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Hoffen auf eine neue Variante

Deich-Neubau Hoffen auf eine neue Variante

Der Niederwälder Hochwasser-Schutzdeich soll erneuert werden. Darin sind sich alle Kirchhainer Stadtverordneten einig. Aber das "Wie" bereitet einigen Parlamentariern noch Sorgen.

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Was passiert mit dem Pumpwerk am Deich, wenn dieser Richtung Niederwald verlegt wird? Karl-Heinz Geil befürchtet hohe Folgekosten. Das kleine Foto zeigt die Wasserseite des Niederwälder Schutzdeichs.

Quelle: Matthias Mayer

Niederwald. Einstimmig stimmten die Stadtverordneten einem Dringlichkeitsantrag des Magistrats zu und setzten damit das Thema auf die Tagesordnung. Ebenso einstimmig votierten die Stadtverordneten für die Einstellung von Planungskosten für das Vorhaben in Höhe von 71500 Euro in den Haushalt 2016.

Das Thema war bereits in zwei Ausschüssen umfassend beraten worden. Gleichwohl sahen die Stadtverordneten noch Redebedarf. Und der entzündete sich an der vom Planungsbüro favorisierten, weil als genehmigungsfähig geltenden Variante für den Neubau des Deiches.

Da der alte Deich wegen des starken Bewuchses und der am Deich gepflanzten Kopfweiden laut Gutachten nicht mehr standfest ist, soll der alte Deich abgetragen und ein neuer Deich zehn Meter weiter in Richtung Niederwald gebaut werden - mit einer befahrbaren Deichkrone. Auf diese Weise soll der Bestand der Kopfweiden gesichert werden.

Streit mit dem RP wird in Kauf genommen

„Es ist schwer zu vermitteln, warum drei Fußballfelder Ackerboden vernichtet werden sollen, aber die Kopfweiden geschützt werden müssen“, sagte der Niederwälder Karl-Heinz Geil. Der Niederwälder Ortslandwirt, dessen Betrieb in Rufweite des Deiches liege, sei von den Plänen nicht begeistert, dass 1,2 Hektar wertvolles Ackerland vernichtet werden sollen. Es lohne sich, in dieser Sache notfalls einen Streit mit dem RP in Kauf zu nehmen.

Zudem sagte Karl-Heinz Geil gegenüber dieser Zeitung, dass in dem betroffenen Gebiet Drainagen lägen, die über das Pumpwerk entwässert werden müssten. Eine Verlegung des Systems wäre mit hohen Kosten verbunden.

„Es gibt in dieser Sache keinen Königsweg“, sagte CDU-Fraktionschef Uwe Pöppler. Er hoffe darauf, dass in der Planungsphase eine Lösung gefunden werde, die alle Interessen berücksichtige. Reiner Nau (Bündnis 90/Die Grünen) sprach von der Notwendigkeit, eine förderfähige Variante zu wählen, für die nur ein Neubau stehe.

Aschenbrenner fordert Suche nach weiteren förderfähigen Varianten

Er forderte das Parlament auf, sich der verantwortungsvollen Aufgabe zu stellen. Angelika Aschenbrenner forderte für die FDP die Planer auf, nach weiteren förderfähigen Varianten zu suchen.

Der besagte Deich liegt zwischen dem Damm des Ohmrückhaltebeckens und der Straße nach Anzefahr. Er wurde gebaut, um Niederwald bei extremem Hochwasser vor einem Rückstau zu schützen, der unterhalb des Sperrwerks entstehen könnte, wenn die Wassermassen im überfluteten Ohmtal nicht mehr abfließen können.

Diese Funktion griff Hartmut Pfeiffer (CDU) auf. Es seien im Raum Bürgeln schon genügend große Schutzräume geschaffen worden, so dass ein Deich-Neubau in Richtung Wasserseite trotz des dann geringeren Einstau-Volumens verkraftbar sei.

von Matthias Mayer

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