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"Ich habe mich willkommen gefühlt"

Tag der offenen Moschee "Ich habe mich willkommen gefühlt"

Vorurteile abbauen und mit den deutschen Nachbarn ins Gespräch kommen: Am "Tag der offenen Moschee" war die Fatih-Moschee wieder ein Anziehungspunkt in Stadtallendorf.

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Serdar Özsoy (links) führte eine Besuchergruppe durch die Stadtallendorfer Fatih-Moschee im Wupperweg. Kleines Foto: Im Moscheeraum der Mevlana-Moschee in Kirchhain waren Gemeindemitglieder beim Gebet zu sehen. Fotos: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Thema des Tages war in diesem Jahr der Umweltschutz. Bundesweit öffneten mehr als 1000 islamische Gotteshäuser ihre Türen, um einen Einblick in ihr Inneres zu gewähren. Seit 1997 veranstalten die großen islamischen Verbände in Deutschland am Tag der Deutschen Einheit den „Tag der offenen Moschee“. Von Anfang an beteiligt sich die Fatih-Moschee in Stadtallendorf am „Tag der offenen Moschee“, um so für mehr Transparenz und Offenheit zu werben.

Die Moscheegemeinde gehört dem muslimischen Dachverband DITIB an. Flauschiger Velours umschmeichelt beim Betreten des Gotteshauses die Fußsohlen, denn der Gebetsraum darf aus hygienischen Gründen nur ohne Schuhe betreten werden. Kalligraphien und Blumen schmücken die Wände und Verse aus dem Koran, die imposante Kuppel, deren Mittelpunkt ein prächtiger Kronleuchter bildet. Zum Opferfest oder an Ramadan finden in dem beeindruckenden islamischen Gotteshaus bis zu 1000 Gläubige einen Platz.

Der Dialogbeauftragte der Fatih Moschee Serdar Özsoy empfing die Besucher. „Obwohl wir uns schon seit vielen Jahren an dem Tag der offenen Moschee beteiligen, ist das Interesse immer noch vorhanden, was uns besonders freut“, betonte Serdar Özsoy, der derzeit als Referendar an der Georg-Büchner -Schule Schüler in Deutsch und Sport unterrichtet. „Es muss das Ziel sein miteinander und füreinander zu leben, wenn man sich nicht kennenlernt, dann kann man das nicht erreichen“, erklärte Özsoy, der auch Fragen rund um den Islam unden Glauben beantwortete. Informativ verdeutlichte er die Bedeutung der „Mirhab“ - der Gebetsnische, der „Minber“ - der Predigkanzel und des „Kürsi“- dem Lehrstuhl. Im Gebetsraum richtet sich alles in Richtung Mekka, Frauen beten von der Empore aus. „Unsere Türen stehen immer offen, an 365 Tagen im Jahr“, betonte Özsoy. „Ich war noch nie in einer Moschee und finde es sehr spannend hier eine Führung zu bekommen, ich habe mich hier sehr willkommen gefühlt“, erklärte Besucherin Julia Becker aus Marburg.

Als Teil der interkulturellen Woche, initiiert durch den Verein Interkulturelle Woche der Begegnung in Stadtallendorf (IBiS) hatten die alevitische Gemeinde, sowie der Stadtallendorfer Bildungs- und Integrationsverein in der Moschee Yeni Camii ebenfalls ihre Türen geöffnet.

Ebenso offen und herzlich wurden die Besucher in der Mevlana-Moschee in der Borngasse in Kirchhain von Imam Hakan Bozburun und dem Vorsitzenden der Gemeinde Ramazan Gültekin und anderen Vorstandsmitgliedern begrüßt. Von außen ist das Gebäude nicht gleich als Moschee erkennbar. Deshalb kämen auch nicht so viele Menschen hierher, erklärte der Imam auf Türkisch. Für ihn übersetzten Gülnür Erduman und Refia Nur Top. Neben einer Führung und türkischen Spezialitäten erwartete die Besucher hier auch eine Bücherausstellung. „Wir wollen durch den Tag Vorurteile abbauen und Empathie entwickeln“, hob der Imam hervor. Am „Tag der offenen Moschee“ haben Muslime in diesem Jahr deutschlandweit für den Umweltschutz geworben. „Umweltschutz ist ein Thema, das ein wesentlicher Bestandteil unserer Religion ist“, betonte Vorstandsmitglied Vehbi Caliskan. Zum Abschied konnte sich jeder Besucher eine deutsche Koranübersetzung mit nach Hause nehmen.

von Karin Waldhüter

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