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Im Keller von Josef Prölß fing es an

Vereinsjubiläum Im Keller von Josef Prölß fing es an

Der Schützenverein „Hubertus“ feierte mit einem Festkommers seinen 50. Geburtstag. Der heute größte Verein Stausebachs war einst aus einer Bierlaune heraus entstanden.

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Die Gründungsmitglieder Gerhard Prölß (von links), Gerhard Fritsch und Alfred Bromm präsentierten ihre Urkunden. Foto: Yanik Schick

Stausebach. Vor genau 50 Jahren weilte eine kleine Gruppe amüsierter Stausebacher auf der Kirmes in Niederwald, schlenderte dort ein wenig um das Festzelt herum und blieb dabei insbesondere vor dem Schießstand hängen. Am Abend, gerade wieder zu Hause angekommen, peilten alle Kirmesgänger noch einmal das Haus von Josef Prölß an, in dessen Keller der Tag gemütlich ausklingen sollte.

Dass die Männer hier einen sehr weitreichenden Entschluss fassen würden, hätten sie vorher wohl nicht für möglich gehalten.„In guter Laune ist die Idee entstanden, wir könnten ja wieder einen Schützenverein gründen“, berichtete Gerhard Prölß, Josefs Sohn und damals einer der Jüngsten dieser Runde, von den einst ausschlaggebenden Gesprächen.

Der 72-Jährige wurde auf dem großen Festkommers im Schützenhaus neben Gerhard Fritsch und Alfred Bromm als eines der verbliebenen Gründungsmitglieder geehrt. Er wusste von unzähligen Geschichten zu erzählen, die der Schützenverein „Hubertus“ in einem halben Jahrhundert erlebt hat. So war damals aus der spontan Idee in Prölß‘ Keller relativ schnell ein echtes Konzept geworden. „Wir haben uns immer wieder getroffen und schließlich am 2. Oktober die Gründung festgelegt. Willi Kempf war unser erster Vorsitzender“, erinnerte sich Gerhard Prölß.

Schon 1890 hatte es in Stausebach einen Schützenverein gegeben. Der löste sich jedoch 1938 kurz vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges auf.

„Und unmittelbar nach dem Krieg durften ja keine Vereine bestehen, vor allem keine Schützenvereine“, so Prölß.Es dauerte also fast zwei Jahrzehnte, bis die Stausebacher eine alte Dorftradition wieder hatten aufleben lassen. Nach der Neugründung nahmen die motivierten Mitglieder schleunigst ihr erstes Projekt in Angriff - den Bau eines Vereinsheims.

Schon fünf Jahre später nahmen sie stolz ihr neues Schützenhaus in Betrieb. Direkt nebenan: die Kleinkaliber- und Luftgewehr-Schießanlagen, an denen so mancher Stausebacher im Laufe der Zeit zum erfolgreichen Schützen reifte. „Wir hatten sehr gute Leute, haben zweimal hintereinander den Hessischen Landespokal gewonnen und waren sogar bei den Deutschen Meisterschaften“, zählte Prölß die größten Vereinserfolge auf.

Aktuell ist „Hubertus“ in der Spitze nicht mehr so stark aufgestellt. Die Bedeutung des 150 Mitglieder starken Vereins für den Ort Stausebach ist dennoch ungemein groß. So veranstalten die Schützen seit 1967 das alljährliche Kirmeswochenende, richten zudem eigene Wettbewerbe wie das Hubertus-Schießen im Herbst und das Königs-Schießen im Frühsommer aus.

Und weil es in dem Kirchhainer Stadtteil inzwischen kein Gasthaus mehr gibt, ist das Schützenhaus auch unter der Woche Anlaufpunkt für Treffen und Geburtstagsfeiern. „Der Verein ist schon akzeptiert und gut unterwegs“, bemerkte der aktuelle Zweite Vorsitzende Klaus Eichler, der den Festkommers zum 50-jährigen Bestehen moderierte.

Dennoch sei der allgemeine Anreiz zum Schießsport gerade in der jüngeren Vergangenheit zurückgegangen. „Unser Ziel für die Zukunft ist einfach, die Attraktivität des Vereins wieder zu erhöhen. Wir wollen zum Beispiel unsere Schießanlagen für andere Disziplinen erweitern“, gibt Eichler voller Tatendrang vor.

Die Motivation, Dinge in die Hand zu nehmen und in die Tat umzusetzen, scheint bei den Verantwortlichen auch heute noch genauso groß wie bei der Gründung vor 50 Jahren.

von Yanik Schick

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