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Ihre Können an der Orgel hat überzeugt

Neue Kantorin Ihre Können an der Orgel hat überzeugt

Die Fähigkeiten von Soonyoun Yoo an der Kirchenorgel haben viele Gläubige am Sonntag im Gottesdienst schon kennengelernt. Seit wenigen Tagen leitet sie die evangelische Sing- und Musikschule.

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Die Südkoreanerin Soonyoun Yoo steht neben einem der ersten Werbeplakate für die Adventskonzerte. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Sie hat Stadtallendorf gleich liebgewonnen. „Alles hier ist so sauber und es gibt so viel grün in der Stadt“, lobt Soonyoun Yoo ihren neuen Wohnort. Am 25. Oktober ist die Südkoreanerin wieder in Deutschland angekommen. Seit 1. November ist sie Leiterin der evangelischen Sing- und Musikschule Stadtallendorf. Die wenigen Tage zwischen Ankunft und Arbeitsbeginn hat sie dafür genutzt, ihre Wohnung in der Stadtmitte zu renovieren und einzurichten. Einige Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde haben ihr dabei geholfen.

Für sie ist die Leitung einer Sing- und Musikschule zwar Neuland, doch sie geht optimistisch an ihre neue Aufgabe. Weiß sie doch um die Unterstützung, die sie von der Gemeinde besonders bei organisatorischen Fragen bekommen soll. Sie ist Kantorin und zugleich Leiterin der Sing- und Musikschule, hat also die gleichen Aufgaben wie ihr Vorgänger Hans-Christian Malzahn. Der hat ihr am vergangenen Samstag bereits sämtliche Kirchenorgeln in der Gemeinde vorgeführt und erläutert und sie bereits in vieles eingewiesen.

Soonyoun Yoo stammt aus Seoul, der Hauptstadt Südkoreas. Allerdings kennt sie Deutschland bereits sehr gut. Mit der Sprache hat sie keine größeren Probleme: Sie ist gut zu verstehen, denn sie hat in Deutschland, in Lübeck und Hannover Kirchenmusik studiert. Schwerpunkte lagen bei Orgel, Cembalo und Klavier. Und darum fehlt ihr auch ein Konzertflügel in den Räumen der Sing- und Musikschule ein wenig. Fünf Jahre liegen zwischen dem Ende ihres Studiums und dem Antritt ihrer neuen Stelle in Stadtallendorf. Zwischenzeitlich lebte sie wieder in Südkorea, hat dort Organistin und als Lehrerin an einem Gymnasium gearbeitet. Zusätzlich hatte Soonyoun Yoo einen Lehrauftrag an einer Universität.

Die Musiker vom Collegium Musicum lernt sie in den nächsten Tagen ebenso kennen wie die Mitglieder der verschiedenen Chöre, die mit der Sing- und Musikschule zusammenhängen. Das beliebte und traditionelle Quempas-Singen zum Abschluss der Adventskonzerte in Stadtallendorf wird es auch unter ihrer Ägide geben. Es seien zwar nur sieben Proben möglich, doch die reichten aus, ist die 39-Jährige überzeugt.

Was bedeutet Musik für die überzeugte Christin? „Musik ist Liebe“, antwortet sie ohne Zögern. Und sie verweist auf die Worte Martin Luthers. Der Reformator hatte der Musik mit den Worten „Wer singt, betet doppelt“ besondere Bedeutung gegeben.

Auf die Frage nach ihren Zielen bei der Arbeit in Stadtallendorf hat die Kantorin auch klare Antworten. Etwas philosophisch führt sie an, dass sie gerne einen Beitrag dazu leisten möchte, dass die Stadt noch musikalischer wird. In der Sing- und Musikschule sieht sie sich zuerst als eine Unterstützerin der Lehrer.

Besucher des Gottesdienstes am vergangenen Sonntag in der Stadtkirche haben Soonyoun Yoos Begabung an der Orgel bereits erlebt. Auch Pfarrer Thomas Peters war beeindruckt. Er hat es sich mit seiner Kollegin Stefanie Busch vorgenommen, der Musik in den Gottesdiensten eine zusätzliche Note zu geben. „Die Gemeinde hat sehr gut gesungen“, lobt die Organistin ihrerseits die Leistungen der Gemeindemitglieder. Für sie ist ihre neue Stelle in Stadtallendorf eine Chance, neue Erfahrungen zu sammeln, ihre eigene Ausbildung zu erweitern. Hat sie bereits Heimweh nach Südkorea? „Noch nicht“, antwortet sie im Gespräch mit der OP. Außerdem habe sie immer noch viele Freunde in Deutschland, die sie besuchen will, wenn es ihrer Zeit zulässt. Klar ist, dass sich die Sing- und Musikschule während Soonyoun Yoos Zeit als Leiterin verändern wird. Der Kirchenvorstand hatte beschlossen, das Gebäude zu verkaufen und die Schule möglicherweise mit im Pfarrzentrum in der Liebigstraße unterzubringen. Außerdem steht eine Erhöhung der Kursgebühren zum nächsten Jahr an, wie Pfarrer Peters bestätigt. Die Kirchengemeinde hat sich vorgenommen, dass sich die Sing- und Musikschule bis zum Ende des Jahres 2014 selbst trägt.

von Michael Rinde

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