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Im Einsatz für die Mitmenschen

Bürgerhilfe Im Einsatz für die Mitmenschen

Stadtallendorfs Bürger sollen ihre persönlichen Fähigkeiten einsetzen, um anderen Menschen zu helfen - und im Gegensatz ebenfalls Unterstützung zu bekommen.

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Birgit Thiel trifft die Vorbereitungen für eine Infoveranstaltung am Mittwoch zum Thema „Bürgerhilfe“.Foto: Florian Lerchbacher

Stadtallendorf. In Mardorf zum Beispiel gibt es sie schon, in Stadtallendorf soll sie kommen: eine „Bürgerhilfe“, in der sich die Menschen füreinander engagieren. „Eine starke Gemeinschaft braucht das Engagement ihrer Mitglieder“, betont Birgit Thiel und erklärt, dass die Menschen sich für eine starke Gemeinschaft engagieren sollten und gleichzeitig von einer starken Gemeinschaft profitieren würden.

Die Seniorenbeauftragte der Stadt Stadtallendorf will eine „Bürgerhilfe“ installieren, um das Miteinander der Bürger zu fördern und Einsamkeit entgegen zu wirken. Ein zentraler Punkt des Anliegens sei es, Senioren zu ermöglichen, lange selbstständig in ihrem Zuhause leben zu können. Oft stünden Familien, Freunde oder Nachbarn als Helfer zur Verfügung: „Aber es gibt auch Menschen, die keine Familie in der Nähe haben und auf sich alleingestellt sind“, sagt Thiel und betont, es seien manchmal Kleinigkeiten, an denen ein Leben im eigenen Zuhause scheitern würde. Doch die „Bürgerhilfe“ solle nicht auf Senioren beschränkt sein, wirft sie ein. Sie strebt an, dass die Bürger ihre Fähigkeiten füreinander einsetzten und sozusagen Hilfen austauschten: „Zum Beispiel helfe ich einem Mitbürger beim Gardinenaufhängen und lasse mir im Gegenzug für ein Fest eine Torte backen.“ In Stadtallendorf gebe es Seniorenbegleiter, eine Damengruppe und vieles mehr: „Aber nichts für die kleinen Aufgaben.“

Infoveranstaltung am Mittwoch um 18 Uhr

Die Helfer sollen kein Geld für ihren Einsatz erhalten sondern Punkte auf einem Arbeitsstundenkonto, die sie wiederum investieren können, wenn sie selber Unterstützung benötigen. Wer selber nichts einbringen kann, soll die Möglichkeit bekommen, für die Hilfeleistung zu bezahlen. Wichtig sei, hebt Thiel hervor, dass die Bürgerhilfe keinesfalls in den Zuständigkeitsbereich von Pflegediensten eingreifen wolle. Ziel sei es viel eher, zum Beispiel Hilfe bei der Gartenarbeit, bei Reparaturen, im Haushalt oder anderen Aufgaben des Alltages zu leisten.

Die genaue Struktur der Stadtallendorfer Bürgerhilfe steht jedoch noch lange nicht fest. Eine Veranstaltung zum Thema gab es bereits, am Mittwoch um 18 Uhr steht im Untergeschosse des Gemeinschaftszentrum die zweite an: „Wir wollen sehen, was für Bedürfnisse es gibt, aber auch, welche Fähigkeiten die Menschen einbringen können“, erklärt Thiel.

Langfristig strebt sie die Gründung eines Vereins, zunächst sei es aber erst einmal wichtig, eine Initiative zu starten. Ein weiterer Schritt sei dann zum Beispiel, einen Koordinatoren zu finden, der die Bürgerhilfe organisiert. Doch zunächst gilt es, den Mittwochabend abzuwarten und zu sehen, wie viele Bürger Interesse haben - sowohl daran, Hilfe in Anspruch zu nehmen als auch daran, sich selber zu engagieren.

Infos: Birgit Thiel, Telefon 06428/707-262.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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