten einstimmig die kurzfristig noch einmal aktualisierte Vorlage, in der es um die künftige Trägerschaft für den „Treffpunkt“ ging. Eine Änderung hatte Amöneburgs Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg kurzfristig noch vorgenommen: Die katholische Kirchengemeinde Rüdigheim hatte der Stadt Ende vergangener Woche mitgeteilt, dass sie die Trägerschaft für ihr Jugendheim nun doch behalten will (die OP berichtete am Samstag).

„Es war seinerzeit nicht unsere Idee, das Jugendheim zu bekommen. Es hätte uns auch mehr belastet als erfreut“, sagte Richter-Plettenberg bei Eröffnung der Diskussion. Dass das Stadtparlament überhaupt über einen solchen formalen Vertrag entscheidet, ist der grundsätzlichen Bedeutung geschuldet - und der Tatsache, dass der Treffpunkt dann zukünftig nicht mehr der Nutzungsordnung der Stadt unterliegen wird.

Bekanntlich wird die Stadt Treffpunkt samt Feuerwehrgerätehaus sanieren und umbauen. Dafür gibt die Stadt Amöneburg in Summe 240000 Euro aus. Redner mehrerer Fraktionen gaben sich alle Mühe, Bedenken hinsichtlich mangelnder Akzeptanz und ausbleibender Eigenleistung bei dem Projekt zu zerstreuen. Diese Bedenken waren im Haupt- und Finanzausschuss laut geworden (die OP berichtete).

Dirk Wieber (CDU) machte im Parlament klar, dass sich mittlerweile in Rüdigheim ein Bauausschuss gebildet hat, in dem Vereine und Ortsbeirat wie auch die Feuerwehr vertreten seien. „Die wollen jetzt was reißen“, sagte Wieber. Er bekam zusätzliche Rückendeckung von seinem Fraktionsvorsitzenden Jan-Gernot Wichert: „Ich habe keinen Zweifel daran, dass es dort jetzt vorangeht.“

Er habe zwar auch noch negative Stimmen gehört, doch die positiven überwiegten, erklärte Peter Greib von der Amöneburger Wählergemeinschaft (AWG). Winfried Kaul, Fraktionsvorsitzender der SPD, stieß ins gleiche Horn wie der Bürgermeister und begrüßte es, dass der Stadt mit dem Jugendheim ein weiteres Gebäude erspart bleibe.

In der Tat hat aus Sicht von Pfarrer Marcus Vogler im Verwaltungsrat die ungewisse Zukunft des Gebäudes bei einer Übernahme durch die Stadt den Ausschlag für den Meinungswechsel gegeben. „Uns ist in langer Diskussion bewusst geworden, dass wir bei einer Aufgabe des Heimes zunächst nichts eigenes mehr gehabt hätten“, erklärte Vogler gestern gegenüber dieser Zeitung.

Die Diskussion zwischen Stadt und Kirchengemeinde über die Treffpunkt-Trägerschaft läuft inzwischen zwei Jahre. Die Gemeinde habe sich für die Übernahme entschieden, weil sich ansonsten kein anderer Träger gefunden hätte. „Wir wollen, dass dort etwas passiert“, unterstrich Vogler. Allein der Raum im Obergeschoss müsse unbedingt saniert werden.

Für die Gemeinde entstehen jetzt zusätzliche Kosten für eine Hausmeisterstelle, Geld, das aber durch Einnahmen aus der Vermietung wieder hereingeholt werden soll. Was das Jugendheim angeht, so ist die Aufgabe des Gebäudes wohl nicht ganz vom Tisch. Zunächst wolle die Gemeinde erst einmal Erfahrungen mit der Treffpunkt-Trägerschaft machen, sagt Pfarrer Vogler.

Die Rohbauarbeiten sollen im Herbst, nach Abschluss letzter Planungen, beginnen.

von Michael Rinde

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