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Hochwasserschutz steht auf der Kippe

Großseelheim läuft die Zeit weg Hochwasserschutz steht auf der Kippe

Starkregen ist in Großseelheim so beliebt wie Fußpilz: Nach extremenWettereignissen gibt es dort seit Jahrzehnten Überschwemmungen, die vorzugsweise die Hauptstraße Marburger Ring betreffen.

Grßseelhem. Die Schlammschipperei auf dem Marburger Ring sollte eigentlich demnächst der Vergangenheit angehören, aber der Versuch, das Hochwasserproblem durch eine Renaturierung des Bauerbachs in der Großseelheimer Ortslage zu lösen, scheiterte im vergangen Jahr am Widerstand der Anwohner. Die hätten für eine Verbreiterung des Bachbettes zum Teil beträchtliche Teile ihres Gartenlandes abgeben müssen und lehnten dies bei einer Versammlung mehrheitlich ab.

Die Stadtverwaltung versuchte daraufhin ein zweites Hochwasserschutzkonzept auf die Schiene zu stellen. Das Wasser des Bauerbachs, das aus Richtung Lahnberge durch einen begradigten Bachlauf mit hoher Fließgeschwindigkeit auf den Ort zuströmt, soll durch eine Renaturierung außerhalb der Ortslage gebremst werden. Im Zusammenspiel mit der Beseitigung enger Bach-Durchlässe im Ort soll dies zumindest zu einer deutlichen Verbesserung der Hochwassersituation beitragen. Doch auch dieses Hochwasserschutz-Projekt steht auf der Kippe. Erfolgt die Renaturierung nicht bis zu Jahresende, ist der Hochwasserschutz in Großseelheim gestorben. Das teilte Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) auf eine Anfrage des Stadtverordneten Reiner Nau (Bündnis 90/ Die Grünen) mit. Für Renaturierung kleiner Gewässer gebe es ab dem kommenden Jahr keine Fördermittel mehr, begründete Kirchner gegenüber Nau die Notwendigkeit, die Haushaltsmittel für dieses Vorhaben noch in diesem Jahr auszugeben. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen hatte angeregt, das Großseelheimer Projekt ins nächste Jahr zu verschieben, um so Mittel für die Durchfinanzierung der Arbeiten am Kleinseelheimer Kindergarten zu bekommen.

Aber auch mit dem Verbleiben der notwendigen Haushaltsmittel ist das Vorhaben keineswegs gesichert, denn auch dazu müssten Anlieger Teile ihrer Grundstücke abgeben, die das wiederum nicht unbedingt wollen. Das zeigte sich am Dienstagabend während einer Informationsveranstaltung des Stadtbauamtes in Großseelheim.

Die unteren Grundstücke zwischen Schützenhaus und der Firma Fus seien nicht zu bekommen, berichtete Ortsvorsteher Helmut Hofmann auf Anfrage der OP. Deshalb wolle das Bauamt dem Magistrat jetzt eine Alternativplanung weiter oben zwischen dem Knick des Bauerbachs am Schützenhaus und der Kläranlage Bauerbach vorschlagen. Die Eigentümer der dortigen Flächen hätten ihre Verhandlungsbereitschaft signalisiert, sagte Hofmann.

Jetzt muss alles ganz schnell gehen, denn Großseelheim läuft die Zeit weg. Die nächste Parlamentssitzung ist schon am 1. Juli.

von Matthias Mayer

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