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"Ich trinke keinen Alkohol, Gott sei mit uns"

Lkw-Kontrolle "Ich trinke keinen Alkohol, Gott sei mit uns"

Der Höhepunkt der närrischen Kampagne naht, für die Polizei ein Grund, verstärkt zu kontrollieren, um Alkoholsünder aus dem Verkehr zu ziehen, auch bei Lkw-Fahrern.

Mit der Lasermesseinrichtung überprüfte ein Polizeibeamter die Geschwindigkeit herannahender Fahrzeuge.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. 69 Stundenkilometer zeigte die Lasermesspistole an, 19 Stundenkilometer zu viel auf der Waldstraße. In Höhe des Stadions war für diese Autofahrerin am Mittwoch gegen 16.30 Uhr zunächst eine kurze Zwangspause angesagt - sie zahlte ein Verwarnungsgeld.

Teurer wurde es für einen Lastwagenfahrer aus Osteuropa. Er wurde auf der Bundesstraße 62 bei Kirchhain geblitzt. Eine Motorradstreife geleitete den Lastwagenfahrer zum Parkplatz am Stadion. Polizeioberkommissar Martin Frank und sein Kollege vom Regionalen Verkehrsdienst Marburg-Biedenkopf warfen gleich auch einen Blick auf die Bereifung. Die war bei diesem Lastzug in Ordnung, keine Risse, keine größeren Schäden. Der Fahrer wollte zu einem Stadtallendorfer Unternehmen, um dort zu laden.

Bei einem anderen Lastzug nahm die Polizei die Ladung genauer unter die Lupe. Paletten mit Werkstücken waren mit Spanngurten gesichert, alles stand außerdem auf rutschfesten Gummimatten. Auch dort war alles in Ordnung.

Bilanz liegt erst Donnerstag vor

Währenddessen liefen die Kontrollen an der Waldstraße weiter. Immer wieder hob ein Polizist die Kelle in die Höhe. Bis zum späten Nachmittag waren es vor allem kleinere Temposünden, die ihren Tribut forderten. Die Kontrollen in Stadtallendorf und bei Kirchhain dauerten bis in die späteren Abendstunden. Eine Bilanz liegt erst im Laufe des Donnerstags vor.

Beteiligt waren neun Beamte der Polizeistation Stadtallendorf und des Verkehrsdienstes. Kontrollen diesen Umfangs seien eher eine Ausnahme, sagte Martin Frank. Naturgemäß werde während der Karnevalstage verstärkt kontrolliert - und das wird auch bis einschließlich Aschermittwoch im Kreisgebiet so sein. Ein Lastwagenfahrer aus dem Baltikum musste zur Sicherheit ins Röhrchen des „Alkotestgeräts“ pusten. Bereitwillig ließ er sich dabei auch fotografieren. „Auf der Straße keinen Alkohol, Gott sei mit uns“, sagte er immer wieder. 0,0 Promille zeigte das Testgerät an.

Währenddessen hielt ein Lastzug mit eingeschalteter Warnblinkanlage neben einem kontrollierenden Polizisten. Der Fahrer wollte hilfesuchend wissen, wo er seine Ruhepause verbringen darf. Seine Lenkzeit war um, er musste nun neun Stunden lang die Hände vom Steuer lassen. Ein Polizeibeamter erklärte ihm den Weg ins Gewerbegebiet Nordost, eine Alternative gibt es im Moment in Stadtallendorf auch nicht (die OP berichtete mehrfach).

"Lastwagenkontrollen benötigen halt Zeit"

Natürlich standen bei der Schwerpunktkontrolle auch Lenkzeiten im Fokus. Seit 2006 werden Lastwagen europaweit mit elektronischen Aufzeichnungsgeräten ausgestattet, die Tachoscheibe gibt es nur noch bei älteren Fahrzeugen. Martin Frank steckte einen Computerstick ein. Das Auslesen dauerte einige Minuten, im Polizeibus stand ein Laptop mit entsprechender Software. Bei diesem Fahrer war alles in Ordnung, er hatte seine Lenkzeiten allesamt eingehalten. „Lastwagenkontrollen benötigen halt Zeit“, sagte Frank. Deswegen sei es auch sinnvoll, dass Verkehrsdienst und die örtliche Polizei eng zusammenarbeiteten. Generell hätten die Lenkzeitverstöße abgenommen.

Alle kontrollierten Lastwagenfahrer hatten während des Besuchs der OP Verständnis für die Kontrollen, auch wenn sie Zeit kosteten. Nur ein junger Mann in einem Kleinwagen wollte zunächst partout nicht einsehen, warum er dem Polizisten keinen Zigarettenrauch entgegenblasen durfte.

von Michael Rinde

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