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Heller, freundlicher und viel größer

Eigenleistung Heller, freundlicher und viel größer

Spätestens bis zum 9. April wollen und müssen die ehrenamtlichen Bauarbeiter in den Roßdorfer Sternstuben fertig sein. Dann soll dort nämlich wieder gefeiert werden.

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Ein Teil der ehrenamtlichen Bauarbeiter steht mit Bürgermeister Michael Plettenberg in der fast fertigen Sternstube.

Quelle: Michael Rinde

Roßdorf. Stephan Maus schaut genau hin. Er zeichnet eine Auskerbung an einem Fußbodenelement an. Es kommt später genau unter einen Heizkörper. Ein heller, leicht marmorierter und sicherlich sehr strapazierfähiger Vinyl-Fußboden liegt jetzt in den größer gewordenen Roßdorfer Sternstuben.

Wer den „gewachsenen“ Raum betritt bemerkt, dass er viel heller geworden ist und dadurch viel freundlicher wirkt. Seit November sind die Sternstuben, der Treffpunkt für viele Roßdorfer, eine Baustelle. Der angrenzende Raum, bisher durch eine Wand mit Tür mehr oder weniger abgetrennt von der Stube, ist jetzt hinzugekommen. Damit das möglich wurde, musste noch ein wenig mehr geschehen. Ein Statiker hatte im Auftrag der Stadt ausgerechnet, dass ein zusätzlicher Träger eingezogen werden musste.

Und das dauerte seine Zeit. „Die ausführende Firma hatte mit der Fertigung des Trägers erst begonnen, als der Durchbruch gemacht war“, sagt Roßdorfs Ortsvorsteher Maus. Dadurch verzögerten sich die Bauarbeiten natürlich erheblich. Ein Stahlrahmen wurde eingezogen. Der musste anschließend ordentlich verkleidet werden. Er sei doppelt verplankt worden. „Mit einer einfachen Rigipsverkleidung wäre das nicht zu machen gewesen“, erklärt Maus. Von Roßdorfs Ortsvorsteher ging seinerzeit auch die Initiative aus, die Sternstube nicht nur zu renovieren sondern bei der Gelegenheit auch zu vergrößern. Allein für die Arbeiten rund um den Durchbruch und das Einpassen und Verkleiden des Stahlrahmens brauchten die Freiwilligen rund 150 Stunden. Insgesamt, so schätzt es der Ortsvorsteher, stecken bereits mehr als 450 Arbeitsstunden in dem Projekt. Bei den Bauarbeiten engagieren sich bis zu 15 Roßdorfer ehrenamtlich.

Die in den vergangenen Jahren kaum mehr genutzte Theke ist auch ausgebaut worden, das bringt weiteren zusätzlichen Platz, der in der Vergangenheit fehlte. In eine Ecke kommt nun noch eine Spüle, außerdem eine mobile Theke, falls denn doch Bedarf besteht. Die alte Thekeneinrichtung wurde in das Trachtenmuseum gebracht.

Dass die Sternstuben jetzt wieder so hell wirken, liegt nicht nur am neuen Fußboden. „Frauen haben an Wochenenden die Holzbalken und die Gefache fein säuberlich gestrichen“, sagt Maus.

Senioren freuen sich auf die Rückkehr

Und sie haben allesamt saubere, professionelle Arbeit abgeliefert. Auch für die Umwelt haben die Ehrenamtlichen etwas getan. Jetzt strahlen LED-Leuchten von der Decke. Roßdorfs Vereine und der Ortsbeirat nutzen die Sternstube sonst intensiv. In den Sternstuben finden auch die Mittagstische an jedem Mittwoch statt. „Die Senioren warten schon darauf, dass sie wieder hierher an den angestammten Platz zurückkommen können“, sagt Walter Wachtel. Ähnlich ergeht es auch dem Ortsbeirat. Dem fehle zurzeit seine Heimat ein wenig, merkt Maus mit einem Augenzwinkern an.

Beim Besuch der OP auf der Baustelle ist Amöneburgs Bürgermeister Michael Plettenberg dabei. Ihn freut der Anblick der fast fertigen Sternstube in mehrfacher Hinsicht. Er hebt den großen Einsatz der Roßdorfer hervor, die das Projekt gemeinsam angegangen sind. Und er macht deutlich, dass sie der Stadtkasse Amöneburg doch einiges Geld durch ihre Arbeit gespart haben. Natürlich zahlt die Stadt das Baumaterial. Sie hat auch Statiker und Schlosser für den Bau des Trägers bezahlt. Am Ende, so schätzt Bürgermeister Plettenberg, kostet die Aufwertung der Sternstube die Stadt rund 10 000 Euro. „Da ist es mehr als angemessen, den Ehrenamtlichen Danke zu sagen“, betont er.

Jetzt wollen die fleißigen Roßdorfer zügig mit den Restarbeiten fertigwerden. Denn die Sternstuben sind auch für Familienfeiern begehrt und es gibt schon wieder zahlreiche Anfragen. Am 9. April soll dort zum ersten Mal seit November wieder gefeiert werden. Einer der eifrigen Handwerker begeht dann seinen Geburtstag in den Sternstuben. „Den Termin schaffen wir“, verbreitet Maus Zuversicht. Spätestens am 8. April sei alles fertig.

von Michael Rinde

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