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Hessen-Kaserne wird noch gebraucht

Flüchtlingsunterkünfte Hessen-Kaserne wird noch gebraucht

80 Liegenschaften lässt das Land hessenweit prüfen, ob sie sich für die Unterbringung von Flüchtlingen eignen, die in Zelten leben müssen. Ob das Land dabei auch an leere Stadtallendorfer Bundeswehr-Gebäude denkt, ist offen.

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Das Bild zeigt die außerhalb der Stadt gelegene Hessen-Kaserne, als noch alle Gebäude genutzt wurden.

Quelle: Archivfoto

Stadtallendorf. Dass die nur noch zu einem sehr geringen Teil genutzte Hessen-Kaserne zumindest ins Gespräch kommt und Thema von Mutmaßungen ist, ist keine Überraschung. Ob diese Kaserne auf der Liste der Gebäude steht, die das Sozialministerium in diesen Wochen überprüfen lassen will, lässt sich nicht klären. Für das Regierungspräsidium Gießen erklärt dessen Sprecherin Gabriele Fischer auf Anfrage, ob Stadtallendorf auf jener Liste stehe, sei ihr derzeit nicht bekannt. Eine weitere Anfrage beim hessischen Sozialministerium bringt etwas mehr Klarheit. Man wolle beim derzeitigen Stand keine „Wasserstandsmeldungen“ abgeben und werde sich auch nicht zu möglichen Standorten auf der Liste von zu prüfenden Gebäuden äußern, erklärte Markus Büttner, stellvertretender Ministeriumssprecher der OP.

In der Vergangenheit ist die Hessen-Kaserne schon einmal als potenzielle Flüchtlingsunterkunft ausgeschlossen worden, im Spätherbst vergangenen Jahres. Damals wie heute hatte die Bundeswehr erklärt, dass sie die Kaserne noch benötigt. Außerdem schied die Hessen-Kaserne in der Vergangenheit auch wegen ihrer Lage weitab der Stadt aus.

Allgemeine Anfrage nach möglichen Kapazitäten

„Hausherr“ der Kaserne ist seit 2010 die Division Schnelle Kräfte (DSK). Dort hat es bisher keine direkte Anfrage des Landes gegeben, ob Kasernen-Gebäude abgegeben werden könnten. Es gab aber eine allgemeine Voranfrage des Landeskommandos Hessen der Bundeswehr zu den Liegenschaften am Standort Stadtallendorf und möglicher Kapazitäten, wie ein Sprecher der Division erklärt.

Die weitere Nutzung der Hessen-Kaserne sei aus Sicht der Division weiterhin wie geplant erforderlich, erklärt ein Sprecher der DSK gegenüber dieser Zeitung. Aktuell braucht die Division vier Unterkunftsgebäude für Soldaten, da die Kapazitäten in der Herrenwaldkaserne nicht ausreichen. Außerdem befindet sich in der Hessen-Kaserne die Zahnarztgruppe. Sie wird erst in die Nachbarkaserne verlegt werden können, wenn dort ein Neubau entstanden ist.

Somogyi will bei Entscheidungen frühzeitig eingebunden werden

Im gleichen Gebäude befindet sich weiterhin ein Materialprüftrupp. Diese Soldaten nehmen Materialuntersuchungen vor, im weitesten Sinne mit einem „Bundeswehr-TÜV“ vergleichbar. Das Verteidigungsministerium hatte bei den jüngsten Standortentscheidungen entschieden, dass die Hessen-Kaserne im Jahr 2018 aufgegeben werden soll. Das gilt aber unter der Voraussetzung, dass in der Herrenwaldkaserne auch wirklich alle nötigen Gebäude vorhanden sind.

„Die Division hält an den bestehenden Planungen unverändert fest“, erklärt Hauptmann Kieron Kleinert von der Pressestelle der DSK. Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) weiß um die Gerüchte, die es um eine denkbare Nutzung von Bundeswehrliegenschaften gibt, hat aber keine Informationen seitens des Landes. Er warnt grundsätzlich davor, im Ostkreis weitere größere Einrichtungen für ankommende Flüchtlinge zu schaffen. „Das wäre eine Zentralisierung in unserer Region, die eine bedenkliche Situation entstehen lassen könnte“, sagt Somogyi. Er verweist dabei auf die bestehende Erstaufnahmeeinrichtung in Neustadt mit 800 Plätzen und die weiteren mehr als 400 dauerhaft im Ostkreis lebenden Flüchtlinge. „Wenn es konkrete Überlegungen geben sollte, dann erwarte ich, dass wir als Bürgermeister frühzeitig eingebunden werden“, sagt er.

von Michael Rinde

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