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Hoffnung auf eine "Zukunftslösung"

Sparkassenfiliale Halsdorf Hoffnung auf eine "Zukunftslösung"

Die Diskussion, die der Halsdorfer Ortsbeirat mit dem Sparkassenvorstand führte, ändert an der Schließung der Filiale Ende April 2017 nichts. Es gibt aber neue, interessante Überlegungen für die Zukunft in Wohratal.

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Die Sparkassen-Filiale in Halsdorf wird Ende April 2017 aufgegeben.

Quelle: Michael Rinde

Wohratal. In Sachen Schließungstermin hat das nichtöffentliche Informationsgespräch zwischen Sparkassen-Vorstand und Ortsbeirat Halsdorf keine Bewegung gebracht, alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen. Die Halsdorfer Filiale gehört zu den ersten, die das heimische Kreditinstitut im nächsten Jahr aufgeben wird. Insgesamt schließt die Sparkasse Marburg-Biedenkopf 23 Filialen, 9 davon werden in Geldautomaten- oder Selbstbedienungszentren umgewandelt.

„Die Schließung der Halsdorfer Filiale trifft nicht nur die Kunden im Ort, sondern auch in anderen Dörfern in der Umgebung, wie Josbach zum Beispiel“, unterstreicht Halsdorfs Ortsvorsteher Willi Schollmeier im Gespräch mit der OP. Er bedauert sehr, dass sich die Schließung nicht am Ende doch noch verhindern ließ. Das sei eine traurige Entwicklung.

Hinweis auf Angebot des Geldboten

Im Gespräch mit dem Ortsbeirat hat das Kreditinstitut auf sein Angebot des Geldboten hingewiesen und dem Gremium hinter verschlossenen Türen wohl auch Hintergrundinformationen zu der Schließung der Halsdorfer Dependance gegeben. Die Filiale in Wohra steht nicht zur Disposition, obwohl es bei ihr baulich wohl einiges zu tun gäbe, vor allem im Hinblick auf die Barrierefreiheit. Mittelfristigen Investitionsbedarf sieht auch das Kreditinstitut selbst: „Wobei wir dazu noch keine konkreten Pläne haben“, sagt Peter Gleissner, Bereichsdirektor der Sparkasse.

Vor diesem Hintergrund kam bei jenem Gespräch der Gedanke ins Spiel, irgendwann in der Zukunft eine „Filiale Wohratal“ im oder am Bürgerhaus Wohratal zu schaffen. „Das hätte für alle Bürger Wohratals Vorteile“, ist Schollmeier überzeugt. Es habe­ zwischenzeitlich auch einen ersten Kontakt zur Gemeinde gegeben. Schollmeier wirbt für die Idee eines Dienstleistungszentrums im Herzen Wohratals, zumal dort bereits Apotheke, Gemeindeverwaltung und Arzt in unmittelbarer Nachbarschaft ansässig sind und sich im Bürgerhaus Wohratal auch die Poststelle befindet.

Schollmeier hält es für möglich, eine Sparkassen-Filiale in oder am Gebäude­ ­unterzubringen, ohne­ dabei den großen Saal einbeziehen zu müssen. „All das kann natürlich nur mittelfristig umgesetzt werden“, sagt Schollmeier. Die Sparkassenführung habe eine zeitnahe Prüfung zugesagt. Außerdem erwähnt der Ortsbeirat in Halsdorf noch eine weitere Zusage der Sparkasse, nämlich einer großzügigen Spende an den ehrenamtlichen Fahrdienst in Wohratal.

Die Idee einer Sparkassen-­Filiale im oder am Bürgerhaus Wohratal bekäme zusätzlichen Reiz, wenn es denn zu einer Verwaltungsgemeinschaft Wohratals mit der Stadt Rauschenberg käme. Dann bliebe ein Bürgerbüro im Verwaltungstrakt, es wäre Platz.

Bürgermeister Peter Hartmann (parteilos) griff diesen Gedanken gestern auf Anfrage der OP, was er von solchen Überlegungen hielte, auf. „Wenn es zu ­einer Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Rauschenberg käme, wäre der Standort Bürgerhaus sicherlich ideal für die Filiale der Sparkasse in Wohratal.

Hoffnung bleibt noch

Neben dem Bürgerbüro befände sich dann dort ja auch die Postfiliale, deren Öffnungszeiten in einem solchen Fall ausgeweitet werden sollten“, sagt Hartmann. So gewänne dieser Bereich für die Bürger als zentraler Anlaufpunkt weiter an Bedeutung. „Und wer weiß, vielleicht würde der Standort dann ja auch für einen Supermarkt an Attraktivität gewinnen“, spricht Hartmann Überlegungen aus der jüngeren Vergangenheit an.

Eine Verwaltungsgemeinschaft könnte es im April 2019 geben, wenn sie denn politisch gewollt ist. Die Sparkasse ihrerseits macht klar, dass sie sich bei der Filiale Wohra auch einen Standortwechsel vorstellen kann. „Konkrete Überlegungen, auch zu bestimmten Standorten, gibt es dazu aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht“, sagt Bereichsdirektor Gleissner.

Die Mitteilung des Ortsbeirates Halsdorf schließt etwas philosophisch. Zwar müsse man mit der Schließung erst einmal leben. „Aber die Hoffnung auf eine zukunftsfähige, aktzeptable Lösung, wie vorgeschlagen, bleibt uns noch“.

von Michael Rinde

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