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„Ich bin Leben, das leben will“

Lesung „Ich bin Leben, das leben will“

Unter dem Leitwort „Respekt vor dem Leben“ lasen Brunhild und Jörg Falkenstein im Kirchhainer Haus Elisabeth aus dem Leben von Albert Schweitzer.

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Brunhild und Jörg Falkenstein brachten den Zuhörern Albert Schweitzers Leben und Denken näher. Foto: Klaus Böttcher

Kirchhain. Brunhild und Jörg Falkenstein sitzen am Tisch in dem Gemeinschafts- und Gottesdienstraum des Altenhilfezentrums Haus Elisabeth. Vor ihnen auf dem Tisch für jeden eine kleine Leselampe und ein ganzer Stapel von Papier, aus dem sie lesen möchten.

Der Einrichtungsleiter, Klaus Vering, begrüßt die wenigen Gäste, denn leider sind nicht mal 20 Zuhörer gekommen. Er stellt die Akteure vor, die seit über 30 Jahren das „Theater Rollwagen“ aus dem nordhessischen Trendelburg sind. Als Zwei-Personen-Theater sind sie vorwiegend im Raum Nordhessen, Südniedersachsen und Ostwestfalen unterwegs.

Einsatz alte und hilfsbedürftige Menschen

„Wir sind Schauspieler“, betont Brunhild Falkenstein im Gespräch mit der OP. In den vergangenen Jahren habe sie sich mehr und mehr vom szenischen Theaterspiel entfernt und sich auf das Lesetheater konzentriert.

„Der Wahlspruch des Trägers Altenhilfe Goldbrunnen in Hofgeismar lautet ‚Menschlichkeit pflegen‘. Damit sehen wir uns in der geistigen Tradition Schweitzers und der Väter und Mütter der Diakonie“, erklärt Klaus Vering.

Den Wahlspruch beherzigt auch das evangelische Altenhilfezentrum Haus Elisabeth und setzt sich für das Wohlergehen alter und hilfsbedürftiger Menschen ein. Deshalb habe man die durch den Träger in Zusammenarbeit mit dem Theater Rollwagen vorbereitete Lesung auch nach Kirchhain geholt. Die Lesung trägt den Titel: „Respekt vor dem Leben - Albert Schweitzer, der Urwaldarzt von Lambaréné.“

Theologe, Philosoph,Organist und Arzt

Die beiden Schauspieler wählten den Einstieg in die Lesung mit den Vorbereitungen des Theologen, Philosophen und Organisten auf sein Ziel, als Missionsarzt in das Französisch-Äquatorialafrika zu gehen. Zu dieser Vorbereitung zählte allerdings noch das Medizinstudium, das er von 1905 bis 1913 in Straßburg absolvierte.

Aus der Lesung ging die Liebe Albert Schweitzers zur Musik und die Liebe zum Predigen hervor, die den 1875 im Oberelsass geborenen Theologen und Arzt ein Leben lang begleitete. Den etwa 30-Jährigen ließ der Gedanke nicht los, dem bürgerlichen Leben zu entsagen und stattdessen Gutes zu tun, Liebe und Zeit zu geben.

1924 ging das Paar wieder nach Afrika

Sein Umfeld begegnete seinem Plan, Arzt im Urwald zu werden, mit Unverständnis. Nur seine „Kameradin“ Helene Breslau, die er später heiratete, hielt zu ihm. Sie geht mit ihm 1913 nach Afrika und unterstützt ihn als Krankenschwester. Ihr gebührt ebenso viel Achtung und Anerkennung für das, was sie beide in Afrika geleistet haben.

In der Lesung wird interessant berichtet, wie das Leben in Lambaréné im zentralafrikanischen Gabun verlief. 1917 wurden beide nach Frankreich überführt und interniert. Die Zeit nutzte Albert Schweitzer zur Entwicklung und zum Ausbau seiner Ethik, der Ehrfurcht vor dem Leben und prägte den Satz: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will:“

1924 ging das Paar wieder nach Afrika. 1965 verstarb der Friedensnobelpreisträger und Autor zahlreicher Bücher, der als Urwalddoktor bekannt gewordene Albert Schweitzer in Lambaréné.

von Klaus Böttcher

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