Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Im Juni wechselt der Kommandeur

Division Schnelle Kräfte Im Juni wechselt der Kommandeur

Am 13. Februar hatte Generalmajor Jörg Vollmer sein Kommando in Afghanistan abgegeben und war nach Deutschland zurückgekehrt. In wenigen Monaten erwartet ihn eine neue Aufgabe.

Voriger Artikel
"David" sieht Chancen gegen "Goliath"
Nächster Artikel
Als aus Interessierten Experten wurden

Der Kommandeur der Division Schnelle Kräfte, hier aufgenommen während seines Afghanistan-Einsatzes im Feldlager Masar-i-Sharif, verlässt Stadtallendorf im Sommer. Foto: Kappeler

Quelle: Michael Kappeler

Stadtallendorf. Als der Divisionskommandeur Generalmajor Jörg Vollmer nach Afghanistan verabschiedet wurde, hatten am Divisionsstandort Stadtallendorf bereits viele damit gerechnet: Nach seiner Rückkehr aus Masar-i-Sharif wird Vollmer schon bald ein neues, anderes Kommando übernehmen - aller Voraussicht nach eines mit noch mehr Verantwortung.

Nach Recherchen dieser Zeitung steht fest, dass Jörg Vollmer das Kommando am 12. Juni an Brigadegeneral Eberhard Zorn übergeben wird. An eben jenem 12. Juni plant die Division Schnelle Kräfte einen großen Appell in Stadtallendorf im Herrenwaldstadion, ein passender Anlass für die formelle Zeremonie. In Jörg Vollmers Zeit als Divisionskommandeur in Stadtallendorf, die im Oktober 2012 begann, fiel die Vorbereitung der Umgliederung des Großverbandes - von der Division Spezielle Operationen zur jetzigen Division Schnelle Kräfte. Der Verband hat sich verändert, seine Aufgaben sind dabei identisch geblieben. Dem Divisionskommandeur fiel ab Februar 2013 eine besondere Aufgabe zu: Er wurde Kommandeur des Regionalkommandos Nord der internationalen Isaf-Truppen und des Bundeswehrkontingents in Afghanistan.

Für ihn war es bereits der zweite Einsatz in dieser Position am Hindukusch. Dass Vollmer gleich für ein ganzes Jahr Regionalkommandeur Nord war, hatte mehrere Gründe. Einer davon war die begonnene Verkleinerung des Bundeswehr-Kontingents in Afghanistan. Kontinuität in der Führung war deshalb wichtig. Unter Vollmers Kommando übergab die Bundeswehr bereits ihr bisheriges Feldlager in Kundus an die afghanische Armee.

Einiges deutet nach OP-Recherchen darauf hin, dass Vollmer zukünftig eine wichtige Rolle auf der Führungsebene des Heeres spielen könnte. Spekulationen, dass er möglicherweise ein Kandidat für die Position des Chefs des Stabes bei der US-Armee in Eppenheim wird, scheinen dagegen wenig realistisch. Die US-Armee hatte der Bundesrepublik erstmals diese Position angeboten. Wesentlich wahrscheinlicher scheint es da, dass Generalmajor Vollmer mit seinen Einsatzerfahrungen eine ganz andere Position übernimmt. Im Sommer soll es auch einen routinemäßigen Wechsel auf der Position des stellvertretenden Generalinspekteurs des Heeres geben. Sollte Vollmer für diese Position vorgesehen sein, so wäre er zugleich „Kommandeur Einsatz“ für die Bundeswehr - und damit auf einer besonders verantwortungsvollen Position. Doch das sind bisher noch Spekulationen. Am 10. April wird die Stadt Stadtallendorf nun zunächst alle aus Afghanistan zurückgekehrte Soldaten offiziell wieder begrüßen. Unter ihnen wird dann auch der aktuelle Divisionskommandeur Generalmajor Vollmer sein.

Wer wird sein Nachfolger am Divisionsstandort Stadtallendorf? Derzeit arbeitet der 54-jährige Brigadegeneral Eberhard Zorn noch im Bundesverteidigungsministerium. Doch die Division Schnelle Kräfte, bis zum Jahreswechsel Division Spezielle Operationen, dürfte ihm gut vertraut sein. Zorn führte von Januar 2010 bis Januar 2012 die Luftlandebrigade 26, die sogenannte Saarland-Brigade, bisher eine der Kerneinheiten der Division. Zorn hatte dort Brigadegeneral Volker Bescht abgelöst, der danach stellvertretender Divisionskommandeur in Stadtallendorf wurde.

Es ist davon auszugehen, dass Eberhard Zorn als Divisionskommandeur zum Generalmajor befördert werden dürfte.

Wenn Zorn Mitte Juni das Kommando in Stadtallendorf übernimmt, übernimmt er eine Division, die weite Teile ihrer Umgliederung schon hinter sich haben dürfte. Die DSK ist eine von künftig nur noch drei Divisionen der Bundeswehr, ihr unterstehen rund 9000 Soldaten, darunter eine 2100 Mann starke Einheit aus den Niederlanden und sämtliche Heeresflieger-Verbände der Bundeswehr. Letztere erhalten ihre Befehle bereits seit dem Jahreswechsel aus der Herrenwaldkaserne.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr