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Historische Mauer bekommt wieder Halt

Kirchhain Historische Mauer bekommt wieder Halt

Seit nunmehr acht Jahren engagiert sich der Förderverein Kirchhainer Kulturdenkmäler für den Erhalt des historischen Erbes in Kirchhain. Aktuell steht dabei wieder der Annapark im Mittelpunkt.

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Helmut Schäfer füllt vorsichtig den speziell für die Sandsteinmauer angemischten Mörtel in eine freigestemmte Fuge. Kleines Foto: Volker Arlt (von links), Dagmar Schmidt und Klaus Weber vom Fördervereins-Vorstand betrachten die Gedenktafeln, die gereinigt werden sollen. Fotos: Michael Rinde

Kirchhain. Mit Meißel, Hammer und viel Feingefühl legt Helmut Schäfer Fuge für Fuge der rund 600 Jahre alten Stadtmauer am Annapark frei. Er steht auf einem Gerüst direkt oberhalb des Ehrenmals für die Toten des Zweiten Weltkriegs. Seit nunmehr vier Jahren arbeitet Schäfer beim Kirchhainer Bauhof, seinerzeit schon speziell für diese zeitaufwändigen Sanierungsarbeiten eingestellt (die OP berichtete).

Der Förderverein Kirchhainer Kulturdenkmäler bringt in diesem und im nächsten Jahr rund 14000 Euro dafür auf, dass sich Schäfer um die Restaurierung der Stadtmauer im Annapark kümmern kann. „Hier ist die Mauer in besonders schlechtem Zustand“, sagt Schäfer.

Von oben, durch die rissige oder abgebröckelte Mauerkrone eingedrungenes Wasser, hat Spuren hinterlassen. An vielen Stellen „strahlen“ Fugen dem Betrachter vermeintlich entgegen. Doch dort ist bei Ausbesserungen mit Beton gearbeitet worden - und der verträgt sich auf Dauer nicht mit den historischen Sandsteinen.

Klaus Weber, der Vorsitzende des Fördervereins, und seine Vorstandskollegen wissen um den schlechten Zustand der Mauer im Annapark. Darum haben sie auch darauf gedrängt, dass Helmut Schäfer dort eingesetzt wird und am Ehrenmal beginnt. „Das Risiko steigt, dass die Gedenkplatten mit den Namen der Toten irgendwann aufgrund des Zustands der Mauer reißen“, erläutert Weber, dem als Kirchhainer der Erhalt der Denkmäler seiner Heimatstadt sehr am Herz liegen. Weber hat sich dafür eingesetzt, dass der Verein die Beschäftigung von Helmut Schäfer finanziert, statt eine Fachfirma zu beauftragen. Denn Schäfer hat, wie etwa seine Arbeiten an der Stadtmauer am Hexenturm zeigt, bewiesen, mit welcher Hingabe er sich um die Arbeiten an der Stadtmauer kümmert. Bei seinem aktuellen Projekt geht es um die beidseitige Restaurierung und damit den Erhalt von 120 Metern Stadtmauer.

Aufgaben gibt es für den Förderverein noch genügend. Klaus Weber richtet den Blick beispielsweise auf den Erhalt der Großen Mühle, erbaut im Jahre 1562 und damit eines der ältesten Kirchhainer Gebäude.

Die Mühle befindet sich in Privatbesitz, es hat bereits Gespräche mit der aktuellen Eigentümerin, dem Förderverein sowie dem Kirchhainer Heimat- und Geschichtsverein, der Bürgergarde und der Stadt gegeben. Laut Weber sucht die jetzige Eigentümerin jemanden, der die ursprüngliche Deutschordens-Mühle übernehmen möchte. „Wir können moderieren, begleiten und Einfluss darauf nehmen, dass dort etwas geschieht“, beschreibt Weber die Aufgabe des Fördervereins.

Dass Vereine oder die Stadt die Mühle übernehmen hält er für illusorisch. Auch an der Stadtmauer entlang der Mühle muss dringend etwas passieren, um sie zu erhalten, zumal sie direkt an einen öffentlichen Weg angrenzt. Etwa die Hälfte dieses Mauerabschnitts befindet sich in städtischer, die andere Hälfte in Privatbesitz. Schon vor Jahren ließ die Stadt Kirchhain aus Sicherheitsgründen einen sich auswölbenden Teil der Stadtmauer an der Mühle abstützen. Der Förderverein Kirchhainer Kulturdenkmäler hofft auf weitere Mitglieder und Spender, um seine Arbeit fortsetzen zu können.

Weitere Informationen rund um den Förderverein gibt es bei Klaus Weber, Telefon 06422/92196

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