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Im Alldomare gelten Stundenpreise

Schwimmbadsanierung Im Alldomare gelten Stundenpreise

Bis zur Schließung des Hallenbades für seine Sanierung lag der Eintrittspreis für Erwachsene pauschal bei 2,50 Euro. Das wird sich nach der Neueröffnung ändern.

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Liebe Leute,

Fliesenleger verfugten gestern im Lehrschwimmbecken die Fliesenwand.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Es war eine­ ungewöhnliche Sitzung des Ausschusses für öffentliche Sicherheit, Soziales und Sport am Dienstagabend. Die beiden wesentlichen Tagesordnungspunkte wurden nichtöffentlich behandelt. Im Ausschuss wurde, wie die OP erfuhr, zunächst darüber abgestimmt, diese Punkte für nichtöffentlich zu erklären. Auf der Einladung zur Sitzung war dies allerdings schon angekündigt worden (diese Zeitung berichtete). Beide Tagesordnungspunkte betrafen das Hallenbad. Zum einen ging es dabei um die künftige Preisstruktur. Zum anderen waren eventuelle künftige Mieten für die Schwimmabteilung des TSV Eintracht Stadtallendorf und den DLRG-Ortsverein Thema.

Bei beiden Punkten erwarteten sich Bürgermeister, Verwaltung und Stadtwerke-Leitung Hinweise von der Politik, wie sie denn weiter planen sollen. Gestern informierte Bürgermeister Christian Somogyi auf Nachfrage der OP über Ergebnisse, ausdrücklich betonend, dass es keine Entscheidungen gegeben habe. Die gibt es dann im Herbst.

Klar ist allerdings, dass es im Hallenbad eine neue Preisstruktur geben wird. Sprich: Der Eintrittspreis steigt, was sich allerdings schon vor Sanierungsbeginn abzeichnete. Die Politik hat sich am Dienstag hinter verschlossenen Türen dafür ausgesprochen, dass die Eintrittspreise künftig nach Stunden erhoben werden.

Besuchern wird jetzt mehr Komfort geboten

Das ist keine Stadtallendorfer Idee, sondern wird in anderen Bädern im Landkreis längst so praktiziert. So hat der Badbesucher wohl die Wahl zwischen Tickets für zwei oder vier Stunden und Ganztagskarten. Wer länger bleiben will als zunächst geplant, muss am Kassenautomat am Ausgang nachzahlen. In einem Punkt beruhigte Somogyi gestern: In Stadtallendorfs Hallenbad wird es auch weiterhin Menschen an der Kasse geben, nicht nur Automaten.

„Das ist erklärter Wille der Politik, gerade auch mit Blick auf Besucher, die Hilfe im Bad brauchen“, sagt Somogyi. Im Gespräch ist nach Recherchen der OP auch die Einführung von Elferkarten zum Preis von zehn Eintritten ins Bad, der elfte Besuch wäre dann also frei.

Dass Stadtallendorf an den Eintrittspreisen etwas wird tun müssen, zeigen Zahlen: So lag der Zuschuss für den Betrieb von Frei- und Hallenbad bisher bei 850000 Euro. Wenn das Hallenbad energetisch saniert wieder öffnet, dann steigt der Zuschuss auf rund 1,2 Millionen Euro. Schuld sind die Abschreibungen, die für ein quasi runderneuertes Bad sofort in die Höhe schnellen. Gleichzeitig bekämen Badbesucher im „Alldomare“, wie das Hallenbad nun heißt, mehr Komfort geboten, wie Somogyi betont.

Er verweist auf Dampfsauna, Whirlpool, einen größeren Ruhebereich und neue Gastronomie. Was die einfache Zwei-Stunden-Karte in Zukunft für Kinder, Jugendliche und Erwachsene kosten wird, soll jetzt berechnet und dann abschließend diskutiert werden, wohl direkt im September nach der Sommerpause. Klar ist aber schon jetzt, dass es keine kostendeckenden Eintrittspreise geben wird und geben kann. Denn die wären astronomisch.

Im Aquamar in Marburg zahlen erwachsene Besucher 4,50 Euro für zwei Stunden, im Phönix-Bad Kirchhain kostet eine Einzelkarte (ohne Zeitbeschränkung) 3,50 Euro. In einem anderen Punkt hat die Verwaltung ebenfalls ein klares Signal der Politik bekommen. Es soll bei den früheren Öffnungszeiten bleiben und auch der teilweise Parallelbetrieb beider Bäder in den Sommermonaten bleibt erhalten. Das bedeutet auch, dass die Stadtwerke laut Somogyi wieder mehr Personal bereitstellen müssen. „Aktuell fehlen mir noch drei der vier Fachkräfte“, sagt Somogyi.

Wie geht die Stadt künftig mit Schwimmvereinen um?

Auch im zweiten nichtöffentlich beratenen Punkt hat es Hinweise der Politik gegeben. In ihrer Vorlage hatten die Stadtwerke den künftigen Umgang mit Schwimmabteilung und DLRG thematisiert. Sollen sie ortsübliche Mieten zahlen? Das wären zwischen fünf und sechs Euro je Quadratmeter, wie aus der Vorlage hervorgeht, die der OP vorliegt. Bisher waren die Räume mietfrei im Sinne der Vereinsförderung. Für die kleinen Vereine könnte Mieten sehr teuer werden, es stünden Mieten von rund 300 Euro im Raum.

Doch wäre das gerecht, angesichts der Situation, dass Vereine in anderen Sportstätten keine Miete zahlen und der Folgen, die die lange Schließung des Hallenbades hatte? Diese Frage haben auch die Stadtwerke in einer Pro- und Contraliste angeführt. Am Dienstag hat es von der Politik keinerlei Festlegungen gegeben. „Die Verwaltung hat den Auftrag, noch einmal die steuerrechtlichen Fragen zu prüfen und herauszuarbeiten, wie es mit der Gleichbehandlung aller Vereine aussieht“, erklärte Somogyi hierzu lediglich.

von Michael Rinde

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