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Hessen Forst hegt und pflegt auch Ruinen

Forstamt Burgwald investiert 150000 Euro in den Erhalt der verbliebenen Rauschenberger Schloss-Mauer Hessen Forst hegt und pflegt auch Ruinen

Wenn die Rauschenberger am Samstag und Sonntag zum Heidelbeertanz ihren dicht bewaldeten Schlossberg hinaufsteigen, wartet dort auf sie ein rotes Wunder: Der Großteil der Schluss-Ruine ist eingerüstet und rot eingepackt.

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In einem ungewöhnlichen Zustand präsentiert sich die Rauschenberger Schloss-Ruine zum Volksfest rund um die Heidelbeere. Das Gemäuer ist eingerüstet und wird restauriert. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Verjüngungskuren für alte Gemäuer sind nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich ist aber der Bauherr, der die Restaurierung der Ruine hoch oben über der Bergstadt beauftragt hat und bezahlt: Es ist nicht die Stadt Rauschenberg, es ist nicht der Landkreis Marburg-Biedenkopf und es ist auch nicht der Denkmalschutz, sondern das Forstamt Burgwald mit Sitz in Bottendorf. Das bestätigte Forstamtsleiter Eberhard Leicht auf Anfrage dieser Zeitung.

Die Mitarbeiter der Forstämter hegen und pflegen den Wald mit seiner Flora und Fauna. Dass auch die Pflege von Baudenkmälern zum forstlichen Aufgabenspektrum gehört, dürfte in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt sein. Tatsächlich aber ist der Landesbetrieb Hessen Forst - so Eberhard Leicht - Eigentümer zahlreicher denkmalgeschützter Ruinen in den staatseigenen Wäldern. „Für deren Unterhalt wird jedes Jahr ein siebenstelliger Betrag investiert“, verdeutlicht der Forstamtsleiter die Dimension.

Allein 150000 Euro davon entfallen in diesem Jahr auf die Schloss-Ruine in Rauschenberg. Diese liegt im Staatsforst, und da die landeseigenen Wälder in der Gemarkung Rauschenberg vom Forstamt Burgwald bewirtschaftet werden, fällt die 1219 erstmals erwähnte Burg, die während des 30-jährigen Krieges zum Teil abgebrochen wurde, in die Zuständigkeit der Bottendorfer Forstleute. „Wir sind nur Finanzier und Bauherr. Fachlich und bautechnisch hat das Marburger Amt für Landesdenkmalpflege den Hut auf, bestimmt den für die Mauern richtigen Spezialmörtel und vermittelt uns geeignete Fachfirmen“, skizzierte der Forstamtsleiter die Aufgabenverteilung.

Eberhard Leicht räumte ein, dass die Unterhaltung der Ruinen, der Bodendenkmäler und der historischen Grenzlinien für die Forstämter ein ziemlicher Kraftakt ist. So müssten die Ruinen von den zuständigen Förstern regelmäßig auf ihre Verkehrssicherheit hin inspiziert werden. Spaziergänger dürften durch herabfallende Steine nicht gefährdet werden. Zugleich sei diese Aufgabe auch hochinteressant. „Sie bereichert unser ohnehin schon breit aufgestelltes Berufsbild. Und es ist spannend, bei Ortsterminen mit Fachleuten vor den Zeugen unserer Geschichte zu stehen und über deren Erhalt zu beraten“, ließ Eberhard Leicht Sympathie für dieses eigentlich berufsfremde Aufgabenfeld erkennen.

Wann an der Rauschenberer Schloss-Ruine die roten Planen und die Gerüste fallen, vermochte der Forstamtsleiter noch nicht genau zu sagen. Sicher sei nur, dass die Arbeiten zügig erledigt werden sollen. Das Forstamt habe das Projekt auf keinen Fall in den Spätsommer oder Frühherbst verschieben können. Der Grund: der spezielle Mörtel muss vor dem ersten Nachtfrost abgebunden haben. Sonst besteht die Gefahr, dass der Mörtel wieder abplatzt.

von Matthias Mayer

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