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"Hessische Löwen" sind verstummt

Bundeswehr "Hessische Löwen" sind verstummt

Hessens damaliger Ministerpräsident Roland Koch stellte das Bataillon in Dienst, am Dienstagnachmittag traten die verbliebenen Soldaten ein letztes Mal in der Herrenwald-Kaserne an.

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Soldaten des Luftlande-Fernmeldebataillons DSO traten gestern in der Herrenwaldkaserne zum Auflösungsappell an. Fotos: Michael Rinde

Stadtallendorf. Die Soldaten des Bataillons standen für die Veränderungen am Bundeswehr-Standort Stadtallendorf. Sie waren 2008 die „Vorhut“ für Stab und Stabskompanie der Division Spezielle Operationen (DSO) , der heutigen Division Schnelle Kräfte. Zwischen Wasenberg, Amöneburg, Waldeck und Neustadt und Kompanien des Bataillons entstanden sehr lebendige Patenschaften. Sie werden jetzt Zug um Zug aufgelöst. Bisher gibt es keine Pläne für neue Patenschaften von Städten und Gemeinden mit Verbänden am Standort Stadtallendorf. Oberstleutnant Frank Buthmann, dritter und letzter Kommandeur der „Hessischen Löwen“, sprach gestern in seiner Rede beim Appell von „keinem guten Tag. Wir werden aufgelöst.“

Buthmann hatte den Verband anderthalb Jahre lang geführt. In diese Zeit fielen Einsätze einzelner Soldaten des Bataillons: 30 waren allein im vergangenen Jahr in Kundus und Masar-i-Sharif in Afghanistan, 20 beteiligten sich am Katastrophen-Einsatz in Ost- und Süddeutschland. Auch an der Evakuierungsoperation in Libyen waren Soldaten des Luftlande-Fernmeldebataillons DSO „Hessischer Löwe“ beteiligt. Das Bataillon war auch der letzte Verband, in dem am Standort Stadtallendorf Wehrdienstleistende ihre Grundausbildung erhielten. „Sie waren fest in dieser Stadt verankert und haben einen Platz in unserer Geschichte“, betonte denn auch Bürgermeister Christian Somogyi in seiner Rede.

Brigadegeneral Reinhardt Zudrop, stellvertretender Kommandeur der Division Schnelle Kräfte, würdigte jeden einzelnen der drei Kommandeure, die das Bataillon gehabt hat. Alle waren noch einmal nach Stadtallendorf gekommen. Eine besondere Rolle hatte dabei sicherlich Oberstleutnant Achim Fahl, inzwischen in Köln stationiert. Er habe wichtige Netzwerke zur Stadt aufgebaut, betonte Zudrop. Oberstleutnant Jan-Peter Fiolka setzte diesen Aufbau dann fort. Seinem Nachfolger Frank Buthmann fiel die Aufgabe zu, den Verband aufzulösen. 90 Prozent der Soldaten des Bataillons wissen, wie und wo es mit ihrer Bundeswehr-Laufbahn weitergeht. Für die übrigen sollen bis September Lösungen gefunden sein.

Buthmann selbst hat die große Einsatzbereitschaft seiner Soldaten in den zurückliegenden Monaten, zwischen Einsatz, Übungen und der Vorbereitung der Bataillons-Auflösung beeindruckt. „Es gab keine einzige Eingabe oder Beschwerde der Soldaten beim Wehrbeauftragten“, sagte Buthmann nach dem Appell im Gespräch mit dieser Zeitung. Aktuell verfügt das Bataillon noch über 366 Soldaten. Etwa 140 Soldaten des aufgelösten Bataillons, das zu seinen besten Zeiten 1000 Soldaten umfasse, bleiben am Standort. Sie werden Teil der künftigen Fernmeldestaffe in Stadtallendorf. Sie stellt in Zukunft sicher, dass die Stadtallendorfer Divisionsführung im Einsatz über die nötigen Kommunikationsmittel verfügen wird.

Es ist bereits das zweite Mal in der Bundeswehr-Geschichte, dass ein Verband mit dem Beinamen „Hessischer Löwe“ aufgelöst wird. Vor dem Luftlande-Fernmeldebataillon hatte die Panzerbrigade 14 diese Bezeichnung geführt.

Am Bundeswehr-Standort Stadtallendorf sind in Zukunft noch rund 900 Soldaten stationiert. Den Kern bilden dabei Stab und Stabskompanie der Division Schnelle Kräfte und die Fernmeldestaffel, allesamt Einheiten, in denen Spezialisten dienen.

von Michael Rinde

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