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Im ICE-Tempo durch das Jubiläum

Zum 66. Mal Kolping-Karneval in Neustadt Im ICE-Tempo durch das Jubiläum

Kunst ist schön, macht aber auch viel Arbeit. Die Richtigkeit dieses Satzes von Karl Valentin bewahrheitete sich auch beim 66. Neustädter Kolping-Karneval am Samstagabend.

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Die Kolpingsternchen servierten zum 66. Kolping-Karneval den Geburtstagkuchen – als Kopfschmuck. Noch-Junggeselle André Schlipp telefonierte mit seiner Ex (links), während Anja Gnau und Sitzungspräsident Andreas Gnau in ihren hinreißend dargebotenen Szenen eine Ehe um das letzte Wort rangen – mit dem erwarteten Ausgang.
Fotos (5) Matthias Mayer

Neustadt. Das fünfstündige Programm, dass die Kolping-Schwestern und -Brüder für das Publikum zum närrischen Jubiläum im natürlich ausverkauften Haus des Karnevals vorbereitet hatten, ließ die Mühe und Arbeit erkennen. Und das galt nicht nur für die Qualität der Aktiven auf, sondern auch für die Konzentration und Präzision der vielen Helfer hinter der Bühne. Trotz der 23 Nummern stimmte das Timing, gab es nicht eine Panne oder Verzögerung im Ablauf. So raste der närrische Zug im ICE-Tempo durch das Jubiläumsprogramm; die fünf Stunden vergingen wie im Fluge.

Der Sitzungspräsident hatte das Tempo mit der mutmaßlich schnellsten Begrüßung in der Geschichte des Kolping-Karnevals vorgegeben. Musikalisch sorgten die Hausband Moskitos, die Palomas, die 44 Jahre nach ihrem allerersten Auftritt morgens um 3 beim Neustädter Kolping-Karneval mit einem Überraschungsauftritt zum Jubiläum gratulieren und die Neistärrer Gassejonge für Stimmung. Letztere gaben diesmal den Eisbrecher, enterten als erste die Bühne und rockten mit ihrer Volksmusik-Show den Saal.

Die Kolping-Garde, die gleich dreimal auftrat, räumte ebenso Raketen ab, wie Hipp de Bibbs, die Kolping­sternchen und das vom Elferrat gestellte Elefantenballett. Sowohl die Minis als auch die Schwergewichte mussten ihre Programm wiederholen.

Was gab’s aus der Bütt? Der Kolping-Vorsitzende Holger Gnau kategorisierte die Stadtteile und sah für Bundessieger Mengsberg Gold, für Momberg Blech und für Speckswinkel Schwarz: Grundschule weg, Kindergarten weg, Lebensmittelladen weg - aber ein neuer Parkplatz für den Friedhof. Als Ernie und Bert hatten Ralf Gies und Alex Stein die Lacher auf ihrer Seite. Vergeblich bemühte sich Bert darum, Ernies von null bis vier reichenden Zahlenraum zu erweitern. Andreas Lemmer beklagte die Leiden eines Hundealters. Seit „Heli“ da ist, schläft er auf dem Sofa - und der Hund bei der Freundin im Bett. Die Late-Night-Talker Henkel & Larry (Sebastian Henkel und Frank „Larry“ Bielert sezierten das neue Gotteslob und ordneten die Gesangbuch-Nummer Neustädtern als Wunsch-Kennzeichen zu. Ihre Empfehlung für die Republikaner: Nummer 638 - „Nun ist sie da, die rechte Zeit …“

Protokoller Jochen Schratz bescheinigte Sigmar Gabriel, die SPD breit gemacht zu haben und nahm Bischof Tebartz-van Elst in Schutz: „Der Mann kann gar nichts dafür, alles wird teurer - auch in der Neustädter Kindergarten in der Allee.“ Noch-Junggeselle André Schlipp reportierte über den Kampf der Geschlechter und Stress mit seiner Ex: „Die Grenze zwischen ,ich liebe Dich‘ und ,Du mich auch‘ ist die Hochzeit“, stellte er fest.

Theater gespielt wurde auch. „Die Suppentanten“ gingen mit Astro-TV auf Sendung und beglückten Anruferinnen mit Blicken in die Zukunft. Auf die Frage der Bürgermeister-Gattin, wer denn Grolli fest im Griff habe, gab’s die naheliegendste Antwort: Töchterchen Leonie. Hier irrten die Sterne nicht.

Zum krönenden Abschluss brachten Anja und Andreas Gnau - zum Teil unterstützt durch ihre Söhne Michel und Jakob - den Saal mit ihrem Bericht aus dem familieneigenem Krisengebiet zum Kochen. „Wir leben mit drei tickenden Zeitbomben zusammen“ sagten sie und meinten damit ihre „von Hormon-Überschüssen“ geplagten 13, 15 und 17 Jahre alten pubertierenden Kinder. Ihre neue Rolle als „peinliche Eltern“: Beim Abholen der Kinder versteckt an der Ecke warten.

von Matthias Mayer

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