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Hessenmeister strotzen vor Selbstbewusstsein

Schach Hessenmeister strotzen vor Selbstbewusstsein

Fast im Vorbeigehen hat die erste Mannschaft der Martin-von-Tours-Schule die Hessische Schulschach-Meisterschaft gewonnen. Nun ist das Ziel, bei den bundesweiten Titelkämpfen einen Platz auf dem Treppchen zu ergattern.

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Korbinian Witt (hinten, von links), Loris Mutze, Jeff Czaja (vorne, links) und Roman Qayumi gewannen die Hessenmeisterschaft der Real-, Haupt- und Mittelschulen.Foto: Florian Lerchbacher

Neustadt. Mit Erfolgen wächst auch das Selbstbewusstsein: Das Turnier sei zu einfach gewesen, sind sich Korbinian Witt und Loris Mutze einig. Ungeschlagen sicherte sich die erste Mannschaft der Martin-von-Tours-Schule - der neben Witt und Mutze noch Roman Qayumi, alle Klasse 9c, und Jeff Czaja, 7a, angehören - in Bad Hersfeld den Hessentitel und qualifizierte sich für die Deutsche Meisterschaft der Real-, Haupt- und Mittelschulen. Dort soll es ein Platz in den Top drei werden.

Im vergangenen Jahr hatten sich die Schüler noch über Platz sechs gefreut - seitdem haben sie jedoch viel Erfahrung gesammelt und sich stark verbessert, betont Erich Böhme, der Ehrenpräsident des Hessischen Schachverbands, der als Betreuer am Brett des sehbehinderten Roman Qayumi fungiert und die vier Jungs zudem als Trainer im Schachklub Stadtallendorf betreut. Dort bilden sie die vierte Mannschaft, die kürzlich den Titel gewann und aufsteigt. Wahrscheinlich überspringen die Schüler aber die nächste Hürde, denn sie sollen in der kommenden Runde wohl als dritte Mannschaft die Bezirksklasse aufmischen.

Will heißen: Sie feiern Erfolge, wo auch immer sie sich ans Brett setzen - und das, obwohl die Schulschach- AG unter Leitung von Ursula Lembach erst seit dreieinhalb Jahren besteht.

Roman Qayumi bezeichnet die Lehrerin als Triebfeder, die die anderen mitreißt. Doch auch die weiteren Mitglieder sind äußerst engagiert, begeistern andere Schüler für das Spiel der Könige und kümmern sich um „den Nachwuchs“: Mutze zum Beispiel bringt derzeit Vanessa Falkenstern (5b) die Feinheiten des Spiels näher, da sie mit Daniel Fietz (9a) bei der Deutschen Meisterschaft den auf England-Reise befindlichen Czaja vertritt - und ist dabei so konzentriert, dass er kaum Zeit für das OP-Interview findet und immer wieder abschweift.

Entsprechend wundert es nicht, wenn Böhme Mutze als „Temperamentsknoten“ bezeichnet, der durch seine „nette Art dazu beiträgt, dass es im Team nicht immer tierisch ernst zugeht“. Über Czaja sagt der Schach-Experte, dass er als jüngstes Mitglied des Teams extrem schnell dazulerne. Besonders gut fällt indes sein Urteil zu Qayumi und Witt aus: „Roman ist ein Überflieger, der sich hohe Aufgaben stellt und diese auch meistert. Korbinian hat eine gewissen Abgeklärtheit, eine gute Übersicht und ist durch nichts zu erschüttern: Er kontert auch scharfe Züge seines Gegners ganz gelassen. Die beiden haben Talent im hohen Maße und schaukeln sich gegenseitig hoch.“

„Wir wollen immer den Teamsieg, haben aber auch intern stets einen Wettkampf laufen, wer am besten spielt“, sagt Qayumi, der einst von seinem Onkel aus Russland ein Schachspiel geschenkt bekam, aber erst an der Martin-von-Tours-Schule seine Faszination dafür entdeckte und diese auch bei Mitschülern weckte. Mutze beispielsweise brachte er mit in die AG - inzwischen ist dieser sein Angstgegner. „Es ist ein ruhiges Spiel und einfach etwas anderes als Sportspiele“, erklärt dieser. „Ich bin fasziniert davon, die Taktik des Gegners zu durchschauen und diesen dann auszuspielen“, erläutert Witt. Ob dies auch bei der Deutschen Meisterschaft gelingt, wird sich zwischen dem 8. und 11. Mai in Schwäbisch Hall zeigen.

Die zweite und die dritte Mannschaft belegten bei der Hessenmeisterschaft die Plätze neun und zehn. Die Schach AG findet dienstags von 13.15 bis 14.45 Uhr in Raum A08 statt.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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