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„Ich mache nur das,was mir wirklich gefällt“

Ausstellung „Ich mache nur das,was mir wirklich gefällt“

Als Bassist der Rock-Band „Softeis“ hat sich Werner Eismann einen Namen gemacht. Im Amöneburger Rathaus zeigt er jetzt eine ganz andere Form seiner künstlerischen Ausdruckskaft: die Fotografie.

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Werner Eismann sitzt vor seinem Bild „Berlin Potsdamer Platz“.

Quelle: Yanik Schick

Amöneburg. Mit dem den Fotos üblicherweise eigenen Realismus haben die meisten seiner Arbeiten nichts mehr zu tun. Der Künstler verfremdet seine Motive, erzeugt dadurch eine besondere Stimmung und ein besonderes Empfinden, die das objektive Foto gar nicht beinhaltet. Darin ähnelt sein Arbeiten der Abstraktion eines Kunstmalers - mit dem Unterschied, dass Werner Eismann seine Verfremdungen nicht mit Pinsel und Farben, sondern am Computer erzeugt.

Eindrucksvolles Beispiel dafür ist ein Bild, das den eigentlich grau und etwas fade wirkenden Bahnhof am Potsdamer Platz in Berlin zeigt. Eismann bringt bunte Farben in sein Foto und verwischt einzelne Formen. Das Bild bekommt dadurch Dynamik, es „explodiert“, wie er selbst sagt. Und gerade das fasziniert ihn. „Als ich diese Technik entdeckt habe, habe ich fast sechs Monate dafür gebrannt“, gibt Eismann zu, „das hat mich selbst fast umgehauen - ich saß Nächte vor dem Computer.“

Keine Trends und Stilrichtungen

Wichtig ist dem Künstler, dass das Endprodukt seinen eigenen Geschmack trifft. „Ich mache nur das, was mir wirklich gefällt.“ Trends oder bestimmten Stilrichtungen folgt er dabei nicht. Vielmehr bestimmen seine persönlichen und aktuellen Gefühle, wie das Bild zum Schluss aussieht. Seine Werke sollen authentisch wirken.

Einige Ergebnisse seiner Nachtarbeit präsentiert der Fotograf und Musiker seit Freitag im Amöneburger Rathaus. Zur Eröffnung und Einstimmung auf die Vernissage spielte Eismanns Band „Softeis“ im Büro des Bürgermeisters. Insgesamt 18 Bilder werden nun für die kommenden beiden Monate einzelne Räume und den Treppenaufgang schmücken. Zu betrachten sind Sehenswürdigkeiten aus Berlin, Zürich, Frankfurt und sogar Völklingen im Saarland, wo Eismann vor geraumer Zeit mit seiner Band aufgetreten war. „Überall da, wo ich bin, mache ich eben Fotos.“ Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg, in dessen Büro einige Werke hängen, ist hin und weg von der Kunst Eismanns. „Er hält magische Momente fest. Mit seinen Arbeiten hat er etwas Einzigartiges geschaffen.“

von Yanik Schick

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