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Hunderte Besucher zieht es in die Tiefe

Nacht der Keller Hunderte Besucher zieht es in die Tiefe

Das 7. Amöneburger Kulturspektakel fand am Samstagabend mit der "Nacht der Keller" einen krönenden Abschluss.

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Magier Andreas Möller-Forst unterhielt rund 50 Besucher im Keller der alten Propstei. Fotos: Karin Waldhüter

Amöneburg. Die „Nacht der Keller“ hatte etwas zu bieten, was man normalerweise nicht erleben kann, nämlich einen Blick hineinzuwerfen in Nachbars Gewölbekeller. Hell leuchtende Kerzen leiteten die Besucher hinein in elf Gewölbekeller rund um den Marktplatz und die Wenigenburg, und tauchten die alten Gemäuer in einen flackernden Schein, der geheimnisvolle und stimmungsvolle Unterhaltung versprach.

Kopf einziehen hieß es dann auch beim Betreten der teilweise recht steilen steinernen Treppenstufen, denen man den jahrhundertelangen Gebrauch ansehen konnte. Von dort aus gelangten die Besucher geradewegs in eine andere Welt - eine Welt, die Geschichte atmet. Zur Historie der Amöneburger Gewölbekeller: Kurz vor Ende des Dreißigjährigen Krieges (1646) eroberten schwedische Truppen Amöneburg, vertrieben alle Bewohner und brandschatzten die Stadt vollständig. Kein Haus blieb verschont. Amöneburg wurde bis auf das Straßenniveau in Schutt und Asche gelegt. Nur die Keller blieben. Zum zweiten Mal hatten die Stadt Amöneburg und der Amöneburger Kulturspektakelverein zur „Nacht der Keller“ eingeladen. Bei dieser zweiten Auflage waren vier weitere Keller hinzugekommen.

Am Samstagabend tummelten sich hunderte Besucher auf dem Marktplatz und genossen bei lauen Temperaturen die vielfältigen Attraktionen in den einzelnen Gewölbekellern. Ein Bus beförderte erstmals die Besucher komfortabel von den Parkplätzen zum Marktplatz und der Verkehrsdienst Hessen überwachte die Parksituation.

Rund 50 Besucher fanden in der alten Propstei einen Platz. Hier entführte Magier Andreas Möller-Forst sein Publikum zirka jede halbe Stunde in das Reich der Sinnestäuschung. Neben Evergreens mit den „Original Berger Kellerasseln“ lockten leckere Cocktails im Franziskanerkeller und die Besucher staunten über die fein gravierte Glaskunst von Helga Bender, die, angestrahlt in dem dunklen Gewölbekeller, besonders schön zur Geltung kam.

Andere folgten der Einladung zum Salsa-Tanz durch den Verein für internationale Kultur und Bildung im Rathauskeller, rockten mit „DJ Michel“ im „Rockkeller“ oder lauschten der Geschichte von Autorin Liesel Langenhagen aus Rüdigheim, die aus ihrem Buch „Annelie“ vorlas. Nicole Schulist empfing ihre Gäste im herrlich ausgebauten Weinkeller des Restaurants Dombäcker und Bierbrauer Jochen Opitz hatte in „Lotzes“ altem Braukeller ein belgisches Bier mit Fruchtaromen und ein Altbier vorbereitet.

Klassische Musik vom Feinsten erwartete die Besucher in dem alten Gemäuer der Gaststätte Kathrein. Das Klavier-Trio „String Tango“ mit Diana Metzing (Violine), Gerd Schiebl (Cello) und Justus Noll am Klavier begeisterte hier mit zündender Tangomusik.

Zu späterer Stunde startete die Nachtwanderung zum Gewölbekeller der Wenigenburg. Dort lehrte Geschichtenerzählerin Karin Kirchhain den Besuchern das Gruseln. Die Besucher waren am Ende begeistert, so wie Nicola Hintze aus Amöneburg: „Die Veranstaltung bietet schöne kulturelle Momente und ist eine schöne Idee für Amöneburg.“ „Sehr beeindruckend“, findet Barbara Spiegel. „Dass die Gewölbekeller nicht mit den Häusern identisch sind, das finde ich sehr beeindruckend. Die Mischung der verschiedenen Angebote ist sehr originell und es war schön, viele Bekannte zu treffen“, erzählt sie.

Kritische Worte fanden Kerstin Gebhard und Oliver Draht. Sie bemängelten, dass alle Stühle der Amöneburger Gastronomen rund um den Marktplatz schnell belegt waren und wünschten sich mehr Sitzgelegenheiten und Bewirtung auf dem Marktplatz.

Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg machte indes schon einmal Lust auf das Kulturspektakel im nächsten Jahr. Dann soll es noch mehr Veranstaltungen geben und auch der Rathauskeller, der sich in diesem Jahr dem Publikum vergrößert präsentierte, soll zum Mittelpunkt verschiedener Veranstaltungen werden.

von Karin Waldhüter

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