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Hoffnung für das neue Gewerbegebiet

Weltrekordverdacht Hoffnung für das neue Gewerbegebiet

Die Stadt Rauschenberg kann drei Grundstücke für das künftige Gewerbegebiet Ernteweg kaufen. Das beschloss die Stadtverordnetenversammlung während ihrer jüngsten Sitzung in Ernsthausen einstimmig.

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Auf dieser Fläche soll das Rauschenberger Gewerbegebiet Ernteweg erweitert werden. Dort soll vor allem die Firma SW-Motech (im Hintergrund) Erweiterungsmöglichkeiten finden. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Wie Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) mitteilte, hat sich der Magistrat mit drei Grundstückseigentümern über den Ankauf zum Preis von 6,50 Euro pro Quadratmeter geeinigt. Die Flächen sind 3889 Quadratmeter, 1599 Quadratmeter sowie 3170 Quadratmeter groß. Der Bürgermeister sprach von einem „alten Thema“, das die Stadt seit 2001 beschäftige. Da sich ein Bauvorhaben dort erledigt habe, sei das Projekt zunächst wieder auf Eis gelegt worden. Der dringende Erweiterungswunsch der dort ansässigen Firma SW-Motech in Richtung Wohra-Aue habe das Vorhaben 2012 neu belebt, erklärte Michael Emmerich.

Ein großes Problem: Die benötigten Flächen liegen im FFH-Gebiet, im Landschaftsschutzgebiet und zum Teil im Überschwemmungsgebiet. Zudem stand das Gelände im Verdacht, Lebensraum des Dunklen Ameisenbläulings zu sein. Dieser unscheinbare Falter ist ein ausgefuchster Nahrungsspezialist, flattert nur neun Tage bis zum Ende seines Lebens und hat schon für die Planungen der A-49-Trasse eine tragende Rolle gespielt.

In Absprache mit der oberen und unteren Naturschutzbehörde musste die Stadt ein Kurzgutachten über die Existenz des streng geschützten Falters im fraglichen Gebiet erstellen. Das Ergebnis der Untersuchung durch ein Fachbüro: Der Dunkle Ameisenbläuling ist im untersuchten Teilstück am Ernteweg nicht heimisch.

Das Ergebnis dieser Untersuchung war Grundlage für den Ankauf der Flächen und ist dies für die geplante Ausweisung der Flächen für das Gewerbegebiet, erklärte der Bürgermeister. Allerdings habe der vierte Grundeigentümer seine Verkaufszusage aus dem Jahr 2014 im Januar zurückgezogen und das 4,5-fache der vereinbarten Summe gefordert. Die Stadt bemühe sich um eine gütliche Einigung mit dem Eigentümer, sagte der Bürgermeister den Stadtverordneten. Aus der Beschlussvorlage für das Parlament geht hervor, dass die Stadt derzeit auch eine Enteignung der Fläche nach dem Baugesetzbuch prüfe.

Über ein einmütiges Votum des Rauschenberger Ortsbeirats berichtete Frank Riedig (Grüne). „Wir müssen unserem Weltmarktführer helfen, dass er sich vergrößern kann“, sagte Frank Riedig. Und er appellierte an den Grundstückseigentümer, im Interesse Rauschenbergs seine Position zu überdenken.

Eine weitere Grundstücksangelegenheit erledigten die Stadtverordneten ratzfatz. Zunächst stimmten die Parlamentarier dem Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan Nummer 3 Am Sonnenrain/ Dorfgemeinschaftshaus in Albshausen zu. Dieses Baugebiet hatte die komplette Bauleitplanung durchlaufen, obwohl es nur einen einzigen Bauplatz beinhaltet, wie die OP berichtete.

Das Baugebiet hatte gerade Rechtskraft erhalten, da ward der 1037 Quadratmeter große Bauplatz auch schon verkauft. Das Parlament gab einem bauwilligen Albshäuser Ehepaar einstimmig den Zuschlag. Die Eheleute kaufen zum Preis von 30 Euro pro voll erschlossenem Quadratmeter - insgesamt 30810 Euro. Ein nach wenigen Sekunden ausverkauftes Baugebiet: das ist wahrlich weltrekordverdächtig.

von Matthias Mayer

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