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„Im Einsatzland verfliegt die Zeit“

Afghanistan „Im Einsatzland verfliegt die Zeit“

Mit breiter Mehrheit hat der Bundestag gestern das Afghanistan-Mandat der Bundeswehr bis Februar 2014 verlängert. Das deutsche Truppenkontingent wird verringert.

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Generalmajor Jörg Vollmer (von links) nahm gestern vom Ersten Stadtrat Otmar Bonacker und Bürgermeister Christian Somogyi ein Ortsschild von Stadtallendorf entgegen. Das Schild begleitet Vollmer nach Masar-i-Sharif. 

Quelle: Michael Hoffsteter

Stadtallendorf. In einem Jahr sollen statt aktuell 4 500 nur noch rund 3 300 deutsche Soldaten in Afghanistan im Einsatz sein.Die Verringerung des deutschen Truppenkontingentes zählt zu den Aufgaben von Generalmajor Jörg Vollmer, Kommandeur der Division Spezielle Operationen in Stadtallendorf. Vollmer  übernimmt ab dem 21. Februar für ein Jahr das Kommando über das Isaf-Truppenkontingent im nördlichen Afghanistan. Er wird damit bereits zum zweiten Male Regionalkommandeur. Ihm unterstehen zukünftig 8 700 Soldaten mehrerer Nationen. 

Vollmer selbst sieht in der weiteren Gewährleistung der Sicherheit in der Region seine Hauptaufgabe. Erst an zweiter Stelle stehe die Reduzierung der deutschen Streitkräfte. Außer Vollmer werden weitere 19 Soldaten vom Standort Stadtallendorf im Laufe dieses Jahres in den  Afghanistan-Einsatz entsandt. Die Division wird während seiner Abwesenheit von seinem Stellvertreter Brigadegeneral Volker Bescht geführt.

Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) und Erster Stadtrat Otmar Bonacker überreichten am Donnerstag ein Ortsschild im Offziersheim zur Verabschiedung von Vollmer.

Vollmer musste angesichts aller Abschiedsworte aber zunächst einmal etwas anderes deutlich aussprechen: „Ich komme wieder.“ Denn der 55-jährige Vollmer bleibt nominell während seines Afghanistan-Einsatzes Kommandeur der Division Spezielle Operationen (DSO) mit Sitz in Stadtallendorf.

Sein Stellvertreter, Brigadegeneral Volker Bescht, übernimmt ab dem 15. Februar das Kommando über die Division, allerdings nur bis Mai. Dann geht Bescht in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Brigadegeneral Reinhardt Zudrop, zurzeit noch Kommandeur der Luftlandebrigade 31 in Oldenburg.

Somogyi erinnerte gestern Morgen an all das, was sich in den zurückliegenden Jahren am Bundeswehrstandort Stadtallendorf verändert hat und was mit Generalmajor Vollmer in Zusammenhang steht. Dazu zählt die Wiederbelebung des parlamentarischen Abends, um nur ein Beispiel zu nennen. „Wir sind auch ein wenig stolz darauf, dass Sie mit der Aufgabe betraut wurden“, sagte Somogyi in Richtung des Divisionskommandeurs,

Bescht merkte an, dass Vollmer keine leichte Aufgabe übernehme. Noch ist unklar, wie die Nachfolgemission der Isaf in Afghanistan aussehen wird. Fest steht bisher nur, dass sich deutsche Soldaten auch daran beteiligen sollen. „Ich bin gespannt darauf, was diese Mission für die Amerikaner bedeutet“, bemerkt Bescht.

Vollmer wird für zwölf Monate Regionalkommandeur in Afghanistan sein. Am Ende dieser Zeit wird er diese Funktion dann für insgesamt 22 Monate ausgefüllt haben. Vollmer war bereits in der Zeit von Januar bis Oktober 2009 Regionalkommandeur Nord. Seinerzeit führte er die Isaf-Truppen allerdings noch von Kundus aus.

Sehr persönliche Abschiedsworte wählte gestern Professor Bernhard Maisch aus Marburg. Er gab Vollmer einen Wimpel des Rotary-Clubs Marburg mit für seine Zeit in Afghanistan.

Von einem ist Generalmajor Vollmer jetzt bereits überzeugt: „Im Einsatzland verfliegt die Zeit. Langweilig wird es mir nicht.“ Vollmer hat sich während der vergangenen Monate intensiv auf seine neue Aufgabe vorbereitet und sich mit der Lage in Afghanistan auseinandergesetzt. Militärisch gesehen unterstehen ihm Soldaten in einem Gebiet, das halb so groß ist wie die Bundesrepublik.

von Michael Rinde

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